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Rain-Bayerdilling

15.05.2015

„Mit einem blauen Auge davongekommen“

Unwetter in Bayerdilling: Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser knöchelhoch im Plattenparty-Zelt.
Bild: dz

Sturm bricht über Plattenparty in Bayerdilling herein. 

Es sollte eine fröhliche, große Sause werden. Tagelang arbeiteten Dutzende von freiwilligen Helfern des Schützenvereins Gemütlichkeit Bayerdilling, um den am Ortsrand gelegenen Festplatz für die Plattenparty herzurichten. Die organisieren die Schützen im jährlichen Wechsel mit dem Sportverein. Bei fast schon sommerlichem Wetter tummelten sich am Mittwoch kurz nach 22 Uhr bereits rund 600 Besucher auf dem Areal, als plötzlich – quasi aus heiterem Himmel, wie Mitorganisator Christian Hertl schildert – das heftige Unwetter über den Ort und die Partygäste hereinbrach.

Auch zwei Tage nach dem Gewittersturm atmete Hertl gestern tief durch, als er unserer Zeitung von den Vorkommnissen berichtete: „Wir sind froh, dass keinem etwas passiert ist.“ Gegen 22.15 Uhr habe in kürzester Zeit das Wetter umgeschlagen: „Es ging alles ein bisschen schnell.“ Blitz, Donner, starker Regen, Hagel und extremer Wind trieben die vornehmlich jungen Besucher in eine Halle und ins Zelt. An dessen Eingang versuchten acht Helfer, einen Pavillon festzuhalten. Am Ende blieb ihnen laut Hertl nichts anderes übrig als die Überdachung niederzureißen, damit sie nicht unkontrolliert fortgeweht wird.

Eine Stunde ohne Strom

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Weil sich der tiefste Punkte des Geländes im Zelt befand, sammelte sich dort das Regenwasser. Dieses konnte der Sickerschacht nicht mehr aufnehmen. Nach wenigen Minuten stand die Hälfte des Zelts ungefähr knöchelhoch unter Wasser. „Zudem fiel für eine Stunde der Strom aus. Das war das größere Problem“, so Hertl. Die Feuerwehr rückte an, pumpte das Wasser ab und sorgte mithilfe eines Stromaggregats für Licht. Schnell wurde auch ein zweites Aggregat herbeigeschafft: „So hatten wir wenigstens eine Notbeleuchtung.“

Den Gästen macht Christian Hertl ein Kompliment: „Sie suchten sich ein trockenes Plätzchen und blieben ruhig.“ Wäre das Unwetter zwei Stunden später gekommen, hätte die Situation mit den erwarteten 1500 Besuchern kritischer werden können, mutmaßt er. Als sich der Sturm einigermaßen verzogen hatte, sei der größere Teil des Publikums nach Hause gegangen. Nachdem die Stromversorgung wiederhergestellt worden war, habe man „improvisiert“ und die Party in kleinerem Rahmen mit 200 bis 300 Leuten in der Halle „sauber zu Ende gebracht“.

Natürlich hätten die Ereignisse massive finanzielle Auswirkungen und die eigentlich lukrative Veranstaltung könne für den Verein zu einem Draufzahlgeschäft werden, erklärt Hertl, aber: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“ Dies gelte vor allem mit Blick auf die Katastrophe, die etwa 20 Kilometer weiter südlich in den Landkreisen Augsburg und Aichach-Friedberg passierte. Dort hinterließ ein Tornado bekanntlich Verletzte und Millionenschäden. (wwi)

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