1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Mozart in der Schlosskirche

Kulturherbst

15.10.2011

Mozart in der Schlosskirche

Der Crescendo-Chor mit seiner Leiterin Maria Steffek.
Bild: Foto: ArchivSisulak

Kammermusikensemble und Donauwörther Crescendo-Chor treffen auf gute Akustik und begeisterte Zuhörer

Harburg Für den Harburger Kulturherbst war es ein Experiment: Wird man die Schlosskirche St. Michael auf der Burg für Konzerte nutzen können – wie ist die Akustik? Harburgs Verantwortliche für den Kulturherbst wollten damit auch die Oettingen-Wallerstein-Kultur-Stiftung dabei unterstützen, die Burg mehr und mehr als kulturellen Veranstaltungsort bekannt zu machen.

Der Versuch war erfolgreich: Das lang gezogene Hauptschiff der Kirche mit dem stark erhöhten Chorraum und den kleinen, Emporen tragenden Seitenschiffen ließ zwar akustische Probleme erwarten. Sie erwiesen sich aber als hinfällig beim Zuhören – der Donauwörther Crescendo-Chor unter Maria Steffek, die Solisten und das kleine Kammermusikensemble konnten sich exzellent zu Gehör bringen.

Ausgewählt hatte Chorleiterin Maria Steffek – mit einer Ausnahme – nur Werke des Salzburger Klassikers Wolfgang Amadeus Mozart. Im Mittelpunkt stand die Missa brevis in B-Dur, sechs Teile mit eher kurzen Stücken eine Kompositionsform, mit der Mozart dem praktischen Gebrauch des katholischen Gottesdienstes entgegen kam. Der Crescendo-Chor sang gewohnt sicher, streng auf die klassische Form ausgerichtet, aber mit einem Stich in romantische Weichheit.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Unter der präzisen Führung von Maria Steffek fügten sich das Streicherensemble und die Solisten hervorragend ein.

Die Solisten der Messe konnten in mehreren Soloarien ihr Können zeigen. Aus dem „Stabat Mater“ von Joseph Haydn zelebrierte Franz Schlecht mit sicherer Intonation die Arie über die Flammen der Hölle. Miriam Galonska mit ihrem in Höhen und Tiefen stimmstarken Mezzosopran sang die Arie „Laudamus te“ aus der c-Moll-Messe Mozarts.

Annette Sailer-Heidel verfügt über einen klaren, in allen Farben schwingenden Sopran; Mozarts Soloarie aus dem „Laudate Dominum“ und der Soloarie „Tu virginum corona“ gab sie klangvolle Kraft. Zusammen mit dem Tenor Wolfgang Frisch erklang ausgereift das Duett „Sub tuum praesidium“.

Publikum nicht nur aus Harburg

Das kleine Kammermusikensemble, das die orchestrale Begleitung des Konzertes gestaltete, bekam zu Beginn und am Ende die Gelegenheit, sich mit zwei Kirchensonaten Mozarts selbst vorzustellen. Die überwiegend jugendlichen Musiker sind aus der hiesigen Musikszene als schon erfahrene Spieler bekannt: Elisabeth Urban und Sebastian Schwab mit der Violine, Felicitas Schwab, Viola, Wolfgang Düthorn mit dem Kontrabass und nicht zuletzt Simon Eberle virtuos am Cello. Sie zeigten ein hohes Verständnis für die Eigenarten Mozarts. Gerade die Partien für den Chor und die Solisten ließen großes Einfühlungsvermögen und sicheres Mitgehen in der Begleitung erkennen.

Das erfreulicherweise nicht nur aus Harburg, sondern dem Umland zugeströmte Publikum zeigte sich beeindruckt: Der anhaltende Beifall lockte Chor und Orchester zu einer Zugabe, dem „Ave verum“. Harburgs Bürgermeister Wolfgang Kilian, der unter den Gästen Fürstin Lioba von Oettingen-Wallerstein und Dekan Johannes Heidecker begrüßen konnte, dankte den Musizierenden auch für die Bereitschaft, das Experiment Schlosskirche gewagt zu haben. (kmg)

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Fendt_Caravan_2.JPG
Bäumenheim

Plus Fendt-Caravan  investiert Millionen

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden