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Schule

19.02.2015

Mehr Freiheit im Klassenzimmer

Bei St. Ursula in Donauwörth werden zunehmend Reformkonzepte umgesetzt

„Wie schaffen es schon Zehnjährige, sich mathematische oder sprachliche Inhalte selbst zu erarbeiten?“, „Was muss ich mir unter Freier Stillarbeit und Morgenkreis vorstellen?“ – Antworten bekommen Eltern beim Informationsabend „Unterricht nach Elementen des Marchtaler Plans“ am Donnerstag, 26. Februar, um 19 Uhr. In der Turnhalle der Mädchenrealschule St. Ursula in Donauwörth gibt es nicht nur Informationen rund um das Unterrichtskonzept, sondern die Gäste können sich auch die Materialien anschauen und selbst ausprobieren, wie die Mädchen an St. Ursula so Wissen sammeln.

„Der Marchtaler Plan ist ein Unterrichtskonzept, das erprobte Elemente der Reformpädagogik aufgegriffen und zuerst für kirchliche Schulen in Baden-Württemberg weiterentwickelt hat“, erklärt Direktor Peter Müller. In der 5. und 6. Klasse ist in St. Ursula täglich eine Schulstunde dafür reserviert, ab der 7. stehen wöchentlich drei bis vier Stunden auf dem Programm.

Jede Schulwoche beginnt mit dem Morgenkreis mit wechselndem Schwerpunkt: mal gibt es eine Bibelgeschichte, mal Musik, mal Gespräche über Erlebtes und Beobachtetes oder ein Fest im Jahreskreis. Über die Woche und die Haupt- und Nebenfächer verteilt, gibt es zusätzlich die Freie Stillarbeit (FSA). Kisten voller Texte, Bilder, Rätsel, Karten und anderer Medien warten nur darauf, geöffnet und erkundet zu werden. Der Lehrplan gibt vor, welche Lerninhalte pro Schuljahr in welchem Zeitraum erledigt werden müssen – Prüfungen und Noten gehören dazu.

Doch jede Schülerin entscheidet frei, wann sie etwa ihre Rechenkenntnisse vertieft, wann sie etwas über ein fremdes Land lernt, wann sie auf den Spuren der alten Griechen und Römer wandelt. Ob die Aufgaben im Klassenzimmer oder im Gang erledigt werden, steht den Schülerinnen oft frei. Manche Kisten laden zur Partner- oder Gruppenarbeit ein. Ein Lehrer, der Fragen beantwortet und assistiert, wo nötig, ist immer anwesend.

Seit dem Schuljahr 2012/2013 kommt der Marchtaler Plan an St. Ursula zum Einsatz, mehr und mehr Lehrer zertifizieren sich dafür. Die aktuellen fünften Klassen haben das Angebot – nach intensiver Einführungszeit bis zu den Herbstferien – gut angenommen. Peter Müller berichtet: „Es gibt natürlich Mädchen, die eine Weile brauchen, bis sie sich ausreichend strukturieren und mit den Kisten zurechtkommen. Dann aber kennen und akzeptieren sie ihre eigenen Stärken und Schwächen.“

Die Selbstständigkeit jeder Einzelnen und der Teamgeist innerhalb der Klassen wachsen, wie die letzte Skifreizeit zeigte. Und der Marchtaler Plan interessiert mehr und mehr Schulleitungen in ganz Bayern, wie Müller berichtet: „Wir bekamen gerade vom Katholischen Schulwerk Bayern die Einladung, unser Konzept am 2. Juli im Rahmen des Marchtaler Plan Kongresses in Augsburg vorzustellen und Arbeitsmaterialien zur Anschauung mitzubringen.“ (pep)

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