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Messerattacke in Donauwörth: ein bizarrer Fall

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Kommentar Von Barbara Wild
03.04.2019

Der Fall lehrt, dass voreilige Schlüsse fatal sein können. Nur die Hautfarbe und das Herkunftsland zu betrachten ist mehr als falsch.

Jetzt, wo die Hintergründe des Verbrechens von vor über einer Woche immer mehr ausgeleuchtet werden und sich die Informationen über den mutmaßlichen Täter zu einem Bild verdichten, wird klar: Es ist ein bizarrer Fall, der sich am helllichten Tag mitten in Donauwörth abgespielt hat. Im Zentrum steht die Vita des 33-Jährigen: Der Mann hat nicht aus niederen Motiven gehandelt, sondern ist wohl psychisch krank. Es ist wichtig, dass ihm geholfen wird.

Seine Krankheit erklärt einiges, aber es mildert den Schrecken nicht, den ein solches Verbrechen in Donauwörth und darüber hinaus verbreitet. Denn genau genommen, fühlen wir uns in unserer Heimat sicher und rechnen keinesfalls damit, dass Gewalt in diesem Ausmaß unseren friedlichen Alltag stört. Natürlich stellt sich automatisch die Frage, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Behörden, Nachbarn, Bekannte oder Kollegen dem Verdächtigen früher geholfen hätten entsprechend behandelt zu werden. Doch hätte er sich helfen lassen? Und wer maßt sich an, jemandem ein massives psychisches Problem zu bescheinigen? Das geht schon sehr weit. Zuletzt konnte niemand ahnen, das so etwas passiert.

Zuletzt lehrt der Fall, dass voreilige Schlüsse fatal sein können. Nur die Hautfarbe und das Herkunftsland zu betrachten, wie es auf sozialen Netzwerken passiert ist, oder den Fall mit dem Ankerzentrum zu vermischen, ist mehr als falsch. Denn am Ende war es mutmaßlich die Tat eines erkranken Menschen.

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