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Wohnen

11.07.2020

Neue Bauplätze in Bäumenheim

Das Neubaugebiet „Auf der Nachweide“ bietet 42 Bauplätze, Die Gemeinde möchte sie über ein Punktesystem vergeben.
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Das Neubaugebiet „Auf der Nachweide“ bietet 42 Bauplätze, Die Gemeinde möchte sie über ein Punktesystem vergeben.

Plus In der Schmuttergemeinde laufen die Planungen für ein Gebiet mit 42 Parzellen. Lärmschutz und Fledermäuse machen die Umsetzung nicht ganz einfach. Wie Interessenten an die Grundstücke kommen.

Die Gemeinde Bäumenheim wird weiteres Bauland schaffen. Nachdem die 47 Bauplätze des Neubaugebietes „Schumannallee“ innerhalb von eineinhalb Jahren vergeben waren und es weiter große Nachfrage gibt, wird die Gemeinde tätig.

42 Grundstücke für Häuslebauer soll es südlich der Schmutterstraße geben. Das Gebiet heißt „Auf der Nachweide – südlich Schmutterring“. Der Vorentwurf des Bebauungsplans wurde jetzt von den Räten freigegeben. Wer hier ein Grundstück erwirbt, kann sich dort ein Eigenheim bauen, das entweder aus Erdgeschoss und Dachgeschoss (E+D) besteht oder zwei Vollgeschosse und ein flacheres Dach hat – ähnlich wie ein Toskanahaus. Die Grundstücke haben eine Flächengröße zwischen 500 und 600 Quadratmetern. Der Preis ist noch nicht festgelegt, doch er wird laut Bürgermeister Martin Paninka wohl deutlich über den zuletzt in der Schumannallee verlangten 165 Euro pro Quadratmeter liegen.

Baupätze kosten mehr als 165 Euro der Quadratmeter


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Da das Gebiet von der Entwässerung nicht einfach ist, ist schon jetzt klar, dass die Bauherren auf dem Grundstück ihr Regenwasser versickern müssen. Weitere Maßnahmen vonseiten der Gemeinde sind in Planung. „Wir haben in Bäumenheim immer das Problem mit unserem Puddingboden – die Schmutter macht uns diese Probleme“, erklärt Paninka.

Vergeben werden sollen die Grundstücke wohl nach einem Punktesystem. Laut Paninka erarbeitet die Verwaltung gerade Richtlinien. Ziel sei es, dass mehr Einheimische die Möglichkeit bekommen, sich ihr Eigenheim zu bauen. Zuletzt seien nur ein Viertel der 47 Bauplätze an der Schumannallee an Bäumenheimer gegangen.

Das Baugebiet wird größtenteils über die Schmutterstraße erschlossen, von der aus drei Stichstraßen zu den weiteren Häusern führen. Auch von der Straße Im Weiler wird eine neue Stichstraße gebaut. Fußgängerverbindungen zwischen den Sackgassen sind eingeplant. Den Bebauungsplan haben die Gemeinderäte jüngst in der Sitzung abgesegnet. Er wird nun öffentlich ausgelegt, so- dass Bürger, Anwohner und Träger öffentlicher Belange dazu ihre Meinung äußern können. Mit den bereits bestehenden Anliegern sollen jetzt Gespräche geführt werden, wie die Pläne mit den bestehenden Zufahrten geregelt werden.

Schützenswerte Bäume sollen stehen bleiben.

Laut Stadtplaner Werner Dehm von der Bürogemeinschaft Opla aus Augsburg gibt es neben der Problematik mit dem Wasser eine weitere Besonderheit bei diesem Baugebiet: Eine Gruppe dreier alter Bäume – zwei Walnussbäume und eine Rosskastanie müssen stehen bleiben. „Das sind potenzielle Fledermausquartiere, und die Bäume sind erhaltenswert.“

Da direkt an das Baugebiet, auf der anderen Seite des Alois-Tenscher-Rings, Gewerbe liegt, muss für das Wohngebiet ein Lärmschutz her. Hier hat die Gemeinde vor, zusammen mit dem dort ansässigen Holzgroßhandel Burger eine Lösung zu finden. Das Unternehmen muss sowieso für das bestehende Betriebsgelände einen Bebauungsplan aufstellen und will außerdem eine Ausstellungshalle bauen. Wie Geschäftsführer Christian Löfffler erklärt, fahren vor allem in den Morgenstunden Laster und werden auf dem Gelände be- und entladen. Im Burger-Holzzentrum sind rund 70 Mitarbeiter tätig, die für ihre Fahrzeuge einen neuen Parkplatz erhalten sollen. Da das Unternehmen auf Wachstumskurs ist – 2020 geht man von einem Umsatz von 23 Millionen Euro aus – und daraufhin wohl mehr Warenverkehr nötig wird, könnte auch eine neue Lagerhalle anstehen. „Das ist aber eher auf einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren zu sehen“, erklärt Löffler.

Der Holzfachhandel Burger liegt nebenan. Lärmschutz ist nötig.

Der gefasste Plan zwischen der Gemeinde und dem Holzfachhandel sieht vor, dass im Zuge des Bebauungsplans ein Teilstück des Betriebsgeländes abgetrennt und dieses zum Mischgebiet wird. Zwei Mehrfamilienhäuser mit je drei Geschossen sollen entstehen. Westlich und nördlich davon könnte Burger seine Ausstellungs- und Lagerhalle bauen. Diese wäre auch gleich der passende Lärmschutz für das anschließende Gewerbe.

Sollte Burger im Zeitraum von zwei Jahren die große und für den Lärmschutz relevante Lagerhalle nicht verwirklichen, will die Gemeinde eine Lärmschutzwand auf eigene Kosten bauen. Die Kosten des Bebauungsplanverfahrens zahlt das Unternehmen. Das wurde in einem städtebaulichen Vertrag verankert. Dieser wurde ebenfalls abgesegnet. Allerdings merkte Gemeinderat Manfred Seel (Linke) an, dass er nicht gerne über einen Vertrag abstimme, dessen Inhalt er nicht kenne. Daraufhin schilderte Werner Dehm kurz dessen Inhalt, worauf der Vertrag angenommen wurde. Zudem war man sich einig, dass auf einen Radweg entlang der Auchsesheimer Straße gedrängt wird.

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