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Donauwörth

31.03.2019

Nach Messerattacke: So erlebten Nachbarn den mutmaßlichen Täter

Dort, wo am Freitagmorgen ein 49-jähriger Familienvater von einem Nachbarn mit einem Messer getötet wurde, haben Anwohner Blumen und Kerzen aufgestellt. Das Motiv des 33-jährigen Täters ist weiter unklar.
Bild: Barbara Wild

Plus Die Anwohner des Hauses, in dem der Täter und die Opfer lebten, haben Blumen und Kerzen aufgestellt. Sie können sich die Tat nicht erklären.

Dort, wo es passierte, haben Nachbarn Blumen und Kerzen aufgestellt. Sie wollen des 49-jährigen Familienvaters gedenken, der auf dem Innenhof seines Wohnhauses von einem 33-jährigen Schwarzafrikaner mit dem Messer tödlich verletzt worden war. Der Mann starb nach Angaben des Polizeipräsidiums Schwaben Nord schon am Freitagnachmittag. Dem zweiten Opfer des Angriffs, die 43-jährige Ehefrau, scheint es besser zu gehen. Sie liegt aber weiter auf der Intensivstation der Universitätsklinik Augsburg.

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Unter den Bewohnern des gepflegt wirkenden Sechs-Parteienhauses in der Bahnhofsstraße gibt es an diesem Wochenende kein anderes Thema als die Bluttat. „Das ist schrecklich, was hier passiert ist“, sagt eine junge Frau, die nebenan wohnt. „Und es wird lange dauern, bis wir alle nicht mehr täglich daran denken.“ Niemand hier könne sich erklären, warum der 33-Jährige so gehandelt hat, sagt sie.

„Wir pflegen hier gute Nachbarschaft, kennen uns und helfen uns“, sagt ein direkter Anwohner. Seit sechs Jahren wohne der 33-jährige Täter aus Guinea im oberen Stockwerk – Tür an Tür mit seinen späteren Opfern. Er sei unauffällig gewesen, habe gut deutsch gesprochen und an Silvester oder im Sommer habe man auch mal zusammen gefeiert oder ein Bier auf dem Balkon getrunken. „Dass er so etwas tut, damit hätte hier im Haus niemand gerechnet.“

Nach Messerattacke: So erlebten Nachbarn den mutmaßlichen Täter

Familie aus Indien lebte eher zurückgezogen

Das indische Ehepaar, das mit seinen zwei Kindern in dem Haus direkt gegenüber des Donauwörther Bahnhofs wohnt, habe eher zurückgezogen gelebt. Der Vater habe den jüngeren Sohn und die Tochter zur Schule gebracht. Die Mutter habe man nur gesehen, wenn die Familie gemeinsam zum Einkaufen gegangen ist. Die Arbeitsstelle des Vaters habe die Familie nach Donauwörth geführt. „Anfangs hat er alleine hier gewohnt, die Familie hat er dann vor drei Jahren nachgeholt“, so der Nachbar. An jenem Morgen war das Paar vermutlich gemeinsam mit dem Sohn auf dem Weg zur Schule. Der Innenhof ist zugleich Anwohnerparkplatz. Beide Kinder werden seit Freitag vom Jugendamt betreut.

Die Frage nach dem Warum bleibt weiter unbeantwortet. Streit zwischen den Beteiligten habe es nach Angaben der Nachbarn nicht gegeben. „Zumindest nichts, was wir im Haus mitbekommen haben könnten“, sagt der Anwohner. Klar ist, dass sich der 33-Jährige nun, nachdem eines der Opfer gestorben ist, wegen Mordes verantworten muss. Hinzu kommt die gefährliche Körperverletzung an der Ehefrau. Hinweise, die Tat habe islamistische Hintergründe, haben sich bisher nicht erhärtet. Zwar haben wohl befragte Zeugen geäußert, sie hätten den 33-Jährigen während der Tat rufen hören, doch die Überprüfung der Kriminalpolizei Dillingen hat dies nicht bestätigt. Der Täter sitzt weiter in Untersuchungshaft.

Messerstecherei am Bahnhof Donauwörth: Ein Beschreibung: Heute 29.03.2019 wurde die Polizei gegen 07.15 Uhr von Anwohnern per Notruf informiert, dass im Innenhof eines Anwesens in der Bahnhofstraße im Bereich der 30er- Hausnummern ein Schwarzafrikaner auf ein Ehepaar einschlägt und dieser auch ein Messer dabei hat. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzung stach der 33-jährige Täter aus Guinea mehrfach auf den 49-jährigen Mann und die 43-jährige Frau ein und verletzte beide schwer. Das Ehepaar indischer Herkunft wurde vom Notarzt vor Ort versorgt und anschließend in lebensbedrohlichen Zustand in die Uniklinik Augsburg transportiert.  Der 33-Jährige konnte vor Ort von der sofort alarmierten Polizeistreife festgenommen werden. Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, wurde sichergestellt.  Die Kripo Dillingen ist vor Ort. Warum es zu dieser Auseinandersetzung kam, ist nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Weitere Angaben können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.
17 Bilder
Messerstecherei in Donauwörth
Bild: Martin Wiemann, Barbara Wild, dpa
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