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Donau-Ries

12.12.2020

Mehr Menschen sollen zu Hause alt werden können

Der Landkreis Donau-Ries möchte erreichen, dass mehr Menschen zu Hause alt werden können und ambulant versorgt werden. 
Bild: Wideman

Der Donau-Rieser Kreistag entscheidet über ein weitreichendes Konzept zur Pflege. Es ist ein umfangreiches Programm, von dem die Pflegedienste profitieren.

Wie kann man es schaffen, dass mehr Menschen im Landkreis im Alter möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben und versorgt werden? Diese Frage steht über einem weitreichenden seniorenpolitischen Konzept, über das der Kreistag des Landkreises Donau-Ries am Dienstag entscheiden wird. Bei dem Paket geht es nicht nur um viel Geld, das der Landkreis in Form von Förderungen an Dritte ausgeben wird. Es geht vor allem auch um Vernetzung, Austausch und Beratung von Bürgern.

Pflegebeauftragter Christian Trollmann kennt die Prognose in Sachen Pflegebedarf im Landkreis gut. Im Jahr 2027 leben knapp 32.000 Menschen über 65 Jahre im Landkreis Donau-Ries, von denen etwa 3000 zu Hause gepflegt werden. Er hat die Zahlen schon einige Male präsentiert und immer wieder vorgerechnet, was das von ihm und weiteren Mitarbeitern seines Bereichs ausgearbeitete Konzept bewirken könnte.

Die Antwort des Donau-Ries-Kreises auf das „Megathema Pflege“

Am Ende sollen Förderungen, Hilfsangebote und Beratungsleistungen dazu führen, dass etwa 70 bis 80 Senioren mehr ambulant versorgt werden können. Sprich: am Ende nicht rund um die Uhr in einem Seniorenheim betreut werden und ihre gewohnte Umgebung verlassen müssten.

„Es ist ein sehr umfassendes Paket, das wir hier auflegen“, sagt Landrat Stefan Rößle. Es sei die Antwort des Landkreises Donau-Ries auf das „Megathema Pflege“ und man unterstütze alle der aktuell zehn im Landkreis wirkenden Träger. Denn selbst Pflegeplätze zu schaffen, ist für den Landkreis nicht möglich. Was es am Ende kosten wird, hängt davon ab, wie viele Träger und Gruppen die Fördergelder des Landkreises beantragen und abrufen werden. Rund 140.000 Euro sind fix, alles andere wird variabel aufgesattelt.

Das steckt im Pflegekonzept des Landkreises Donau-Ries

  • Pflegestützpunkt: Zum 1. Februar 2021 werden in Nördlingen und Donauwörth jeweils ein Pflegestützpunkt eröffnet, der kostenlose, neutrale und unabhängige Beratung in Sachen Pflege anbietet. „Damit sind wir die ersten in Schwaben“, sagt Heike Meyr, die dieses Projekt umgesetzt hat.
  • Pflegedienste: Aktuell gibt es zehn ambulante Pflegedienste im Landkreis. Die Sozialstationen werden pro Jahr mit insgesamt 92.000 Euro gefördert. Der Anteil aus dem Topf ergibt sich daraus, wie viele Fachkräfte der Dienst beschäftigt. Qualität in der Pflege soll also belohnt werden.
  • Senioren- und Behindertenbeauftragte: In den Kommunen sollen vor Ort Ansprechpartner gefunden werden, die als Schnittstelle zum Landratsamt fungieren und für Informationstransfer sorgen sollen. Bisher gibt es schon 25. Sie sollen Projekte für mehr Lebensqualität vor Ort entwickeln, die der Landkreis dann fördert. Auch Privatpersonen können Ideen einbringen. Insgesamt stehen dafür 5000 Euro pro Jahr zur Verfügung.
  • Nachbarschaftshilfe: Bestehende Netzwerke sollen zusammengebracht werden, voneinander profitieren und deren Konzepte auch auf neue Kommunen übertragen werden. Ob Fahrten zum Arzt oder Einkaufen für den Nachbarn – der Landkreis fördert die Gründung (1000 Euro) und gibt Geld für den laufenden Betrieb (500 Euro). Die Fördersumme ist gedeckelt auf 10.000 Euro pro Jahr.
  • Kurzzeitpflege: Jeden neu geschaffenen und auf Dauer angelegten Platz für Kurzzeitpflege fördert der Landkreis mit 5000 Euro pro Jahr. Derzeit gibt es im Landkreis nur 20 dieser Plätze. Allerdings sind diese wichtig, um den Pflegenden auch mal Erholung zu bieten. Die Plätze sollen dauerhaft gesteigert werden.
  • Tagespflege: Pro neuem Platz gibt es auch hier vom Landkreis einen Zuschuss von 5000 Euro pro Jahr. Damit sollen nicht nur mehr dieser Plätze entstehen, sondern auch für die Kunden günstiger werden. Derzeit gibt es 78 dieser Plätze, neue sind in Wemding und Nördlingen in Planung. Zudem gibt es aktuell einen Zuschuss vom Freistaat Bayern, sodass dieses Angebot zu schaffen für Träger deutlich attraktiver wird. Zudem stehen 30.000 Euro zur Verfügung, um die Unterhaltskosten der ambulanten Pflegedienstträger zu bezuschussen.

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12.12.2020

Sehr gute Ansätze. Das Problem daran ist nur: mit welchem Pflegepersonal sollen diese umgesetzt werden? Was helfen zugesagte Stellen, wenn diese nicht besetzt werden können?

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