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Bürgerversammlung

01.04.2015

Misstöne in Niederschönenfeld

Die Bedingungen für den Bau der Kläranlage scheinen optimal, weil die Gemeinde derzeit schuldenfrei ist. Doch die Einwohner äußern Bedenken – und nennen Gründe

Die Bedingungen für den Bau der Kläranlage in Niederschönenfeld scheinen optimal zu sein. „Wir haben in 2014 groß investiert und sind derzeit schuldenfrei“, erklärte Bürgermeister Peter Mahl seinen 60 Zuhörern bei der Bürgerversammlung als Resümee zu seinem Jahresrückblick. Obwohl die beiden Großbaustellen – Ortsdurchfahrt und Kinderkrippe in Feldheim – viel Geld gekostet haben, hat die Gemeinde noch Rücklagen. Welche Hürden könnten sich mit dem Bau der Abwasserreinigung dann ergeben? Besorgte Bürger äußerten dazu ihre Bedenken.

Wie Mahl mitteilte, habe der Gemeinderat schon ziemlich klare Vorstellungen. Kürzlich besichtigte er zusammen mit einer Delegation die neue Kläranlage in Ehekirchen (Kreis Neuburg-Schrobenhausen). Dort wird das Wasser nach dem Rechen in zwei Behälter gepumpt, wo es vorgereinigt wird. Dabei wird der Klärschlamm ausgepresst und gelangt nicht in die Anlage. Diese sogenannte ExSep-Technologie biete eindeutige Vorteile. „Wir würden jeweils ein Drittel an Platzbedarf und Energiekosten einsparen“, schilderte Mahl in seiner Präsentation, die er durch Fotos belegte. Da das Projekt in Niederschönenfeld für 1800 Einwohner ausgelegt sein wird, dürfte es bei etwa 1300 Bürgern künftig keine Probleme geben.

Doch das ist eine Theorie, die durch etwas anderes infrage gestellt wird. „Es gehen Gerüchte um, dass die Justizvollzugsanstalt (JVA) vergrößert werden soll“, sagte ein Bürger. Dadurch werde es auch mehr Gefangene und Personal geben. Würde sich diese Vision realisieren, käme die neue Kläranlage eventuell an ihre Grenze. Was passiert, wenn all die Menschen morgens in einem bestimmten Zeitraum die Toilette nutzen? Reicht dafür die Kapazität der technischen Einrichtung aus, oder muss das in der Planung berücksichtigt werden? Und wenn ja, wer bezahlt das? Es sei schade, dass kein Verantwortlicher der JVA zu dieser Bürgerversammlung gekommen ist, um sich zu äußern, meinte ein anderer Gast. Bisher sei noch kein Bauantrag eingegangen, bekräftigte Mahl. Keinesfalls wolle sich die Gemeinde dagegen sperren. „Allerdings fordern wir die dafür notwendige Infrastruktur“, mahnte Zweiter Bürgermeister Hubert Zeller. Eines ist momentan sicher: Der geplante Baubeginn wird sich verzögern. Eine Prüfung des alten Ingenieurvertrags auf Rechtmäßigkeit, Plausibilität und Höhe der Leistungen ergab folgendes Ergebnis: „Das geschätzte Honorar überschreitet den Schwellenwert für eine freihändige Vergabe“, so Mahl. Deshalb wurde nun ein vergabeoffenes Verfahren mit europaweiter Ausschreibung in die Wege geleitet. Aber nicht nur zur Kläranlage stellten die Besucher Fragen.

Auch zum Hunzenhofweg gibt es noch keine Entscheidung. Nur wenige würden auf dieser Ortsverbindungsstraße fahren, meinte jemand. „Wie ist ihre Meinung? Soll die Gemeinde 250000 Euro investieren, oder kann die Sanierung aufgeschoben werden?“, fragte Gemeinderat Magnus Kastenhofer in die Runde. Eine klare Antwort erhielt er jedoch nicht.

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