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Medizin 

14.12.2018

Probleme bei der Geburtshilfe im Landkreis Donau-Ries

Wer im Landkreis sein Kind im Krankenhaus zur Welt bringen will, geht entweder ins Donauwörther Krankenhaus (Foto) oder nach Nördlingen. Beide Standorte sollen erhalten bleiben und werden in Zukunft vom Staat finanziell unterstützt. Doch Nördlingen brauch ab 2020 neue Fachärzte. Die bisherigen beenden ihre Tätigkeit. 
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Wer im Landkreis sein Kind im Krankenhaus zur Welt bringen will, geht entweder ins Donauwörther Krankenhaus (Foto) oder nach Nördlingen. Beide Standorte sollen erhalten bleiben und werden in Zukunft vom Staat finanziell unterstützt. Doch Nördlingen brauch ab 2020 neue Fachärzte. Die bisherigen beenden ihre Tätigkeit. 
Bild: Wild

Plus Für die Versorgung von Schwangeren sind die Abteilungen in Donauwörth und Nördlingen dringend notwendig. Im Ries steht man vor einem personellen Neuanfang

Es gibt gute und schlechte Nachrichten für die medizinische Versorgung werdender Mütter im Landkreis. Zuerst die Gute: Das Gesundheitsministerium ist der Meinung, dass die Standorte in Donauwörth und Nördlingen zur Versorgung der Frauen in der Region notwendig sind. Das bedeutet, dass diese in Zukunft von staatlicher Seite finanziell unterstützt werden. Der Bund übernimmt 90 Prozent des Defizites der jeweiligen Geburtshilfe-Stationen. „Die Stationen im Landkreis Donau-Ries sind auch über die Landkreisgrenzen hinaus wichtiger geworden, da viele Krankenhäuser um uns herum Probleme haben“, sagt Jürgen Busse, Vorstandsvorsitzender des Kommunalunternehmens gKU, zu dem auch die Krankenhäuser in Nördlingen und Donauwörth gehören.

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Frauenarzt Schaich: „Wir sind zu Wenige“

Angesichts der finanziellen Unterstützung lässt sich auch die schlechte Nachricht aus Nördlingen etwas leichter wegstecken. Die beiden Frauenärzte, die in der Geburtshilfe des Stiftungskrankenhauses Nördlingen die Geburten begleiten, werden ihren Dienst Ende 2019 beenden. Danach wollen sich Dr. Robert Schaich und Dr. Mathias Hübner ihrer Arbeit in der Praxis widmen.

Schaich sagte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Belastung und die Verantwortung zu groß geworden seien. „Wir haben gekündigt. Unter den herrschenden Rahmenbedingungen war unsere Arbeit nicht mehr machbar“, sagt der Arzt, auch wenn es sich um eine schwierige Entscheidung gehandelt habe. Schließlich betreffe sie die Hebammen und die anderen Ärzte sowie das Krankenhaus. Aber: „Wir sind zu wenige und das Gesundheitsministerium verlangt für uns Zusatzarbeit in der Praxis, die man dann nicht mehr leisten kann.“ Schaich fordert eine deutschlandweite Lösung für die Haftpflicht der Geburtshilfen.

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Donauwörth kann Schwangere aus dem Ries nicht versorgen

Aktuell versorgen die beiden Mediziner abwechselnd zusammen mit einer weiteren angestellten Ärztin, eine in Vollzeit und eine in Teilzeit die werdenden Mütter. Sieben Hebammen sind in der Geburtstation tätig.

Dass Frauen weiterhin in Nördlingen ihre Kinder bekommen können, steht laut Busse in keiner Weise in Frage. Pro Jahr entbinden dort etwa 450 Frauen. Die Geburtsstation in Donauwörth hätte nicht die Kapazität diese zu übernehmen. In der dortigen Hauptabteilung mit zehn Ärzten und acht Hebammen werden jährlich etwa 670 Kinder geboren. „Wir sind in Donauwörth für maximal 800 Geburten im Jahr ausgelegt. Mehr wäre nicht zu stemmen“, sagt Busse. Da vermutlich auch aus anderen Landkreises Frauen nach Donauwörth oder Nördlingen zum Entbinden kommen werden, gelte das umso mehr. So schließt beispielsweise die Geburtshilfe in Dinkelsbühl zum 1. Januar 2019.

Gibt es eine neue Hauptabteilung?

Nun ist die Frage, welche Lösung es geben kann. Möglich wäre es, eine eigene Hauptabteilung wie in Donauwörth aufzubauen oder eine Mischform mit angestellten Frauenärzten und Belegärzten zu entwickeln. „Das ist für uns eine große Aufgabe“, gibt Busse zu. „Aber wir haben ausreichend Zeit, uns auf die Veränderung vorzubereiten“, so der Vorstandsvorsitzende nach der Sitzung des Verwaltungsrates. Dieser sei am Freitag wie auch die Mitarbeiter in den Häusern über die Neuigkeit informiert worden.

In Nordschwaben ist die Problematik nicht neu. In Dillingen stand die Geburtshilfe dieses Jahr vor genau demselben Problem. Das System der Belegärzte wurde zum 1. Juli 2018 durch eine Hauptabteilung abgelöst. Zwischenzeitlich war die Station im Frühjahr für mehrere Wochen geschlossen gewesen.

Zahlen des gKU präsentiert

Im Verwaltungsrat präsentierte Busse dann auch die Bilanz des gKU. Voraussichtlich wird das Kommunalunternehmen das Jahr 2018 mit einem Defizit von 1,6 Millionen Euro abschließen. Und auch für das kommende Jahr rechnet man mit einem ähnlich hohen Minus. Da es aber Lohnzuschüsse für Pflegekräfte geben wird, könnte sich diese Zahl deutlich verkleinern.

Deshalb bleiben die vorgesehenen Investitionen auf der Agenda. Der Neubau der Intensivpflege und des OP-Bereiches in Donauwörth soll kommen und ein Zuschuss für das Projekt ist bereits zugesagt. Auch der Neubau der Krankenpflegeschule mit Kosten von zwei Millionen Euro wird vorangetrieben. Im Frühjahr sollen die Aufträge vergeben und der Bau im zweiten Halbjahr 2019 begonnen werden. Für das eines neuen Kernspintomographen in Nördlingen will das gKU laut Vorstand Dr. Roland Buchheit den Bauantrag einreichen. Bis 2020 soll es realisiert werden. (mit vmö)

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