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Landkreis

30.10.2020

Pflege in den gKU-Heimen im Landkreis Donau-Ries wird teurer

In den gKU-Seniorenheimen werden die Kosten deutlich steigen.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Die Sätze in den Kreisseniorenheimen werden angehoben. Dies trifft 350 Bewohner und deren Familien.

Diese Nachricht wird viele Bewohner der Kreisseniorenheime in Monheim, Nördlingen, Rain und Wemding beziehungsweise deren Angehörige wohl hart treffen: Das gemeinsame Kommunalunternehmen (gKU) Donau-Ries, das für diese vier Heime verantwortlich ist, hat von den Pflegekassen die neuen Pflegesätze mitgeteilt bekommen. Die haben es in sich: Nach Auskunft des gKU-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Busse erhöht sich der monatliche Eigenanteil je nach Standort und Pflegestufe um etwa 200 bis 280 Euro.

Neue Tarife gelten ab 1. November

Dies gelte vom 1. November an und komme praktisch zeitgleich mit dem Tarifabschluss im öffentlichen Dienst, durch den Pflegekräfte einen höheren Lohn erhalten. Der zeitliche Zusammenhang sei freilich zufällig, betont Busse. In die neuen Pflegesätze seien die voraussichtlichen Verdienstzuwächse vorausschauend mit eingerechnet worden.

Durch die Tariferhöhung im öffentlichen Dienst ist eine Personalkostensteigerung zwischen sieben und neun Prozent zu verzeichnen. Entsprechend müsse, so teilt das gKU mit, auch die monatliche Belastung für die insgesamt rund 350 Bewohner in Monheim, Nördlingen, Rain und Wemding angepasst werden. Allerdings gilt nach Angaben von Busse für die genannten Heime kein einheitlicher Tarif. Die Sätze richteten sich vielmehr nach der Struktur jedes einzelnen Standorts. So falle die Erhöhung in Wemding mit ungefähr 200 Euro pro Monat am geringsten aus.

Zum besseren Verständnis: Für einen Platz in einem gKU-Heim fallen je nach Pflegestufe pro Monat Kosten in Höhe von bis zu über 3000 Euro an. Der Eigenanteil beträgt laut Busse bis zu etwa 2000 Euro. In den vier gKU-Heimen bezahlen aktuell 60 Prozent der Bewohner beziehungsweise deren Angehörige ihren Anteil selbst. Bei 40 Prozent sei das Einkommen so gering, dass der Staat einspringe.

Landrat Stefan Rößle, der auch dem gKU-Verwaltungsrat vorsteht, bedauert in einer Pressemitteilung die „notwendige Erhöhung“ und stellt Forderungen an die Bundespolitik: „Es ist an der Zeit, die Pflegeversicherung zu reformieren und eine Obergrenze für den Eigenanteil einzuführen.“ Der entsprechende Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gehe in die richtige Richtung. Der Gesetzgeber müsse jetzt handeln und die Menschen entlasten, fordert Rößle.

Kostensteigerung beim Personal muss an Bewohner weitergegeben werden

Minister Spahn hatte Anfang Oktober vorgeschlagen, die Eigenanteile bei den Pflegekosten für die Bewohner von Pflegeheimen auf 700 Euro pro Monat für einen Zeitraum von 36 Monaten zu begrenzen.

gKU-Vorstandschef Jürgen Busse erklärt, die Kostensteigerung müsse auf die Bewohner und deren Familien umgelegt werden. Sonst würde das Defizit der Einrichtungen noch größer. Eine Finanzierung durch die öffentliche Hand sei „nicht gegeben“. Auf der anderen Seite begrüßt Busse die finanzielle Aufwertung der Pflegeberufe durch die Tarifeinigung im öffentlichen Dienst: „Die deutlichen Lohnsteigerungen für Pflegerinnen und Pfleger machen diesen wichtigen Beruf erneut ein Stück weit attraktiver. Diese Berufsgruppe hat die gestiegene Wertschätzung verdient.“

Auch der Donau-Ries-Kreis habe durch den Neubau der Fachschule für Pflegeberufe in Donauwörth und die Erhöhung der Zahl der Ausbildungsplätze in eine Verbesserung der Pflegeausbildung investiert: „Unsere Kliniken und Seniorenheime bieten den Nachwuchskräften anschließend sichere Arbeitsplätze an, die nun noch besser bezahlt werden.“ (mit pm)

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