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Oberbürgermeisterwahl: Eiskalte Dusche für die CSU

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Kommentar Von Barbara Wild
25.03.2019

Armin Neudert überrascht seine Partei mit der Ankündigung, bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als Oberbürgermeister in Donauwörth zu kandidieren.

18 Jahren im Donauwörther Rathaus macht Armin Neudert Schluss. Er tritt nicht mehr an. Am Montagvormittag dürfte sich die Nachricht wie ein Lauffeuer durch Donauwörth und schließlich in den ganzen Landkreis verbreitet haben. Es war ein Paukenschlag und wohl nur Vertraute des Oberbürgermeisters und absolute Insider haben diese Entscheidung geahnt.

Für diesen Schritt gebührt Neudert hoher Respekt. Es ist – gerade in der Politik – nicht jedem vergönnt, den richtigen Moment für den Ausstieg zu finden und auch ehrlich in sich hinein zu hören, ob man der Verantwortung und der Komplexität des Amtes noch gewachsen ist. Es erfordert Mut ,dazu zu stehen und die persönliche Entscheidung auch nach außen zu vertreten. Neudert folgt damit prominenten Amtskollegen wie Kurt Gribl (Augsburg) und Ulrich Maly (Nürnberg).

Doch mit seiner wohl auch innerhalb der Partei vorab nicht kommunizierten Entscheidung hat Neudert seiner CSU eine eiskalte Dusche verpasst. Nach 18 Jahren ist es ehrenwert, den Generationenwechsel zu ermöglichen. Eleganter wäre der Ausstieg geglückt, hätte die CSU bereits den Kandidaten für „nach Neudert“ präsentieren könnten. Jetzt wird sich die öffentliche Diskussion in erster Linie um die Frage drehen, wer für die CSU ins Rennen um das Rathaus geht.

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Wer auch immer sich traut – es wird eine Herausforderung. Zum einen wünschen sich viele Donauwörther eine frische, schwungvolle und tatkräftige Führung im Rathaus. Die Zeit für einen Wechsel ist gekommen. Zugleich aber haben sich die Freien Wähler mit Michael Bosse schon lange in Position gebracht und profitieren vom zeitlichen Vorsprung. Während Bosse bereits das Wahlprogramm verteilt, sucht die CSU jetzt erst nach einem Oberbürgermeister-Kandidat oder einer Kandidatin.

Bewerber weiterer Parteien sind bisher nicht zu sehen – aber auch das könnte sich nach dem Rückzug von OB Neudert jetzt ändern. Die Karten könnten ganz neu gemischt werden. Doch sind wir mal ehrlich – bisher hat sich niemand aus der jungen Riege der CSU Donauwörth hervorgetan oder besonders ambitioniert gezeigt – zumindest öffentlich. Wer auch immer antritt, darf nicht mehr zu lange zögern.

Eines ist gewiss: Der Wahlkampf in Donauwörth wird richtig spannend.

Lesen Sie hierzu auch Wahl: Oberbürgermeister Neudert tritt nicht mehr an Nach Neudert-Verzicht: CSU sucht einen OB-Kandidaten

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