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Kirche

21.03.2017

Neue Bibeln im Jubeljahr

Im evangelischen Dekanat Donauwörth tut sich im Reformationsjahr einiges, wie auf der Synode zu hören war

18 Bibeln auf einem Tisch lagen bereit beim Abendmahlsgottesdienst zur diesjährigen Frühjahrssynode des evangelischen Dekanates Donauwörth. Regionalbischof Michael Grabow übergab in der Harburger St. Barbara-Kirche den Vertretern der Kirchenvorstände aus allen 18 Kirchengemeinden des Dekanates Lutherbibeln in der revidierten Fassung. Die Landeskirche hat sie ihren Gemeinden auf Beschluss der Landessynode gestiftet, um der neuen Lutherbibel auch als Altarbibel eine möglichst gute Verbreitung zu sichern.

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In seiner Predigt erinnerte Grabow daran, dass die Luther-Bibel im „Bürokratendeutsch“ abgefasst sei, weil Luther sich an der deutschen Sprachweise der sächsischen Fürstenkanzlei orientierte. Luther habe damals, nach dem Wormser Reichstag 1521, das Neue Testament in nur elf Wochen ganz ins Deutsche übersetzt, damit es jeder lesen konnte – eine schier unglaubliche Leistung. Deswegen sei diese Bibel auch in ihrer Bedeutung für die deutsche Sprache ein großer kultureller Umbruch gewesen. Nicht ohne Grund hätten Luther und sein Kollege Philipp Melanchthon dazu eine große Bildungsreform eingeleitet. Fürsten und Städte kamen weithin ihrer Aufforderung nach, durch Förderung von Schulen die Kenntnis der Bibel zu verbreiten und damit überall der Schulbildung für möglichst viele Menschen den Weg zu ebnen. In der Synode im Harburger Gemeindehaus standen indes die Berichte zur Lage im Dekanat im Vordergrund. Dekan Johannes Heidecker nahm dabei die Flüchtlingsfrage besonders heraus, die Christen und Kirche besonders gefordert habe. Dies drückte sich auch aus im Lob für die Kirchengemeinde Rain, die in ihrem Gemeindehaus mit dem Café Regenbogen für Flüchtlinge und Asylbewerber eine vorbildliche Arbeit geleistet habe. Dekan Heidecker bedauerte die derzeitige „rigide Abschiebepraxis“ für afghanische Flüchtlinge, auch weil sie seiner Ansicht nach schon gut integrierte und leistungsbereite Menschen treffe.

Ein weiterer Schwerpunkt war das bevorstehende Treffen mit einer Partnergruppe aus Papua-Neuguinea, die im Mai und Juni das Dekanat besuchen wird. Die Gruppe wird auch Nürnberg sehen und auch am Kirchentag in Berlin und Wittenberg teilnehmen.

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In der gemeinsamen Verwaltungsstelle der drei Riesdekanate in Nördlingen wird mit Hochdruck an der Umsetzung der neuen Haushalts- und Buchführung gearbeitet, bald auch in einem Verwaltungsverbund mit mittelfränkischen Dekanaten. Beim Diakonischen Werk Donau-Ries steht 2017 die administrative Zusammenführung der vier Sozialstationen in einer gemeinnützigen Gesellschaft bevor.

Im Dekanat selbst, so Heidecker, seien derzeit alle Personalstellen besetzt.

Er hob die Fortschritte bei der Pfarr- und Gemeindehaussanierung in Mönchsdeggingen, die neuen Gemeindehauslösungen in Alerheim und Bühl hervor. In Heroldingen soll die Kirche einen neuen Anstrich erhalten, Oppertshofen plant eine Reise nach Taizé und in Harburg steht eine grundlegende Orgelsanierung an. Die landessynodale Christa Müller berichtete aus der Arbeit der Landessynode mit einem Schwerpunkt auf den Bemühungen um Profil und Konzentration in der kirchlichen Arbeit. Mit viel Anstrengung setze man Akzente für die Arbeit der Kirche im ländlichen Raum und deren besondere Bedingungen. In einer Ergänzung der Kirchenverfassung soll die Barmer Erklärung von 1934 als besonderes Bekenntniszeugnis aufgenommen werden. Außerdem berichtete sie über Neuerungen im Rahmen der Erwachsenenbildung. Einen Bericht über die Jugendarbeit erstattete Diakon Nusch, bevor Vizepräsident Hensold die Synode mit einem Gebet beschloss.

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