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Oberndorf

21.12.2020

Oberndorf investiert kräftig in die Infrastruktur

Oberndorfs Bürgermeister Franz Moll zieht vor laufender Kamera seine Jahresbilanz. Das Video läuft ab Mittwoch im Internet auf der Homepage der Gemeinde.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Der Oberndorfer Bürgermeister teilt in einer Videobotschaft mit, dass die großen Vorhaben fast fertig oder weit fortgeschritten sind. Doch die Verschuldung steigt.

Das ablaufende Jahr wird in Oberndorf auch ungeachtet der Corona-Pandemie in die Ortsgeschichte eingehen. Man muss kein Prophet sein, um dies jetzt schon zu behaupten, hat man in der Lechgemeinde so viel investiert wie nie zuvor. Da wundert es nicht, wenn Bürgermeister Franz Moll in der Bürgerversammlung ankündigt, im kommenden Jahr die Finanzen konsolidieren zu wollen, die Zeit aber auch zu nutzen, „um zu erforschen, wohin wir wollen“.

Bürgermeister in Oberndorf zieht Bilanz in einer Videobotschaft

Für einige Stunden verwandelte sich das Amtszimmer des Bürgermeisters im Rathaus in eine Art Fernsehstudio. Moll ließ eine Videobotschaft aufzeichnen. Darin erläutert er, was war und was kommen soll. Die Bilanz zeigte, dass Moll in den ersten Monaten als Bürgermeister alles andere als unterbeschäftigt war. Er hatte mit seinen Mitarbeitern den bisher größten Haushalt in der Historie Oberndorfs zu managen: 15,2 Millionen bewegte die Kommune nach den neuesten Zahlen.

Mit den Ausgleichszahlungen des Bundes stiegen die Gewerbesteuereinnahmen auf knapp eine Million Euro. Geld, das die Gemeinde dringend benötigt. Aber Moll gab sich zuversichtlich, habe seine Kämmerin doch Gewerbesteuer-Nachzahlungen aus dem Vorjahr sowie Schlüsselzuweisungen zu verbuchen gehabt.

Oberndorf: Die Verschuldung steigt auf mehr als sechs Millionen Euro

Die Verschuldung ist dennoch stark gestiegen: Oberndorf steht mit 6,58 Millionen in der Kreide. Bei 2605 Einwohnern bedeutet dies eine Pro-Kopf-Verschuldung von etwas mehr als 2500 Euro. Es sei andererseits viel geschehen, verdeutlichte der Bürgermeister vor laufender Kamera. Nicht nur mit dem Ausbau der Dorfstraße/Eggelstetter Straße sowie „Am Anger“ sei die Infrastruktur verbessert worden.

Leuchtprojekt allerdings war die Kläranlage, deren Neubau abgeschlossen ist, die auf vollen Touren läuft, aber noch nicht endgültig abgerechnet ist. „Aber die kalkulierten Kosten in Höhe von 4,25 Millionen Euro werden voraussichtlich nicht überschritten“, sagte Moll.

Oberndorf: Kosten für Kläranlage werden auf Grundstückseigentümer umgelegt

Wie sehr diese Maßnahme allerdings für Diskussionsstoff sorgt, zeigte sich im Fragenblock: Die Kosten für die Kläranlage müssen auf die angeschlossenen Eigentümer von Grundstücken umgelegt werden. Weil aber durch den Gemeinderat noch kein Umlegungsmodus festgelegt ist, gibt es Unruhe in der Bevölkerung. Das wisse er, sagt Moll, aber die Verwaltung erarbeite derzeit die exakten Kosten. Außerdem stehe die Geschossflächen-Berechnung (von einem Fachbüro durchgeführt) vor dem Abschluss.

Das Expertenteam werde zu Beginn 2021 dem Gemeinderat eine Empfehlung geben. Danach werde das Gremium entscheiden, in welcher Form die Kosten umgelegt werden. Es sei ihm und den Mitgliedern des Gemeinderats bewusst, dass die anstehenden Zahlungen „die wenigsten von uns aus der Portokasse begleichen können“. Eine größtmögliche Zahlungsflexibilität sei deshalb das Ziel.

Anbau am Vereinsheim in Eggelstetten: bereist 12000 Helferstunden

Ein „Dauerbrenner“ ist der Anbau am Vereinsheim in Eggelstetten. 1200 Helferstunden stünden bei den Hubertus-Schützen bereits zu Buche. Ein konkreter Umzugstermin könne angesichts der Pandemie noch nicht genannt werden. Parallel dazu werde das Vereinsheim (mit einem Durchgang zum neuen Schützenheim) saniert. Eine weitere Maßnahme sei abgeschlossen, freute sich der Bürgermeister: die Mittagsbetreuung in der Kapellstraße im ehemaligen Kindergarten. Die noch restlichen Arbeiten sollen im ersten Halbjahr des neuen Jahres ausgeführt werden.

Mit „voller Kraft“ erfolgen nach Angaben Molls die Arbeiten im Innenbereich für den neuen Kindergarten an der Pfarrer-Waldmann-Straße. Im September 2021 soll der Neubau für vier Kindergartengruppen zu je 25 Kindern bezogen werden können. Im Gebäude sollen auch bis zu zwei Krippengruppen (bis zu je 15 Kindern) Platz finden. Zum 31. August 2021 soll der Hit’s-Kids-Klub geschlossen werden. 3,8 Millionen Euro werden für dieses Projekt ausgegeben.

Das Gasthaus Zur Krone in der Ortsmitte hat derzeit keinen Pächter. Es sei schwer, einen Interessenten zu finden. Architekten und Fachplaner seien überzeugt, dass zunächst Sanierungen durchgeführt werden müssen. Moll kündigte eine Beratung über die künftige Konzeption im Gemeinderat an, „dann könnte im Frühjahr 2022 mit den Bauarbeiten begonnen werden.“

2021 werden keine Großbaustellen in Oberndorf begonnen

„2021 werden wir keine Großbaustellen angreifen“, sagte Moll. Der Haushalt werde mit Bedacht und unter vorsichtiger Planung aufgestellt werden. Nichtsdestotrotz wolle er die Zeit mit dem Gemeinderat nutzen, „um uns grundsätzlich Gedanken zu machen, wie sich die Gemeinde auf lange Sicht entwickeln soll.“ Es gelte, den Bedarf an Bau- und Gewerbegebieten, an altersgerechten und barrierefreien Wohnungen sowie infrastrukturellen Maßnahmen zu klären.

Die Videobotschaft ist ab Mittwoch, 23. Dezember, auf der Website der Gemeinde Oberndorf abrufbar.

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