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Donauwörth

02.05.2019

Parken: Neue Studie beleuchtet die Brennpunkte

Ein neuralgischer Punkt in Sachen Parken ist der Bereich rund um den Donauwörther Bahnhof. Eine neue Erhebung im Auftrag der Stadt untermauerte diese Alltagserfahrung zahlreicher Pendler.
Bild: Hilgendorf

Plus Grundsätzlich hat Donauwörth wohl genug Autostellplätze – aber nicht zu jeder Zeit und an jedem Ort. Wo es aktuell noch mangelt und welche Ideen es gibt.

Die einen sprechen von Chaos und Mangel, die anderen finden schier zu jeder Tageszeit einen Parkplatz in der Donauwörther Innenstadt. Keine Frage: Das Thema „Parkplätze“ wird unter den hiesigen Autofahrern ziemlich kontrovers diskutiert.

Die Stadt sah sich deshalb veranlasst, eine Erhebung in Auftrag zu geben, welche die Realität zwischen Reichsstraße, Ried, Bahnhof und dem Airbus-Areal abbilden soll. Dabei ist neben Altbekanntem auch Erstaunliches herausgekommen.

1000 Bürger befragt

Über 1000 Bürger haben die Befrager der Münchner Firma Gevas an Donauwörths Parkhäusern abgepasst und befragt. Dabei herausgekommen ist unter anderem, dass – bis auf einige Brennpunkte zu gewissen Stoßzeiten – eigentlich eine Grundzufriedenheit besteht mit der Parkplatzsituation. Nur 22 Prozent der Befragten gaben demnach an, dass es generell an Parkplätzen mangelt.

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35 Prozent äußerten laut der Studie, dass sie häufig Probleme mit der Parkplatzsuche in der Stadt haben. 65 Prozent sagen aus, dass dies selten oder nie der Fall wäre. Überraschend dürfte zudem sein, dass der Wunsch nach kostenfreiem Parkraum den Ergebnissen der Befragung zufolge geringer ist als der einer guten Qualität des Stellplatzes.

Die Enge stört

Sprich: Vor allem die Enge in einigen Parkdecks belastet die Autofahrer, zumal die Fahrzeuge in den vergangenen Jahren im Schnitt immer mächtiger geworden sind, die Parkhäuser aber aus früheren Jahrzehnten stammen. Ferner bemängelten 59 Prozent der Befragten eine nicht ausreichende Beleuchtung in den Parkdecks.

Die Erhebung, welche die Ingenieure Christoph Hessel und Tobias Kölbl jüngst im städtischen Bauausschuss vortrugen, beinhaltete aber auch eine konkrete Analyse der aktuellen Situation in Donauwörth.

Über 4100 Stellplätze

4139 Stellplätze gibt es insgesamt im Stadtgebiet. Eine hohe Nachfrage besteht vor allem nach Kurzzeitstellplätzen in der Reichsstraße. Die Parkhäuser am Münster sowie am Tanzhaus sind allem voran am Vormittag „hoch ausgelastet“, wie die Analysten resümieren. Ferner herrsche bis in den Nachmittag hinein ein Mehrbedarf an Plätzen an der Zirgesheimer Straße. Dort sind neben den Berufspendlern auch die Besucher des Ärztehauses im Maximilium häufig auf der Suche nach freien Stellplätzen.

Gefragt nach dem Parkzweck gaben 30 Prozent der 1040 Befragten an, dass sie in der Innenstadt arbeiten, 23 Prozent nannten Arztbesuche. 15 Prozent gaben an, vor allem zum Einkaufen mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren. Sämtliche überlastete Gebiete seien vornehmlich um 11 Uhr vormittags zu verzeichnen.

Weitere hohe Auslastungen verzeichnen das Parkhaus am Bahnhof (bis in den frühen Abend) und sämtliche Flächen rund um das Betriebsgelände von Airbus Helicopters. Hier ist vor allem der Festplatz (ehemalige Schwabenhalle) zu erwähnen.

Hohe Auslastung

Dort sind zwar über 470 Stellplätze vorhanden, doch allein 300 werden der Gevas-Studie zufolge von Airbus-Mitarbeitern genutzt. Eine Entlastung ist hier erst im Laufe des Nachmittags unter der Woche spürbar. Ebenfalls auf dem Schwabenhallen-Areal sind die dortigen Wohnmobilstellplätze kontinuierlich hoch ausgelastet.

Zusammenfassend lautet die Bilanz der Analysten: Die überwiegende Mehrheit der Befragten ist mit der Parkplatzsituation zufrieden und die meisten finden auch einen Stellplatz in Donauwörth. Dennoch sollten die genannten (temporären) Brennpunkte rund um das Airbus-Gelände, am Bahnhof, an der Zirgesheimer Straße und entlang der Reichsstraße entschärft werden.

Gesamtkonzept im Herbst

Hierzu wollen die Planer von Gevas bis August ein erstes Parkraumkonzept vorstellen, auf dessen Basis dann bis zum Herbst ein konkretes Gesamtkonzept gemeinsam mit dem Stadtrat beziehungsweise den Ratsfraktionen und der Verwaltung ausgearbeitet werden soll. Hier geht es dann auch dezidiert um die Schaffung neuer Stellplätze und die entsprechenden Ideen und Anträge der Fraktionen.

Ordnungsamtsleiter Konrad Nagl brachte indessen erneut die Überlegung eines Durchstichs vom Bahnhof unter den Gleisen in Richtung Airbus-Werk ins Spiel.

Entlastung für die Innenstadt

In Verbindung mit dem möglichen Bau eines Parkdecks mit gut 200 Stellplätzen für Airbusmitarbeiter und Bahnpendler in der Industriestraße sowie der Errichtung einer neuen Ab- und Zufahrt auf die B16 bei Airbus würde das aller Wahrscheinlichkeit nach für eine Entlastung der Innenstadt sorgen.

Parallel wäre dann ein Fuß- und Radweg von der Proeller-Straße über die Industriestraße und schließlich unter den Bahngleisen hindurch zum Bahnhof möglich. Hierzu stünde die Sadt, ergänzte Oberbürgermeister Armin Neudert, in Gesprächen mit Airbus. Es bestünden hierzu eventuell neue staatliche Fördermöglichkeiten. Doch dies wäre wohl bereits der übernächste Schritt.

Derweil war im Rahmen der Sitzung zu hören, dass Airbus womöglich am Standort Donauwörth expandieren könnte. Am Rande der Bauausschusssitzung war die Rede von einem neuen möglichen Lackierzentrum an der Industriestraße. Hierzu sagte Airbus-Sprecher Gregor von Kursell auf die Nachfrage unserer Zeitung: „Wir sind im Gespräch mit der Stadt.“ Es gebe allerdings noch keine Entscheidungen dazu.

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