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Oberndorf

14.09.2020

Oberndorf: Mammutaufgabe für den neuen Pfarrer

Von außen schön wie eh und je – doch an dem Bau muss einiges gemacht werden. Die Kosten für größere Sanierungen sind jedoch gestiegen, was auch die Pfarreien bisweilen unter Druck setzt.
Bild: Keller

Plus Die statische Sanierung der Oberndorfer Pfarrkirche St. Nikolaus ist dringend notwendig. Pfarrer Markus Lidel ist mit einer finanziellen Herausforderung konfrontiert. Um was es geht.

Seit Langem schon steht fest, dass die schmucke Pfarrkirche, statisch aufwendig saniert werden muss. Ursprünglich beabsichtigte die damalige Kirchenverwaltung im Jahr 2013, nur die in die Jahre gekommene Heizung zu ersetzen. Aufgrund der Eingabe der Pläne für diese Maßnahme bei der Diözese Augsburg, wurde eine Überprüfung der Standsicherheit der St. Nikolauskirche durchgeführt.

Erhebliche Mängel an der Kirche in Oberndorf durch Feuchtigkeit

Das Ergebnis war, dass erhebliche Mängel zum Teil aufgrund von Feuchtigkeitseintritten im Bereich des Dachstuhls und Lockerungen des Mauerwerks in verschiedenen Bereichen der Mauerkronen und des Gesimses mit unterschiedlichen Dringlichkeitsstufen zu beseitigen sind. Im Jahr 2016 wurden verschiedene Gutachten im Vorfeld zur Kostenermittlung in Auftrag gegeben. Diese umfassten etwa die Untersuchung der gesamten Stuckdecke, die Befundung der Raumschale, Gutachten Artenschutz (Fledermäuse/Vögel), eine Schadstoffuntersuchung im Dachstuhl sowie eine Ermittlung auf Holzwurmbefall im Dachstuhl und im Inneren der Kirche.

Diözese Augsburg fördert die Maßnahmen in Oberndorf

Allerdings ließ der Zustand der Heizung eine Verschiebung der Erneuerung der Heizung nicht mehr zu und so plädierte die Kirchenverwaltung dafür, diese Maßnahme vorzuziehen. Die aufwendige Heizungserneuerung mit integrierter Feuchtigkeitsregulierung mit außen liegendem Lüftungskanal entlang der Kirche konnte nun im Juni diesen Jahres abgeschlossen werden.

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Die genehmigten Gesamtkosten in Höhe von 120000 Euro werden nicht überschritten, diese werden mit 60 Prozent von der Diözese bezuschusst. Diese Maßnahme war ursprünglich mit 70000 Euro veranschlagt, doch auch hier gab es einige unvorhergesehene Arbeiten, die zu einer erheblichen Verteuerung führten.

Die Gerüstarbeiten in Oberndorf beginnen am heutigen Montag

Die Kirche indes ist ein wertvolles Bauwerk. Im Kirchenführer ist zu lesen: „Gott lobt in Stein, Stuck und Malerei.“ Sie wurde nach den Plänen des Baumeisters Joseph Dossenberger dem Jüngeren (1721-1785) aus Wettenhausen von 1773 bis etwa 1775 errichtet.

Den Hauptanteil der nun anstehenden statischen Sanierung nehmen spezielle Zimmerer,-Dachdecker,- und Baumeisterarbeiten in Anspruch und deshalb muss hierzu der Traufbereich geöffnet werden.

Es werden das Langschiff, der Chor, die Sakristei komplett und der Turm teilweise eingerüstet. Ein Innenschutzgerüst während der Arbeiten ist in der Kirche ebenfalls vorgesehen.

Die Gerüstarbeiten sollen bereits am heutigen 14. September beginnen. Die Isolierung aus Mineralwolle im Langhaus und im Chor wird entfernt und durch eine Holzfaserdämmung ausgetauscht.

Die Arbeiten des Stukkateurs umfassen hauptsächlich die Instandsetzung der Bockshaut (dies ist ein mit Stroh armierter Mörtel, der als eine Art Unterputz die Stuckdecke an den Holzlatten der Kirchendecke hält) und die Rissesanierung in der Stuckdecke.

Die Kosten haben sich erhöht

Ebenso wird die Kirchenorgel in dieser Zeit nicht für den Gottesdienst benutzt werden können, hierfür wird eine Ersatzorgel eingesetzt. Leider sind ursprünglich geplante Maßnahmen, wie die Reinigung der Raumschale sowie Kirchenmalerarbeiten und einiges andere aus Gründen der Kostensteigerung seit den ersten Kostenschätzungen im Jahr 2017 bis dato nicht mehr vorgesehen.

Allein die nötigen Gerüstkosten haben sich wegen neuer Aufbaurichtlinien um 20 Prozent erhöht. Verschönerungsmaßnahmen werden indes von der Diözese nicht bezuschusst. Vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurde derweil auch vorgeschlagen, die Kirchenfenster restaurieren zu lassen, doch diese Kosten sind nicht zuschussfähig und belaufen sich derzeit auf gut 180000 Euro zusätzlich, welche den Kostenrahmen völlig sprengen würden.

Die derzeit ermittelten Kosten für die anstehende statische Sanierung liegen bei 615000 Euro. Hierzu wurden bereits Zuschüsse der Diözese (330000 Euro), der Gemeinde (135000 Euro), vom Landkreis und Bezirk Schwaben (jeweils 5400 Euro), vom Landesamt für Denkmalpflege (5000 Euro) sowie von der Bayerischen Landesstiftung in Höhe von 15000 Euro zugesagt.

Gemäß dem außerordentlichen Haushaltsplan bleibt für die Kirchenstiftung beziehungsweise Pfarrgemeinde noch ein Betrag von 119200 Euro, der aus Eigenmitteln aufzubringen ist. Gott sei Dank sind bereits zusätzlich Spenden eingegangen. Es wurde auch schon für die Heizung und Kirchenrenovierung von den Gläubigen fleißig gespendet (4950 Euro), jedoch haben die anfallenden Mehrkosten einiges wieder geschluckt. Die Kirchenstiftung würde es natürlich sehr begrüßen, wenn sich doch noch einige Spender für die statische Sanierung finden würden, zumal bedingt durch Corona der Klingelbeutel zur Zeit ohnehin nicht sonderlich „klingelt.“

Pfarrer Markus Lidel und seine Kirchenverwaltung hoffen unterdessen, dass keine zusätzlichen Schäden während der Sanierung auftauchen. Wenn alles gut läuft, soll die Maßnahme im Mai 2021 abgeschlossen sein. (dz)

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