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Bürgerentscheid

10.03.2019

Mobilfunk: Rögling hat sich entschieden

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Die Röglinger haben entschieden: Der Mobilfunkmast soll auf dem Schlauchturm der Feuerwehr stehen. 
Bild: Ulrich Wagner

Das Ergebnis des Bürgerentscheides in Rögling ist knapp. Der Mast soll in die Ortsmitte. Ein neues Flugblatt sorgte für Aufregung. 

Selten hat die Entscheidung über den Standort eines Mobilfunkmastes so viel Aufregung in einen Ort gebracht. Nach monatelanger Debatte über den geeigneten Platz des Mastes – direkt im Ort oder lieber 400 Meter von den Häusern entfernt – haben die Bürger des Nadlerdorfes am Sonntag eine Wahl getroffen: Die Deutsche Telekom soll den Mast auf dem Schlauchturm der Feuerwehr in der Ortsmitte errichten.

Konzentriert verlas Bürgermeisterin Maria Mittl vor dem Abstimmungssausschuss gegen 19.40 Uhr das Ergebnis der Auszählung, das denkbar knapp ausfiel. Für das Ratsbegehren und den Standort in der Ortsmitte hatten sich 233 Röglinger ausgesprochen. Für den Standort auf dem Grundstück mit der Flurnummer 634, über 400 Meter von der letzten Wohnbebauung entfernt, votierten 213 Bürger. Es gab am Ende also nur 20 Stimmen Unterschied.

Insgesamt hatten 444 Bürger ihre Stimme abgegeben – 121 per Brief. Das entspricht einer Wahlbteiligung von knapp 83 Prozent.

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Bei den Mitgliedern des „Arbeitskreises Mobilfunk“, die für einen Standort außerhalb der Ortschaft gekämpft hatten, gab es enttäuschte Gesichter. „Wir haben einen Haufen Zeit und Arbeit investiert, weil wir eine gute Lösung für die Menschen im Ort und im Außenbereich erreichen wollten“, sagte Manfred Böswald. „Jetzt kann die Telekom machen, was sie will, und wir wissen nicht, welche Auswirkungen das auf die Gesundheit unserer Bürger hat“, so der ehemalige Gemeinderat. Der Arbeitskreis werde jetzt beraten, ob er das Ergebnis hinnehmen wird und wie man weiter vorgeht. „Ich glaube nicht, dass das Thema vom Tisch ist. Das läuft, bis dieser Mast auf dem Turm steht.“

Auf der Seite der Gemeinderäte hofft man nun aber auf Ruhe im Ort. „Wir haben über ein Jahr jetzt diskutiert, wo der Mast hinsoll. Jetzt haben wir ein demokratisches Ergebnis. Ich hoffe, dass das jetzt alle akzeptieren können“, sagt Gemeinderat Martin Wittmann, der sich aber auch gerne ein eindeutigeres Ergebnis gewünscht hätte. Jubelstimmung gibt es bei den Gemeinderäten trotz Wahlsieg nicht – die Stimmung im Gemeindehaus war nach der Verkündung des Ergebnisses eher unaufgeregt und den Besuchern war eine gewisse Müdigkeit anzumerken.

Maria Mittl, Bürgermeisterin in Rögling, freute sich unterdessen, dass so viele Röglinger zur Wahl gekommen waren. „Das zeigt doch, dass sie das Ganze ernst genommen haben.“ Für Mittl ist das Ergebnis ein klares Zeichen dafür, dass die Sache doch sehr komplex sei und eine einfache Antwort auf die Frage nach dem besten Standort nicht leicht zu finden war. „Letztendlich hat die Mehrheit entschieden“, fasst sie zusammen. Nun gelte es, das Votum der Bürger umzusetzen.

Zwei Bürgerentscheid-Fragen und eine Stichfrage konnten die insgesamt 543 Wahlberechtigten beantworten, um auch wirklich am Sonntagabend ein eindeutiges Ergebnis zu erhalten.

In den Tagen vor dem Entscheid war noch einmal klar geworden, wie engagiert die jeweiligen Parteien für ihre Sache kämpften. Nachdem am Mittwoch und Donnerstag die Gemeinderäte als Befürworter des Standortes im Ort auf dem Schlauchturm der Feuerwehr einen Flyer an alle Haushalte verteilt hatten, in dem sie noch mal ihre Argumente dafür ausführlich beschrieben haben, legten am Samstag die Mitglieder des „Arbeitskreises Mobilfunk“ nach. In ihrem Wurfblatt räumen sie mit den in ihren Augen „Halbwahrheiten“ der Gemeinderäte auf.

Bereits am Freitag war es in der Röglinger Gemeindeverwaltung zum Eklat gekommen. Denn aufgrund der späten Einflussnahme des Gemeinderates war nicht klar, ob der Bürgerentscheid wie geplant stattfinden kann. Denn die Aktion widerspricht nach Ansicht des Landratsamtes Donau-Ries dem Paritätsgebot, dass alle Parteien die gleichen Möglichkeiten auf Information und Reaktion erhalten. Deshalb wäre es wohl möglich, den Entscheid vom Sonntag anzufechten.

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