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Pandemie

22.01.2021

Nur Impfstoff für den zweiten Piks

Heute wird im Landkreis eine weitere Lieferung des begehrten Corona-Impfstoffs erwartet. Allerdings gibt es weniger Dosen als erhofft. Das Serum wird größtenteils für die Zweitimpfung verwendet - auch im Impfzentrum Donauwörth.
Foto: Barbara Wild

Heute wird wieder Impfstoff in den Landkreis geliefert. Doch es ist weniger als gehofft. Termine werden abgesagt. Kompromiss mit den Hausärzten scheint gefunden

Wenn heute die nächste Lieferung an Impfstoff gegen das Coronavirus im Landkreis eintrifft, fällt die Zahl der Impfdosen deutlich kleiner aus als ursprünglich gedacht. Nach Auskunft des Landratsamtes werden damit größtenteils die Personen versorgt, die jetzt auf ihre zweite Dosis warten. Bereits geplante Termine in den Sozialstationen und in weiteren Seniorenheimen mussten wieder abgesagt werden.

Wie das Landratsamt auf Nachfrage dieser Zeitung mitteilt, sind bisher 1815 Personen im Landkreis geimpft worden. 665 Impfspritzen wurden über die mobilen Teams an die Seniorenheime im Landkreis vergeben. Da laut Landratsamt etwa 950 Personen im Landkreis in solchen Einrichtungen leben, sind mittlerweile über zwei Drittel versorgt. 625 Personen haben eine Impfung in einem der beiden Impfzentren in Nördlingen und Donauwörth erhalten. Für die Mitarbeiter in den Krankenhäusern des gKU wurden laut Landratsamt 525 Impfdosen abgegeben. Auch diese werden ihre zweite Impfung dieser Tage verabreicht bekommen.

Die Kritik, dass innerhalb des Krankenhausbetriebes auch Mitarbeiter geimpft wurden, die nicht an vorderster Front stehen, steht nach wie vor im Raum. „Wir sind zwar auch der Meinung, dass eine Klinik einen hochsensiblen Bereich darstellt und hier viele Personengruppen bei der Impfung priorisiert werden müssen, die ein erhöhtes Gefährdungspotenzial haben. Aber das sind eben nicht alle Klinikmitarbeiter“, schreiben der Donauwörther Hausarzt Dr. Thomas Hofer und sein Kollege Dr. Mathias Döbler in einem offenen Brief, der mittlerweile über den Sprecher der Hausärzte, Dr. Michael Mertin, die gesamte Ärzteschaft im Landkreis erreicht hat. Die Mediziner regen an, dass die Vorgehensweise des Vorstandsvorsitzenden Jürgen Busse rechtlich geprüft werden müsse.

Unterdessen scheint sich aber nun tatsächlich eine Lösung gefunden zu haben, wie auch die Hausärzte im Landkreis Donau-Ries relativ zügig für eine Impfung eingeplant werden können. Wie berichtet hatten die Mediziner angemahnt, dass sie bisher nicht einmal bei der Terminplanung berücksichtigt wurden. Wie Dr. Hofer schildert, halte er täglich eine Infektionssprechstunde ab, besuche während Bereitschaftsdiensten regelmäßig auch Corona-Patienten zu Hause. Und dann zieht er doch einen sehr bildhaften Vergleich. „Im Flugzeug heißt es beim Druckabfall auch: erst selbst die Maske aufsetzen, dann anderen helfen. Sonst ist am Ende keiner mehr da, der helfen kann.“

Wie Landrat Stefan Rößle vorgeschlagen hatte, werden die Hausärzte nun kurzfristig eine Möglichkeit zum Impfen erhalten, wenn Dosen übrig bleiben. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Bürger nicht wie ausgemacht zum Impftermin erscheinen, erkranken oder eine Zweitdosis nicht brauchen, weil sich die erste Impfdosis mit einer Corona-Infektion überschnitten hat. Das ist beispielsweise bei einigen Bewohnern im Seniorenheim der Fall. Zudem zeichnet sich ab, dass eine Lösung für die Impftermine gefunden ist.

Dr. Hofer ist zuversichtlich. Nicht nur wegen des jetzt gefundenen Kompromisses. Sondern auch, weil sich die Corona-Lage langsam entspanne. „Seit einigen Tagen sei seine Infektionssprechstunde nahezu leer. Das gibt ihm Hoffnung.

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