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Monheim

08.12.2020

Monheim: 14-Jähriger fährt selbst zur Schule – samt Christbaum

Ein 14-Jähriger ist mit dem Auto der Eltern zur Schule gefahren. Mit an Bord hatte er einen Christbaum.
Bild: Reinhold Radloff (Symbolbild)

Der Bursche will wegen Corona nicht den Bus nehmen. Stattdessen leiht er den Sportwagen der Eltern aus. Beim Nachhauseweg verursacht er aber einen Unfall.

In so manchem Schulbus soll es ja nach wie vor etwas enger zugehen. In Corona-Zeiten ist dies freilich alles andere als optimal. Dieser Gefahr wollte sich ein 14-Jähriger aus dem Jurabereich am Montag offenbar nicht aussetzen. Darum fuhr er kurzerhand mit dem Sportwagen der Eltern in die Schule, wie die Polizei mitteilt. Doch damit nicht genug: Der Bursche transportierte auch noch einen Christbaum mit zur Bildungseinrichtung.

Zunächst brachte der Jugendliche den Baum, den er allem Anschein nach an diesem Vormittag unbedingt zur Schule mitnehmen wollte, gegen 7 Uhr an die Bushaltestelle. Der Busfahrer machte ihn allerdings darauf aufmerksam, dass er Schüler und Baum als Fahrgast-Duo nicht dulden könne. Also besorgte sich der Bub eine Alternative, in dem er die Schlüssel des Sportcoupés seiner Eltern an sich nahm, so die Gesetzeshüter.

Routiniert fährt er die rund zehn Kilometer nach Monheim

Ohne Wissen der Erziehungsberechtigten steuerte er dann den knapp 200 PS starken Wagen samt Christbaum routiniert die rund zehn Kilometer von seinem Wohnhaus auf den Parkplatz der Grund- und Mittelschule Monheim. Angesichts dessen dürfte bereits einige Vorerfahrung am Steuer geherrscht haben, berichten die Gesetzeshüter auf Nachfrage.

An der Schule angekommen, stellte der Jugendliche jedenfalls den Pkw ab, lud den Baum draußen aus – ins Klassenzimmer wollte er ihn scheinbar dann doch nicht tragen – und nahm wie an einem ganz normalen Tag am Unterricht teil. Nach Schulende musste das Auto, um nicht aufzufallen, aber ja wieder heimgebracht werden und so entschied sich der Schüler um kurz nach 13 Uhr, mit dem Sportwagen den Heimweg anzutreten.

Auf dem Parkplatz kracht er in ein anderes Auto

Allerdings fehlte dem 14-Jährigen beim Ausparken auf dem Parkplatz noch etwas die Übung, heißt es von den Gesetzeshütern – und so krachte er einem nebenan abgestellten Toyota ins Heck. Durch die Kollision entstand ein Sachschaden von geschätzten 1500 Euro.

Weil man als 14-Jähriger keinen Führerschein hat und demzufolge ein Unfall eher negative Konsequenzen nach sich ziehen kann, entschied sich der junge Fahrer dann wohl für eine Flucht vom Ort des Geschehens. Allerdings wurde der Vorfall vom Besitzer des Toyotas und zwei weiteren Zeugen beobachtet, die alles – samt dem optisch jugendlichem Alter des Unfallverursachers – telefonisch an die zuständige Polizeiinspektion Donauwörth meldeten. Der Jugendliche, der die Nachhausefahrt ohne weitere Unfälle absolvierte und glücklicherweise unverletzt blieb, wurde in der Folge von einer Streifenbesatzung an seiner Wohnanschrift angetroffen.

Künftig will der Bursche wieder den Schulbus nach Monheim nehmen

Dort wurde ihm die rechtliche Folge seiner Aktion in Form von Strafanzeigen wegen Verdachts auf Fahrens ohne Fahrerlaubnis, unbefugten Gebrauch eines Kraftwagens sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort erläutert. Der Jugendliche zeigte sich geständig und versicherte, zukünftig wieder den Schulbus nehmen zu wollen.

Selbst erfahrene Polizisten erklärten auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sie mit einem solchen Fall noch nie zu tun hatten. Dass der Busfahrer Bub samt Baum nicht einsteigen ließ, sei übrigens nachvollziehbar. „Auch da gibt es Richtlinien“, heißt es von den Beamten. Möglicherweise wäre die Nummer sogar unbemerkt geblieben, hätte es nicht den Parkunfall und die Zeugen dazu gegeben. Offen ist derweil die Frage, wie das mehrstündige Fehlen des Sportwagens zuhause unbemerkt bleiben konnte. Eltern und Sohnemann dürften nach diesem Vorfall aber ohnehin noch ganz anderen Gesprächsstoff haben.

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