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Polizei

19.10.2019

Mobile Wache ist jetzt weg

Zehn Jahre lang war die Mobile Wache der Polizei einmal pro Monat in Wemding auf dem Marktplatz präsent. Damit ist nun Schluss.
Bild: Wolfgang Widemann

Nach gut zehn Jahren kommt die rollende Dienststelle nicht mehr nach Wemding

Gut zehn Jahre lang hatte die Stadt Wemding eine Polizeidienststelle – zumindest einmal im Monat. Seit Februar 2009 kam die Mobile Wache für jeweils mehrere Stunden auf den Marktplatz. Man wolle „hier sichtbar präsent sein und offensiv auf die Bürger zugehen“, erklärte bei der Premiere Klaus Waltrich, damaliger Chef des Polizeipräsidiums Schwaben Nord. Nun ist aber Schluss. Die Polizei hat diese Art der Präsenz in Wemding eingestellt.

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Den Grund dafür erläutert auf Anfrage unserer Zeitung Thomas Scheuerer, Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth, in deren Gebiet sich die Wallfahrtsstadt befindet. Nach zehn Jahren habe man das Konzept und die einzelnen Standorte im nördlichen Schwaben neu bewertet. Ergebnis: Zum einen hatte die Wache auf dem Marktplatz an vielen Terminen kaum noch Zulauf. Zum anderen gebe es inzwischen viele Möglichkeiten, wie Bürger mit der Polizei kommunizieren können. Zahlreiche Hinweise und Anfragen gingen mittlerweile per elektronischer Nachricht ein.

Dass jemand sein Anliegen erst beim nächsten Erscheinen der Mobilen Wache vorbringe, sei unwahrscheinlich geworden. Auch zu allgemeinen Fragen – zum Beispiel, ob oder wann man den alten „grauen“ Führerschein abgeben müsse – seien Informationen auf anderem Wege möglich. Folglich gebe es relativ wenige Dinge, die man in der rollenden Wache kommunizieren müsste, so Scheuerer.

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Abgesehen davon seien zwei Beamte (einer aus dem Präsidium, einer aus der Inspektion in Donauwörth) den ganzen Nachmittag über in Wemding gebunden gewesen – egal, ob sich dort jemand blicken ließ oder nicht. Ein weiterer Aspekt: Im Zuständigkeitsbereich der Inspektion gebe es auch andere Kommunen in ähnlicher Lage wie Wemding.

Die Analyse habe am Ende nur den Entschluss zugelassen, die bisherigen Praxis einzustellen. Ganz vom Tisch sei die Mobile Wache aber nicht. Die solle nach wie vor genutzt werden, und zwar, wenn es Brennpunkte in bestimmten Orten gebe.

Dann könnte die Dienststelle auf Rädern für eine gewisse Zeit dort präsent sein und als Ansprechstelle genutzt werden. Denkbar gewesen wäre dies beispielsweise wegen der Asylproblematik in Donauwörth im Bereich des Bahnhofs oder der Parkstadt.

Weil das Ankerzentrum aber demnächst aufgelöst wird und die Zahl der dort untergebrachten Asylbewerber stetig sinkt, bestehe in der Großen Kreisstadt aktuell keine Notwendigkeit mehr.

Der Wemdinger Bürgermeister Martin Drexler bedauert den Abzug der Mobilen Wache. „Das ist eine Entscheidung der Polizei“, merkt Drexler an, zeigt sich aber gleichzeitig erleichtert, dass die Kommune kein Kriminalitätsschwerpunkt sei: „Das nehmen wir positiv zur Kenntnis.“

Die regelmäßige Mobile Wache wurde nicht nur in Wemding, sondern auch in Oettingen eingestellt.

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