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Umwelt

01.04.2019

Nicht anfassen!

Jäger appellieren an Spaziergänger und Naturfreunde zudem, auf den Wegen zu bleiben

Während der Brut- und Setzzeit verwandeln sich Wiese, Feld und Wald in eine große Kinderstube – übrigens auch in der unmittelbaren Nähe unserer Städte und Dörfer im Landkreis Donau-Ries. Um dem Tier- und Artenschutz zu genügen, empfehlen die beiden Jägervorstände Albert Reiner und Robert Oberfrank vom Jagdverband Donauwörth deshalb allen Naturfreunden, im Frühjahr auf den Wegen zu bleiben. Vorsitzender Oberfrank erläutert: „Damit stören Sie die Wildtiere am wenigsten. Denn es ist erkennbar, dass Menschen und auch Hunde, die auf den Wegen bleiben, von Wildtieren nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.“

Sehr früh im Jahr bringen die Wildschweine ihren Nachwuchs, die Frischlinge, zur Welt. Da heißt es, vorsichtig sein. Falls die Wildschweinmutter, die Bache, Gefahr wittert, verteidig sie ihren Nachwuchs vehement. Das Kinderzimmer, den sogenannten Wurfkessel, richte die Bache gerne im dichten Brombeergebüsch, im Jungaufwuchs von Buchen und Kiefern oder im Schilf ein. Besonders gefährdet sind den Jägern zufolge Hunde, wenn sie dem Nachwuchs zu nahe kommen. Sie können schwer verletzt oder sogar getötet werden.

Frischlinge, Junghasen, Rehkitze und Entenküken seien gut getarnt und nahezu unsichtbar. Bei Gefahr verweilen sie nahezu reglos im Gras oder drücken sich in die Feldmulde. Die Muttertiere lassen den Nachwuchs auch viel allein, um Fressfeinde nicht auf die Jungen aufmerksam zu machen. Feldhasenmütter suchen ihre Jungen nur zweimal am Tag auf, um sie mit zwei kräftigen Portionen fettreicher Milch zu füttern. Einzelne Jungtiere auf der Wiese oder im Feld seien also in der Regel nicht verwaist, sondern werden zu ihrem Schutz allein gelassen.

„Für den Menschen heißt das: schnell weggehen und die kleinen Tiere bitte nicht anfassen. Haben die Jungtiere den Geruch des Menschen erst angenommen, werden sie oft von den Muttertieren verstoßen und verhungern.“ Im Zweifelsfall sollten Naturliebhaber den ortsansässigen Jäger informieren. Der kann den Zustand des Tieres einschätzen und gegebenenfalls handeln.

Hunde an die Leine nehmen

Vielerorts gilt zum Schutz der Jungtiere Leinenpflicht für Hunde. Die Gemeinde oder das Ordnungsamt informieren über die geltenden Vorschriften. Grundsätzlich müssen die Vierbeiner im Einflussbereich des Halters bleiben und auf Ruf oder Pfiff sofort gehorchen. Falls dies nicht der Fall ist, muss er an der Leine geführt werden. „Immer wieder gibt es unschöne Zwischenfälle mit wildernden Hunden, denen wir Jäger oder die Polizei nachgehen müssen“ weiß Albert Reiner. (dz)

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