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Harburg

12.05.2015

Naturschätze auf magerem Rasen

Da ist es: Besondere Pflanzen, wie zum Beispiel das Frühlingsfingerkraut, zeigte Martin Weiß (links) bei der Führung am Gipfel des Bocks bei Harburg der bayerischen Umweltministerin Ulrike Scharf (Dritte von links) und den anderen Teilnehmern.
Bild: Widemann

Ministerin Scharf besucht den Bock und lobt die Heideallianz. Was die Spitzenpolitikerin auf dem Berg so alles erfährt und zu Gesicht bekommt.

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf war zuletzt öfters in der Region. Beim sogenannten „Bürgerdialog“ zu den geplanten Flutpoldern entlang der Donau musste die Politikerin mächtig Kritik einstecken. Bei einem Besuch am Montag ging es für Scharf dagegen hoch hinaus. Der Termin auf dem Bock bei Harburg 562 Meter über dem Meeresspiegel war für die Ministerin, die ganz lässig in Turnschuhen und Jeanshose erschien, auch wesentlich angenehmer. Auf dem Programm stand eine Führung über die felsigen Heideflächen, umrahmt von seltenen Blumen, einer Schafherde und einem Buffet unter freiem Himmel – und das bei strahlendem Sonnenschein.

Die Gastgeber aus dem Donau-Ries-Kreis stellten die Heideallianz in den Mittelpunkt. Zusammen mit drei Naturschutzverbänden und der finanziellen Hilfe des EU-Förderprogramms Life plus sorgt der Landkreis dafür, dass vor allem am Riesrand und entlang des Wörnitztals auf insgesamt 3500 Hektar der Magerrasen und damit „Naturschätze“ erhalten bleiben, wie es Ulrike Scharf ausdrückte.

Die Ministerin eröffnete mit dem Besuch auf dem Bock auch offiziell die Aktion „Bayerntour Natur“ im Bezirk Schwaben. Die Initiative stehe für „Naturschutz mit den Menschen“. Ziel sei es, möglichst viele Bürger für die Umwelt zu begeistern: „Aus Naturwissen entsteht Naturgewissen.“ 31 Veranstaltungen stehen in den kommenden Wochen im Donau-Ries-Kreis an.

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Scharf lobte die Verantwortlichen der Heideallianz im Landkreis: „Was Sie hier geschaffen haben, ist etwas ganz Besonderes.“ Bei den Heideflächen handle es sich um europaweit einmalige Landschaftsräume, merkte Landrat Stefan Rößle an. Der Magerrasen beinhalte eine außergewöhnliche Artenvielfalt, die durch die Hüteschäferei erhalten bleibe. Davon profitierten auch die Schäfer, die Landwirtschaft und Forstbetriebe. An die würden Pflegearbeiten, wie zum Beispiel Entbuschungsmaßnahmen, vergeben.

In der Summe aller Aktivitäten, zu denen neben mehrerlei Aktionen demnächst auch ein Kochbuch (Titel: „Landschaft schmeckt“) gehört, sei die Heideallianz „ein sehr erfolgreiches Projekt“, so Rößle.

Der Raum Harburg mit seinen vielen Magerrasen-Biotopen – davon allein etwa 40 Hektar am Bock – ist laut Martin Weiß vom umsetzenden Büro der „Dreh- und Angelpunkt“ des Heideallianz-Projekts. Rund um das Gipfelkreuz des Bock zeigte Weiß der Ministerin und den anderen Teilnehmern der kleinen Wanderung einige typische Pflanzen, beispielsweise das Frühlingsfingerkraut, die Kartäusernelke und den Hufeisenklee.

Gemäß dem Drehbuch für die Exkursion trieb Schäferin Simone Prinzing mehrere hundert Schafe und einige Dutzend Ziegen zu den Vertretern der Politik, Behörden und Naturschutzverbände. Simone Prinzing, die in Harburg tätig ist, fing für die Ministerin nicht nur eigens ein Schaf ein, sondern brachte mit ihrem Kollegen Franz Rupprecht (Fünfstetten) auch gleich einigen Probleme und Befürchtungen vor – zum Beispiel, was passieren könnte, wenn ein Wolf in die Gegend kommt. „Wenn er da ist, brauchen wir eure Hilfe“, sagte Rupprecht in Richtung der Politiker. „Da können Sie sich darauf verlassen, dass wir dann helfen“, antwortete Ulrike Scharf. Die bat aber auch gleich darum, dieses Thema „mit Bedacht anzugehen“.

Spendabel zeigten sich die zuständigen Stellen zum Abschluss der Wanderung. Ein Gastronomiebetrieb baute am Waldrand zum Sendeturm hin ein Buffet mit regionalen Spezialitäten auf, an dem sich die Teilnehmer stärken konnten.

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