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Kirche

03.11.2011

Musikalisch-inspirierendes Dirigat

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Die „Cäcilienmesse“ wurde in der Donauwörther Stadtpfarrkiche aufgeführt – und begeisterte die Gottesdienstbesucher.
Bild: Fotos(3):Sisulak

Dekanatskantorin Maria Steffek führte mit Solisten, Chor und Orchester in der Stadtpfarrkirche die „Cäcilienmesse“ auf. Anhaltender Applaus war der Lohn

Donauwörth Traditionsgemäß bereicherte der Donauwörther Münsterchor unter seiner Leiterin Maria Steffek die Kulturtage. Zur Aufführung kam – ermöglicht durch die Stadt Donauwörth, bei der sich der Zelebrant des Gottesdienstes Monsignore Ottmar M. Kästle zu Beginn bedankte – die „Cäcilienmesse“ des französischen Romantik-Komponisten Charles Gounod (1818 - 1893).

Aber nicht nur die Komposition an sich mag die Zuhörer zu solch lang anhaltendem und begeisterten Applaus nach der Messe veranlasst haben, sondern auch die Leistung der Solisten, des Chores, des Orchesters und der Dekanatskantorin Maria Steffek.

Die Stimme der Sopranistin Annette Sailer-Heidel und die Ausdeutung ihres Soloparts machten - um die Wortwahl Saint-Saens bezüglich der Uraufführung der Messe weiter zu übernehmen – „benommen“. Benommen ob der Wärme, die besonders zu Beginn das Gloria den gesamten Kirchenraum ausfüllte und die Zuhörer umfing. In Stimmgebung und Ausdruckskraft bildeten die drei Solisten (eine weitere Besonderheit der Messe) eine perfekte Einheit: Denn ebenso wie Annette Sailer-Heidel konnte der junge Tenor Michael Birgmeier durch seine strahlende Stimme fesseln und die Bedeutung der Worte des Sanctus (Heilig) hörbar machen. Der Bassist Jan Nash bot den beiden hohen Solostimmen ein in sich ruhendes Fundament ohne sich dabei aber nur als Ensemblemitglied zu präsentieren: Gerade das „Domine Deus“ gestaltete er dramatisch und eindrucksvoll. Man konnte die hohe Professionalität der Sopranistin Annette Sailer-Heidel, die in Augsburg ihr Studium abschloss, des Tenors Michael Birgmeier und des Bassisten Jan Nash, die beide an der Musikhochschule München studieren, nur bewundern.

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Aber nicht nur diese sängerische Leistung verdiente Anerkennung, sondern auch ganz besonders die des Donauwörther Münsterchores: Er präsentierte sich als starker Klankörper. Dynamische Unterschiede, Einsätze und Absprachen: Alles wurde bestechend präzise herausgearbeitet. Auch durch die schöne Klangfärbung, selbst wenn es galt gemeinsam mit diesem großen Orchester im Forte zu singen, boten die Sängerinnen und Sänger einen großen Hörgenuss. Von den auskomponierten „Fürbitten“ Gounods („Gebet der Nation“, „Gebet der Kirche“, „Gebet der Armee“) fiel vor allem Letztgenanntes auf, das für die Männerstimmen unisono geschrieben wurde und in der Darbietung der Männer des Münsterchores beeindruckte. Die Probenarbeit, die in dieses Werk investiert und von Maria Steffek das ganze Jahr über geleitet wurde, fand nun durch den Erfolg der Aufführung ihren krönenden Abschluss.

Die Dekanatskantorin hatte jedoch nicht nur den Chor vorzubereiten, sie musste auch die Zusammenstellung des Orchesters übernehmen. Hier hatte sie anscheinend in jeder Stimme die richtige Wahl getroffen, denn das Orchester zeigte sich trotz nur einer gemeinsamen Probe klangschön und intonationssicher.

Homogen und flexibel

Die Musikerinnen und Musiker aus Donauwörth, Nürnberg und München agierten homogen und flexibel. Wunderschön spielten vor allem der Konzertmeister Pinchas Adt (München) und Sebastian Schwab ein Duo von Joseph Haydn zur Kommunion.

Abschließend gilt ein Dank, ein herzlicher Glückwunsch und uneingeschränkt Bewunderung der Dekanatskantorin Maria Steffek: Für ihre Organisation, ihre Probenarbeit, ihr hoch virtuoses Orgelspiel (Fuge von Guillaume) und an erster Stelle für ihr musikalisch-inspirierendes Dirigat. Die Musiker konnten daraus jedes Tempo, jede Dynamik und Steffeks Intention diese Musik ablesen. Der Dirigentin gelang somit ein akustischer und optischer Gesamteindruck zum Genießen. (fes)

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