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Kultur

04.06.2019

Nordschwäbisches Literaturfestival steigt im März

Das Projekt der Schwabenakademie Irsee und der Landkreise Donau-Ries und Dillingen ist weiter in Planung. Inzwischen konnten wohl zwei kritische Punkte ausgeräumt werden. Sechs Kommunen sind mittlerweile dabei

Die Planer und Macher des Nordschwäbischen Literaturfestivals sind einen Schritt weiter in Richtung Realisierung gegangen. Seit dem jüngsten Treffen von Organisatoren und Mitveranstaltern ist das Projekt wohl in trockenen Tüchern. War die Auftaktveranstaltung im März noch ein wenig holprig gewesen, so haben inzwischen, wie es heißt, die Schwabenakademie Irsee als Hauptorganisator und die örtlichen Mitstreiter – allen voran die Landräte aus den Kreisen Donau-Ries und Dillingen – Überzeugungsarbeit geleistet.

Immerhin sind jetzt nach Auskunft von Landrat Stefan Rößle und Regionalmanager Klemens Heininger sechs Kommunen mit im Boot sowie die Landkreise selbst auch. „Das Festival wird es im März 2020 geben“, freut sich Landrat Rößle schon jetzt.

Abseits großer Metropolen soll sich dieses Literaturfestival abspielen, soll den Reiz des ländlichen Raums mit all seinen besonderen Flecken und Qualitäten ins Bewusstsein rücken. Namhafte Literaten, schreibende Schauspieler, Sachbuchautoren, Kabarettisten und andere mehr sollen an außergewöhnlichen Orten in der Region gastieren und dort an Abenden voller Erlebnischarakter ihre Themen präsentieren. Das Festival soll zwei bis zweieinhalb Wochen dauern und zehn bis 15 Veranstaltungen im Hauptprogramm umfassen. Es soll sich abheben von herkömmlichen Einzelveranstaltungen. Ein Gedanke ist auch, die jeweiligen Gastländer der Buchmessen mit einzubeziehen und nach Nordschwaben zu bringen, was es bisher deutschlandweit nicht gibt. Alles in allem soll das Festival durch seine besondere Atmosphäre auch jene Besucher anlocken, die üblicherweise nicht zum klassischen Publikum literarischer Angebote zählen.

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So weit, so gut. Aber für die örtlichen Mitveranstalter – etwa Volkshochschulen, etablierte Kleinkunstbühnen, Kulturvereine und viele andere mehr – hatten sich bei der Besprechung im März zwei Punkte als zweifelhaft herausgestellt: Zum einen soll sich jeder Mitveranstalter – neben seinem Wissen, seinen Örtlichkeiten, seinem guten Ruf und seiner Vernetzung – auch finanziell mit einbringen. Bis zu 1000 Euro soll er im Ernstfall selbst tragen. Zum anderen war das Konzept anfangs so ausgelegt, dass örtliche Literaturschaffende gar nicht zum Zug hätten kommen sollen. Es wäre ausschließlich um prominente Künstler von außen gegangen.

In beiden Punkten gibt Landrat Rößle, ein leidenschaftlicher Befürworter des Nordschwäbischen Literaturfestivals, nun „Entwarnung“. So dürfen sich Amateurschriftsteller aus der Region freuen: Für sie wird es eine Regelung geben, „denn wir möchten sie gerne mitnehmen“. Wie genau das Format dafür aussehen wird, wird sich noch finden. „Wir sind da noch relativ offen“, formuliert es Klemens Heininger, „und wollen das auch mit den Autoren gemeinsam besprechen. Aber wir wünschen uns ja auch, dass es ein regionales Festival wird.“

Was die Finanzierung betrifft, sind Rößle und Heininger ebenfalls zuversichtlich. Das Festival wird aus verschiedenen Fördertöpfen mit bezahlt. Sie räumen ein, „dass 1000 Euro für einen kleinen Verein viel Geld ist“, sehen das Risiko aber als gering an, dass die Mitveranstalter tatsächlich eine solche Summe berappen müssen. Mit Unterstützung von Sponsoren, Getränkeausschank und Verkauf von Speisen am Veranstaltungsabend sowie den Eintrittsgeldern sollten diese 1000 Euro gedeckt sein, meinen sie. Diese Erfahrungswerte hätten die Organisatoren im Allgäu gemacht, wo ein solches Festival seit 2018 als Erfolgsmodell gilt. Oft bliebe sogar am Ende noch ein Gewinn.

Wer sich noch aktiv am Nordschwäbischen Literaturfestival beteiligen möchte, kann mit Klemens Heininger (Mail: rm@lra-donau-ries.de) Kontakt aufnehmen.

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