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Europawahl im Landkreis

26.05.2019

Mehr Landkreisbürger gehen zur Europawahl

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Die CSU kann sich bei der Europawahl im Landkreis als stärkste Kraft durchsetzen und kann wieder knapp über 50 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Gewinner des Abends sind aber die Grünen. Sie sind nun zweitstärkste Kraft mit fasst 14 Prozent. Die SPD halbiert ihren Stimmenanteil.  

Am Sonntag gingen deutlich mehr Bürger zur Wahl als das noch 2014 der Fall war. Die Hälfte von ihnen entscheidet sich für die CSU. Die SPD verliert massiv.

Als Peter Moll am Sonntag gegen 17.30 Uhr Facebook ein Foto postete, dass er die Wahlplakate der SPD bereits wieder eingesammelt hat, konnte er wohl nicht ahnen, dass das Bild symbolisch für die massiven Stimmenverluste seiner Partei sein würde. Ganz nach dem Motto: „Die SPD kann einpacken“. Denn im Vergleich zu 2014, als die Sozialdemokraten sich auf über 16 Prozentpunkte steigern konnten, liegen sie bei der Europawahl im Landkreis Donau-Ries gerade mal bei 8,1 Prozent – in fünf Kommunen schaffte es die SPD nicht einmal über vier Prozent. Entsprechend schockiert zeigte sich Kreisvorsitzender Christoph Schmid. „So kann es nicht weitergehen“, sagte der Bürgermeister aus Alerheim.

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In vier Gemeinden holt die CSU über 60 Prozent

Die stärkste Kraft im Landkreis Donau-Ries wurde erneut die CSU. Sie holte 50,5 Prozent der Stimmen. 2014 hatten die Christsozialen über zehn Prozent eingebüßt, das konnte sie 2019 nicht wieder gutmachen. Allein in Munningen, Marktoffingen, Megesheim und Wolferstadt lag sie bei über 60 Prozent. „Ein sehr solides Ergebnis“, sagte Kreisvorsitzender Ulrich Lange dazu.

Das Endergebnis der Europawahl 2019 im Landkreis Donau-Ries am Sonntagabend. Die CSU klar stärkste Kraft, die Grüne holen fast 14 Prozent.
Bild: Landratsamt Donau-Ries

Der Gewinner des Abends aber war grün. Denn auch im Landkreis war der bayernweite und bundesweite Trend klar abzulesen. Bündnis 90/die Grünen holten mit 13,8 Prozent ein zweistelliges Ergebnis und sind damit nach der CSU die zweitstärkste Kraft. Mächtig Zulauf hatten die Grünen vor allem in den Städten wie Nördlingen, Donauwörth und Oettingen aber auch in Alerheim und Oberndorf wurde hier vermehrt das Kreuz gemacht. Den Spitzenwert von fast 19 Prozent holten die Grünen in Reimlingen. Kreisvorsitzende Eva Lettenbauer glaubt, dass vor allem die richtige Themenwahl den Stimmenzuwachs gebracht hat. Klimaschutz, Ökologie, Mobilität und erneuerbare Energien – das würde die Menschen massiv bewegen. Die Grünen würden für diese Themenfelder stehen und diese auch im Kommunalwahlkampf in den Vordergrund stellen.

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AfD etabliert sich dauerhaft

Mit einem Ergebnis von 8,2 Prozent kann sich die AfD weiter im Landkreis behaupten und gehört wohl dauerhaft zur Parteienlandschaft im Landkreis wie auch in Bayern. In Auhausen holte sie ihr stärkstes Ergebnis und zwar 11,2 Prozent. 2014 konnten die Europa-Gegner in der Riesgemeinde 17,3 Prozent erreichen. Ulrich Singer, stellvertretender Kreisvorsitzender, hatte sich mehr erhofft.

Auch die Freien Wähler konnten ihre Wählerschaft erweitern und sich um zwei Prozentpunkte steigern. Sie holten 6,1 Prozent der Stimmen. Auffällig ist der hohe Zuspruch in Buchdorf mit 13 Prozent. Bei den Splitterparteien konnte sich „Die Partei“ am meisten steigern, während die Piraten und die NPD weiter ohne Bedeutung bleiben.

Enorme Steigerung bei der Wahlbeteiligung

Eine wirklich gute Nachricht beinhaltet der Blick auf die Wahlbeteiligung. Fast 60 Prozent der insgesamt 103.259 Wahlberechtigten nahmen ihr Recht wahr und gingen zur Wahl. Das ist eine enorme Steigerung, denn 2014 gingen lediglich gut 40 Prozent ihr Kreuz machen. Vorbildlich waren hier die Bürger der Gemeinde Forheim. Über 73 Prozent der Wahlberechtigten gingen dort ins Wahllokal. Schlusslicht ist Kaisheim mit knapp 30 Prozent.

Ausgezählt hatten die 1750 Wahlhelfer übrigens recht schnell. Als Mertingen kurz nach 20 Uhr seine Stimmen an das Landratsamt übermittelte, waren schließlich die Wahlzettel in den 224 Stimmbezirke ausgezählt.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas HIlgendorf: Europa ist nah im Landkreis Donau-Ries

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