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Kommunalpolitik

26.03.2015

Monheim lehnt Sperrstunde um 3 Uhr ab

Warum der Stadtrat geschlossen gegen den Vorschlag der Polizei ist

Die Botschaft ist klar: In Monheim und seinen Ortsteilen sollen Nachtschwärmer auch weiterhin die Möglichkeit haben, Veranstaltungen bis zur gesetzlichen Sperrstunde um 5 Uhr zu besuchen. Eine Bitte der Landkreis-Polizei, das Ende einheitlich auf 3 Uhr vorzuziehen, fiel in der jüngsten Stadtratssitzung nicht auf fruchtbaren Boden – ganz im Gegenteil.

Bürgermeister Günther Pfefferer ging auf die Dienstbesprechung der Rathauschefs aus dem Landkreis Anfang des Monats ein (wir berichteten). Damals hatte Hauptkommissar Gerhard Bißwanger, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth, den Wunsch geäußert, eine einheitliche Sperrstunde für Plattenpartys und ähnliche Veranstaltungen ab 3 Uhr einzuführen. Dadurch sollten Straftaten und Vorfälle mit Betrunkenen verhindert werden. Pfefferer berichtete, er habe bereits bei der Versammlung erklärt, dies sei in Monheim schon aufgrund des Lumpigen Donnerstag ( Weiberfasching) nicht umsetzbar. Hunderte Besucher würden von der Stadthalle in die Altstadt strömen und dort weiterfeiern. Dies habe Bißwanger eingesehen, so Pfefferer. Doch auch für große Sommer-Partys wie in Rehau und Wittesheim wäre eine frühere Sperrstunde schwer umsetzbar. Mit einer Ausschank-Grenze um 4 Uhr könne er aber leben, sagte der Bürgermeister.

Pfefferer meinte, das in der Dienstbesprechung geäußerte Argument „Die Leute sollen früher zur Party kommen, dann können sie auch früher heim“ sei in der Realität nicht machbar. Mit seiner ablehnenden Haltung wäre er jedoch eher in der Minderheit gewesen. Dafür habe er in der Folge eine Einladung der Polizei erhalten, die Beamten nachts zu begleiten, um das Verhalten einiger Nachtschwärmer hautnah zu erleben. Auf Rückfrage von Norbert Meyer (SPD) unterstrich Pfefferer, dass es in der Sache „3 Uhr“ nur um ein landkreisweites Sicherheitskonzept geht. „Rechtlich hat die Polizei keine Handhabe.“ Hier gelte weiterhin die gesetzliche Grenze von 5 Uhr. Michael Schuster (MUM) erinnerte an die Ottinger Beachparty im Vorjahr, die etwas früher beendet worden sei. Danach gab es im benachbarten Weilheim Vandalismus mit Schaden im fünfstelligen Bereich. „Das hatten wir zuvor nicht.“ Man könnte „eine Zwischenlösung finden, damit sich das Publikum besser verläuft“, meinte auch Anita Ferber (PWG). Die Besucher um 3 Uhr vor die Tür zu setzen, sei nicht sinnvoll. Karlheinz Leinfelder (MUM) und Josef Steinhart (PWG) waren jeweils der Ansicht, dass es im Jura-Gebiet bislang keine schwerwiegenden Probleme bei den großen Party-Veranstaltungen gegeben habe. Lorenz Akermann (CSU) fasste zusammen: „Wenn es bis 5 Uhr läuft, haben wir Ruhe. Ist um 3 Uhr Schluss, hat man mehr zu tun.“ So war es nicht verwunderlich, dass die Ratsmitglieder generell für alle Veranstaltungen den Vorschlag der Polizei auf ein Vorziehen der Sperrstunde geschlossen ablehnten. Bei einer gesonderten Abstimmung für das Monheimer Juze votierte nur Ulrich Gerstner (CSU) dafür. Wegen der vielen jugendlichen Besucher hätte er sich hierfür eine frühere Begrenzung vorstellen können. (unf)

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