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Landkreis

18.04.2018

Neue Anlaufstelle für Hilfesuchende

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Ein neues Beratungsangebot des Caritasverbandes Donau-Ries und der Stiftung St. Johannes im Landkreis soll Menschen mit Behinderung und jenen denen eine Behinderung droht helfen.

Caritasverband Donau-Ries und Sankt Johannes wollen die Teilhabe am gesellschaftlichen und Arbeitsleben verbessern. Welche Strategie die Berater verfolgen.

In Deutschland gibt es sehr viele Angebote für Menschen die zeitweise oder dauerhaft Unterstützung benötigen. Sich durch die Ansprechpartner und Formulare der Behörden zu kämpfen, um letztlich die benötigte Hilfe auch zu bekommen, kann ein nervenaufreibender Weg sein. Die Stiftung St. Johannes und der Caritasverband Donau-Ries haben deswegen nun vier Berater eingestellt, die Menschen im Landkreis auf diesem Weg kostenfrei begleiten sollen. Möglich macht das die Neuregelung des Bundesteilhabegesetzes.

Einer dieser Berater ist Thomas Heindl, der zuvor unter anderem bei Bildungsträgern und dem Integrationsfachdienst gearbeitet hat. Er berichtet, dass sich direkt nach dem Start des bundesweiten Projektes eine Frau hilfesuchend an ihn gewandt hat. „Sie muss Blindengeld beantragen. Die Behörde hat ihr ein achtseitiges Formular zugeschickt. Weder sie noch ihr Umfeld sehen sich in der Lage die Formulierungen und Forderungen der Behörde vollständig allein zu beantworten, deswegen ist sie zu uns gekommen.“ Das neue Angebot richte sich an Menschen mit temporärem oder dauerhaftem Handicap und Menschen die von Behinderung bedroht seien oder Angehörige, die Rat brauchen, betont Robert Freiberger, Geschäftsführer von St. Johannes. Zudem sollen die Berater, die sich zwei Vollzeitstellen teilen, Arbeitnehmer bei der Wiedereingliederung, beispielsweise nach schweren Unfällen, helfen.

Auf die Wünsche eingehen

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Es gehe darum, sich Zeit zu nehmen, die Wünsche des Klienten zu erfragen und anschließend Ziele zu formulieren, so Heindl. Der Mehrgewinn des Angebotes liege vor allem im ganzheitlichen Ansatz betont Katja Zeh von St. Johannes. Sie hatte im Vorfeld die Projektleitung inne, als es darum ging eine solche Beratungsstelle auch im Landkreis anzusiedeln. „Bislang berät jede Stelle aus ihrem Blickwinkel. Es fehlen einheitliche Standards, dass ändert sich mit dem Bundesprojekt jetzt.“ Ihre Kollegin Ursula Klapka ergänzt, dass im Alltag „oft nicht die Zeit“ bleibe, um eine solch umfassende Betreuung anzubieten.

Die Berater fungieren als Bindeglied, betonen die Verantwortlichen. Es gehe darum bestehende Strukturen zusammenzuführen und möglichst effektiv zu nutzen, informiert Branko Schäpers, Geschäftsführer des Caritasverbandes Donau-Ries. Unter anderem sollen, je nach Bedarf, die Diakonie, die Rentenversicherung, die Schuldenberatung oder auch Selbsthilfegruppen eingebunden werden. Der Hilfesuchende werde mindestens so lange begleitet bis absehbar sei, dass das Ziel erreicht wird, so Heindl.

Bislang gibt es bundesweit 400 solcher Beratungsstellen, die zu über 90 Prozent vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert werden. Die Finanzierung ist zunächst für drei Jahre gesichert. Laut Heindl wird aber angestrebt, das Angebot dauerhaft zu etablieren. Er verweist zudem darauf, dass Nachfrage zunächst wohl über die Grenzen des Landkreises hinaus gehen, weil es bislang weder im Landkreis Dillingen noch in Neuburg-Schrobenhausen ein solches Angebot gebe.

Der Geschäftsführer von St. Johannes ist erfreut, dass es gelungen ist, das Angebot im Landkreis zu schaffen, auch wenn die Stiftung und der Caritasverband keine Weisungsbefugnis gegenüber den vier Beratern haben. Das soll sicherstellen, dass eine unabhängige Beratung stattfindet. „Wir haben damit Know-how im Haus, dass auf die ganze Einrichtung abstrahlt. Es kommt den etwa 1000 Menschen zugute, die wir betreuen, und auch unseren Mitarbeitern.

Die Sprechzeiten in Donauwörth sind Montag von 10 bis 13 Uhr sowie Donnerstag von 15 bis 18 Uhr in der Zirgesheimer Straße 13. Zudem sind die Fachleute Mittwoch von 9 bis 12 Uhr in der Reichsstraße 54 vor Ort. In Nördlingen wird die Beratung am Donnerstag zwischen 15 und 18 Uhr in der Kolpingstraße 1 angeboten. Darüber hinaus können telefonisch Termine vereinbart werden unter den Telefonnummern 0906/70010150 und 09081/3915 sowie per Email an service@caritas-donau-ries.de

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