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Monheim-Weilheim

11.05.2019

Ortsdurchfahrt: Es kommt auch auf die Anlieger an

Die marode Ortsdurchfahrt in Weilheim soll im Jahr 2020 saniert werden. Die Maßnahme, deren Vorplanung nun im Monheimer Stadtrat vorgestellt wurde, dürfte rund 1,4 Millionen Euro kosten.
Bild: Hilgendorf

Im nächsten Jahr soll die marode Kreisstraße durch Weilheim saniert werden. Die erste Vorplanung erntet im Stadtrat aber nicht nur positive Reaktionen.  

Seit Jahren überfällig ist die Sanierung der engen, verwinkelten und abschüssigen Ortsdurchfahrt im Monheimer Stadtteil Weilheim. 2020 soll das Projekt als gemeinschaftliche Maßnahme von Landkreis und Kommune umgesetzt werden. Die erste Vorabplanung wurde nun im Stadtrat vorgestellt. Danach war klar: Es gibt noch einiges zu besprechen.

Zweite Bürgermeisterin Anita Ferber, die stellvertretend für Rathauschef Günther Pfefferer (Urlaub) die Sitzung leitete, machte gleich zu Beginn klar, dass es sich bei der Präsentation nur um eine Vorplanung handelte. Es seien in der Folge noch einige Gespräche nötig. Gerhard Schappin, Leiter des Tiefbauamts am Landratsamt, stellte das Projekt vor.

1300 Fahrzeuge am Tag

Rund 1300 Fahrzeuge würden derzeit täglich die Ortsdurchfahrt, eine Kreisstraße, benutzen. Die Sanierung solle auf einer Länge von knapp 700 Metern erfolgen und nach aktuellen Berechnungen etwa 1,4 Millionen Euro kosten. Dabei könne man mit einem Zuschuss von 50 Prozent auf förderfähige Kosten rechnen. Start der Sanierung solle am Ortseingang bei der Bahnunterführung sein. Während der Kreis die Straße erneuere, sei die Stadt für die Gehwege zuständig.

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„Der Streckenbelag ist in einem schlechten Zustand“, machte Schappin klar. Entlang der Straße befinden sich zudem mehrere Stützwände, die ebenfalls erneuert werden müssten. Ziel der Planer sei es, die Engstelle am Dorfplatz zu beseitigen und eine generelle Besserung zu schaffen. Die örtlichen Gegebenheiten bezeichnete der Tiefbauamtsleiter als „Herausforderung“.

„Einmalige Gelegenheit“

Schappin sprach von einer „einmaligen Gelegenheit“, die man nun habe, betonte aber auch: „Ohne Grunderwerb wird es nicht gehen.“ Somit müssten auch die Anwohner mit ins Boot geholt werden und Bereitschaft zum Verkauf von Teilen ihrer Anwesen zeigen. Die Maßnahme ist im Investitionsprogramm des Landkreises für nächstes Jahr vorgesehen, so Schappin. Die Planungen würden ohne ein externes Ingenieurbüro vom Tiefbauamt selbst erstellt. Um Fördergelder erhalten zu können, muss das Projekt mit fertigem Entwurf zum Stichtag 1. September eingereicht werden.

In den Stellungnahmen der Ratsmitglieder fanden sich trotz der prinzipiellen Zustimmung zur Sanierung so manch kritische Stimmen. Josef Steinhart (PWG) bemängelte die teilweise vorgesehene Fahrbahnbreite von bis zu 9,25 Metern. Zudem vermisste er am Ortseingang von Rehau her eine Maßnahme zur Verkehrsberuhigung.

Schappin entgegnete, als Planer hätte man immer wieder die Erfahrung gemacht, dass derartige Vorhaben nichts bringen. „Wer schnell fahren will, macht das trotzdem.“ Auf überörtlichen Straßen dürfte man zudem keine Hindernisse anbringen, die eventuell zu einer Gefahr werden.

Wolferstadt als Beispiel

Diese Aussage stimmte aber weder Steinhart noch Weilheims Ortssprecher Michael Schuster (MUM) zufrieden. Dieser forderte einen gemeinsamen Ortstermin und verwies auf das Beispiel in Wolferstadt, wo eine sinnvolle Verkehrsberuhigung angebracht sei. „Etwas in dieser Art ist auch unser Ziel.“

Norbert Meyer (SPD) erinnerte daran, dass „die Weilheimer bei den Umleitungen in den letzten Jahren einiges mitgemacht haben“ und nun etwas gegen die Raser aus Richtung Rehau getan werden müsse. Auch Peter Bullinger (CSU) forderte Verbesserungen in diesem Bereich. Für Alfons Meier (MUM) ist eine Veranstaltung für die Weilheimer Bürger nach Abschluss der Planungen unerlässlich, um frühzeitig über alle Arbeiten zu informieren.

„Sportlicher Zeitplan“

Immer wieder fiel von Ratsmitgliedern wie auch von Schappin selbst der Begriff „sportlich“, als es um den Zeitplan mit Einreichung der Pläne zum 1. September und Start im Frühjahr ging. „Ich bin aber zuversichtlich“, meinte der Tiefbauamtsleiter. Auch, wenn die Arbeiten erst nach Verabschiedung des Kreishaushaltes ausgeschrieben werden können, was wohl im März 2020 der Fall sein wird.

Zweite Bürgermeisterin Ferber dankte Schappin für die erste Vorstellung der Pläne. Als größtes Problem sah sie den Grunderwerb an: „Realistisch gesehen wird nicht alles umsetzbar sein.“ Sie hoffte aber darauf, dass zumindest einige Flächen erworben werden können. Gerade der Radweg von der Bahnlinie bis zum Dorfplatz sei sinnvoll.

Sie kündigte weitere Gespräche mit dem Tiefbauamt und den Weilheimer Bürgern an. Am Ende stimmten die Ratsmitglieder der grundsätzlichen Vereinbarung zum gemeinschaftlichen Projekt geschlossen zu.

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