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Donauwörth

04.11.2019

Polizisten und Autofahrer retten Mann an der B2 das Leben

Auf der Schellenberg-Umgehung bei Donauwörth haben sich am Samstag dramatische Szenen abgespielt.
Foto: Thomas Hilgendorf (Archivibild)

Plus Ein Mann möchte von dem B2-Bauwerk bei Donauwörth in die Tiefe springen. Polizisten und ein Autofahrer hindern ihn daran.

Die Beteiligten und Augenzeugen fühlten sich in einen Film versetzt: Ein offenbar verzweifelter Mann ist über die Brüstung einer hohen Brücke geklettert, steht quasi mit den Zehenspitzen an der Kante des Bauwerks, hält sich mit den Händen am Geländer und möchte sich offenbar in die Tiefe stürzen. Im allerletzten Moment bekommt ein Polizist dank eines beherzten Hechtsprungs den Lebensmüden zu fassen. Genau diese höchst dramatischen Szenen haben sich am Samstag auf der viel befahrenen B2 bei Donauwörth abgespielt.

Verkehrsteilnehmer informieren die Polizei

Wie die Polizei auf Anfrage bestätigt, lief der Mann am frühen Nachmittag auf die Hangbrücke, die über die Zirgesheimer Straße führt. Ein Autofahrer aus München hielt an und sprach den Fußgänger an. Da stand dieser noch auf der Fahrbahn. Wenig später kletterte er über das Geländer. Verkehrsteilnehmer informierten die Polizei. Sofort eilten zwei Streifen zu der Brücke. Die Beamten verwickelten den Mann in ein Gespräch und gewannen ein Stück weit sein Vertrauen.

Großes Lob für Polizisten und einen 35-Jährigen

Doch der Lebensmüde, so schildert Stephan Roßmanith, Pressesprecher der örtlichen Inspektion, wollte von seinem Plan nicht ablassen. Der Polizist, der ihm am nächsten stand, bemerkte, dass der Mann immer mehr losließ. Der Beamte sprang über den Betonsockel, der die Fahrbahn begrenzt. Dem Gesetzeshüter gelang es gerade noch, einen Arm des Lebensmüden zu packen, als sich dieser bereits nach hinten fallen ließ. Ein weiterer Polizist und der Autofahrer – ein 35-Jähriger Außendienstmitarbeiter – eilten herbei, und mit vereinten Kräften gelang es dem Trio, den Mann über die Brüstung zurück auf die Brücke zu ziehen. Das sei eine Rettung „in allerletzter Sekunde“ gewesen, so Roßmanith. Das Verhalten der Kollegen und des 35-Jährigen sei „sehr anerkennenswert und lobenswert“ gewesen. Viele besorgte Verkehrsteilnehmer riefen bei der Polizei an.

„Es ist gut ausgegangen“, zeigt sich auch der Hauptkommissar erleichtert. Der Gerettete, der sich anscheinend in einer Ausnahmesituation befunden habe, sei in eine Klinik gebracht worden. Er befinde sich dem Vernehmen nach mittlerweile auf dem Weg der Besserung.

Wer an einer Depression oder an Stimmungsschwankungen leidet, findet zum Beispiel Hilfe bei der Telefonseelsorge unter den Telefonnummern 0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder von der Telefonrechnung noch vom Einzelverbindungsnachweis erfasst.

Direkte Anlaufstellen sind zudem Hausärzte sowie auf Suizidalität spezialisierte Ambulanzen in psychiatrischen Kliniken, die je nach Bundesland und Region unterschiedlich organisiert sind. Eine Übersicht über eine Vielzahl von Beratungsangeboten für Menschen mit Suizidgedanken gibt es etwa auf der Website der Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention.

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