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Fünfstetten

06.05.2017

Millionen für einen sicheren Bahndamm

Diese nahezu monströse Baumaschine ist aktuell nahe Fünfstetten auf einem Damm der Deutschen Bahn im Einsatz. Der Damm muss verdichtet und damit stabilisiert werden. Zwölf Millionen Euro kostet das die DB Netz AG.
Bild: Foto: Bernd Schied

Auf der Strecke Donauwörth-Treuchtlingen laufen aktuell spektakuläre Bauarbeiten. Warum diese nötig sind und welche Verbesserungen es am Ende gibt

Derzeit läuft der spektakulärste Teil der Sanierungsarbeiten am Bahndamm zwischen Fünfstetten und Nußbühl. Auf 1,2 Kilometer des insgesamt 2,3 Kilometer langen Bauabschnitts ist eine baggerähnliche Baumaschine im Einsatz, die sich abschnittsweise auf dem bis zu zwölf Meter hohen Erddamm fortbewegt, dabei den Untergrund auffräst und Beton einfließen lässt.

Durch dieses sogenannte Fräs-Misch-Injektionsverfahren (FMI) wird eine blockartige Betonkonstruktion in das Innere des Dammes eingebracht, um diesen dauerhaft zu stabilisieren. Der Block festigt den Bahndamm so, dass er nicht mehr verrutschen kann.

Rund 20 Personen sind derzeit an der Großbaustelle mit den Arbeiten beschäftigt. Das umfangreiche Baumaterial lagert auf einem in der Nähe angepachteten Grundstück. Neben dem Bahndamm stehen mehrere Zementsilos. Das Wasser kommt über eine Schlauchleitung aus dem nahen Fünfstetten.

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Wie bereits berichtet, ist in diesem Gleisabschnitt der Strecke Treuchtlingen-Donauwörth im Jahr 2015 der über 110 Jahre alte Damm abgerutscht. Nach den vorläufigen Reparaturarbeiten entschied sich die Bahn, zur langfristigen Stabilisierung viel Geld in die Hand zu nehmen und dafür ein hochmodernes Technologieverfahren einzusetzen. Eine Kompletterneuerung des Dammes verbunden mit einer mehrwöchigen Vollsperrung der zweigleisigen Bahnlinie wurde dadurch vermieden.

Nach Angaben des Bahn-Pressesprechers für Bayern, Bernd Honerkamp, waren bereits die Vorarbeiten sehr aufwendig. So hätten die gesamte Oberleitung abgebaut und Schienen, Schwellen und Schotter entfernt werden müssen. Hinzu sei ein Verbau in der Mitte des Dammes gekommen, um das für den Bahnverkehr weiterhin genutzte Nachbargleis stabil zu halten. Nach Abschluss der Arbeiten Ende Juli würden neue Schottersteine, Schwellen und Schienen auf den stabilisierten Damm aufgebracht und die Oberleitung reaktiviert.

Projektleiterin Gudrun Unseld von der DB Netz AG erklärt den Hauptvorteil des modernen Sanierungsverfahrens: Während auf der westlichen Dammhälfte (Treuchtlingen Richtung Donauwörth) gebaut werde, könnten auf dem östlichen Gleis die Züge abwechselnd in beide Richtungen fahren. Ein weiterer Vorzug: Das FMI-Verfahren sei relativ schnell und wirtschaftlicher als ein kompletter Neubau des Dammes. Rund zwölf Millionen Euro wende die Bahn dafür auf, erklärt die Bauingenieurin. Für 2020 sei mit demselben Verfahren die Sanierung der anderen Dammhälfte vorgesehen.

Laut Bernd Honerkamp wurde für die Dauer der Bauarbeiten der Zugverkehr zwischen Donauwörth und Treuchtlingen ausgedünnt. Einige Fern- und Güterzüge würden umgeleitet oder entfielen ganz. Sperrungen beider Gleise erfolgten stundenweise an einzelnen Wochenenden. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Vorhabens im Juli werde zwischendurch die gesamte Bahnstrecke wegen notwendiger Brückenarbeiten zwischen Donauwörth und Otting-Weilheim in der zweiten Woche der Pfingstferien komplett gesperrt.

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