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Dorferneuerung

13.09.2019

Neue Straßen und ein öffentliches WC

So sehen in Gunzenheim viele Straßen aus: Der Asphalt löst sich auch in der Maximilian-Straßer-Straße nahe der Kirche (im Hintergrund) bereits auf. Nun soll die Fahrbahn in absehbarer Zeit erneuert werden. Aber es sind auch weitere Maßnahmen geplant.
Bild: Wolfgang Widemann

Die holprigen Fahrbahnen in Gunzenheim sollen bald der Vergangenheit angehören. Im Ort soll eine Millionensumme investiert werden

Wer durch den Kaisheimer Ortsteil Gunzenheim fährt, merkt schnell: Die Straßen dort sind holprig. Die Asphaltschicht löst sich an vielen Stellen bereits auf. Dieser Zustand soll sich in absehbarer Zeit ändern. Vier Straßen sollen neu ausgebaut werden. Teilweise kommt ein Gehweg hinzu. Außerdem soll der Bereich um die Kirche aufgewertet werden – unter anderem mit einer öffentlichen Toilette. Diese Maßnahmen will der Markt Kaisheim nach einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderats mithilfe des Förderprogramms Eler umsetzen. Gleiches gilt für die Erneuerung des Regenwasserkanals, der sich in einem desolaten Zustand befindet. Um dies alles zu verwirklichen, sind Millioneninvestitionen nötig.

Ingenieur Friedrich Eckmeier stellte die Maßnahmen vor, die mit Bürgern in Gunzenheim erarbeitet worden seien. Ziel sei, eine „bedarfsgerechte und langfristige Lösung“ zu finden. Man konzentriere sich auf vier Straßen: die Mündlinger Straße, die Maximilian-Straßer-Straße, einen Teil der Südstraße und den Schulweg. Eckmeier merkte dazu an: „Alle Straßen, die wir sanieren, haben es auch nötig.“ Vergleichbar schlechte Fahrbahnen werde man in der Gemeinde Kaisheim nicht finden.

Weil in Gunzenheim im Bereich der genannten Straßen wenig Platz vorhanden ist, bleibt es zu einem erheblichen Teil bei einer Fahrbahn. Nur entlang der Maximilian-Straßer-Straße wird von der Kreuzung mit der Südstraße abwärts auf der Seite der Kirche ein Gehweg angelegt. Gemeinderat Josef Knoblich befürchtete im Bereich der Kurve an dem Gotteshaus ein gewisses Gefahrenpotenzial für Fußgänger. Eckmeier aber beruhigte: Dort werde der Randstein zur Fahrbahn hin höher. Neben der Brücke über den Esbach soll für Passanten ein eigener Steg gebaut werden. Die große Asphaltfläche im Umfeld soll im Zuge der Bauarbeiten verringert werden. Drei altersschwache Bäume an der Maximilian-Straßer-Straße werden den Plänen zufolge durch neue ersetzt und fünf weitere neu gepflanzt.

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Am Dorfplatz unterhalb der Kirche werden die beiden Treppenanlagen zu einer zusammengefasst. Auf der Grünfläche soll eine Blumenwiese angelegt werden samt Insektenhotel. Auf die Natursteinmauer zur Straße kommen Sitzgelegenheiten. An dem Platz soll zudem eine Ladestation für Elektroräder installiert werden.

Gegenüber der Kirche wird das Buswartehäuschen versetzt. Der neue Standort soll sich am Grundstück der Villa Barbara befinden. Auch das öffentliche WC soll in diesen Bereich kommen. Die Anlage dient dem Vernehmen nach vor allem den verhältnismäßig zahlreichen Besuchern der einstigen Wallfahrtskirche, aber auch den Teilnehmern von Feiern auf dem Dorfplatz.

Der Ingenieur betonte, dass das Konzept mehr als nur den reinen Ausbau der Straßen beinhalten müsse. Nur so könne man in das Eler-Programm aufgenommen werden. Die Gesamtkosten bezifferte Eckmeier auf knapp zwei Millionen Euro.

Aus dem Eler-Programm seien etwa 840000 Euro zu erwarten. Hinzu erhofft sich die Kommune eine Ausgleichszahlung vom Freistaat Bayern für die weggefallenen Straßenausbaubeiträge. Die mögliche Summe steht noch nicht fest.

Sollte die Aufnahme ins Eler-Programm nicht klappen, gäbe es für Gunzenheim einen Plan B, so Eckmeier. Dann würde man ein sogenanntes vereinfachtes Dorferneuerungsverfahren anstreben, um an entsprechende Zuschüsse zu gelangen.

Angesichts der Maßnahmen im Ort müsse man sich aber auch mit den Versorgungsleitungen im Untergrund beschäftigen, erklärte Bürgermeister Martin Scharr. Friedrich Eckmeier berichtete von Untersuchungen des Kanalsystems im Bereich der vier Straßen in Gunzenheim. Ergebnis: Der Mischwasserkanal sei weitgehend in einem guten Zustand und müsse nur punktuell saniert werden.

Anders sehe es jedoch beim Regenwasserkanal aus: „Der ist völlig kaputt.“ An manchen Stellen liege er nur 70 Zentimeter tief in der Erde. „Es wäre total fahrlässig, da eine Straße drauf zu bauen“, machte der Fachmann deutlich. Die Erneuerung des Kanals auf einer Länge von 1,1 Kilometern veranschlagte er auf etwa eine Million Euro. Die Höhe der Förderung müsse erst noch berechnet werden, dürfte sich aber zwischen 60 und 75 Prozent bewegen.

Die Gemeinderäte sahen die Notwendigkeit, auch die Kanalbaumaßnahmen durchzuführen, und beschlossen einstimmig, eine Ausschreibung vorzubereiten. Falls es genügend Hausbesitzer wollen, sollen in den vier Straßen auch die Stromleitungen und -anschlüsse in den Boden verlegt werden.

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