Umwelt

17.12.2014

Nitrat im Grundwasser

In einigen Bereichen der Region ist die oberste Grundwasserschicht belastet. Dies belastet aber nicht das Trinkwasser. Dieses wird besonders geschützt und aus anderen Schichten gewonnen.
Bild: Wolfgang Widemann

Experten halten Maßnahmen für nötig. Trinkwasser „völlig in Ordnung“.

Donauwörth Ein Teil des Grundwassers im Donau-Ries-Kreis ist mit Nitrat belastet. Das hat eine sogenannte Risikoanalyse des bayerischen Umweltministeriums ergeben. Würde an der Situation nichts verändert, könne man mittelfristig die EG-Wasserrahmenrichtlinie nicht einhalten. Darauf weist die Landtagsabgeordnete Christine Kamm hin.

Ziel der EG-Richtlinie ist es, die Gewässer zu wahren und zu erhalten. Sie schreibt Kamm zufolge vor, dass die Grundwasservorkommen sich zumindest mengenmäßig und chemisch in einem „guten“ Zustand befinden. Dies sei in Schwaben nicht überall der Fall.

Dies bestätigen Vertreter des Wasserwirtschaftsamts (WWA) Donauwörth. Dessen Leiter Ralph Neumeier sagt: „Das ist schon ein Fingerzeig, dass wir auf diesen Schatz im Boden aufpassen und tätig werden müssen.“ Würden keine Maßnahmen getroffen, werde sich der Zustand des Grundwassers wohl verschlechtern: „Die Prognosen sind relativ eindeutig.“

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Mögliche Konsequenzen wären, den Pflanzenschutzmittel-Eintrag aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Man könnte bedarfsgerechter düngen und den Zwischenfruchtanbau verstärken. Dies würde Nitrat in den Pflanzen halten.

Neumeier und WWA-Fachbereichsleiter Bernd Horst betonen, dass im Zuge der Analyse überwiegend das oberste „Grundwasser-Stockwerk“ im Untergrund überwacht werde. Dabei handle es sich nicht um den Bereich, aus dem das Trinkwasser gewonnen werde. Dieses sei durch Schutzgebiete und regelmäßige Untersuchungen besonders geschützt. „Das Trinkwasser ist bei uns völlig in Ordnung“, betont Horst. „Solange in den Schutzgebieten die Auflagen beachtet werden, sehe ich da keine akute Gefahr“, pflichtet Neumeier bei.

Jedoch mahnt Horst, man müsse darauf achten, das Grundwasser insgesamt flächendeckend zu schützen, „damit wir nicht irgendwann Probleme bekommen“. Hohe Nitratwerte in der obersten Grundwasserschicht sind nach Auskunft der WWA-Experten im Donau-Ries-Kreis beispielsweise östlich des Lechs festzustellen. Gleiches gelte für den landwirtschaftlich intensiv genutzten Rieskrater. Das Problem sei aber auch dort nicht flächendeckend. Von den sechs Messstellen im Ries sei bei drei der Schwellenwert überschritten.

Nicht durch Nitrat gefährdet seien die Bereiche zwischen Donauwörth und Harburg und westlich des Lechs. Auch in der Monheimer Alb seien die Nitratwerte unkritisch. Dafür fielen dort und im Raum Bissingen die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln (zum Beispiel Atrazin) auf.

Wie die Wasserqualität verbessert werden könnte, wird auf politischer Ebene erörtert. Heiß diskutiert wird bereits über eine neue Düngeverordnung. Christine Kamm fordert, hier müsse sofort reagiert werden. Die Düngemittel müssten gezielt reduziert werden.

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