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Donauwörth

31.08.2020

Profitiert die Stadt Donauwörth vom „Urlaub dahoim“?

Thomas Heitele, der Museumsleiter und Ulrike Steger, die Leiterin der Tourist-Information in Donauwörth.
Bild: Susanne Klöpfer

Plus Viele haben sich in der Urlaubssaison dafür entschieden, ihren Urlaub in der Heimat zu verbringen. Doch hat auch die Stadt Donauwörth etwas davon?

Ob wandern, fahrrad- fahren, pilgern, baden im Baggersee einfach die eigene Heimat erkunden – der „Urlaub dahoim“ hat gerade zur Urlaubszeit einen großen Aufschwung erlebt. Doch profitiert auch Donauwörth von den Touristen im eigenen Land oder in der eigenen Stadt?

Tourismus: Die Frühjahrssaison in Donauwörth fiel komplett weg

Ein klares „Jein“ ist die Antwort von der Leiterin der Donauwörther Tourist-Information Ulrike Steger. „Die Zeit der kompletten Schließungen ist nicht komplett an uns vorbeigegangen. Das können wir dieses Jahr nicht mehr reinholen“, erklärt sie. „Gerade im Frühjahr und Herbst kommen sonst eigentlich viele Menschen nach Donauwörth“, fügt der Donauwörther Museumsleiter Thomas Heitele hinzu. Die Saison im Frühjahr fiel weg. Mit beschränkten Teilnehmer- und Besucherzahlen und unter Einhaltung der Hygienevorschriften ist momentan wieder einiges möglich. Hoffnungen gibt es für den Herbst. Aber eben nur begrenzt. Konkrete Zahlen der Touristen in Donauwörth gibt es für dieses Jahr noch nicht. Doch Steger und Heitele haben einige eindrückliche Erfahrungen in den vergangenen Wochen und Monaten gesammelt.

„Überdimensional viele Pilger, Wanderer und Radfahrer waren auch schon während der Ausgangsbeschränkungen daran interessiert, herzukommen“, erinnert sich Steger. Besonders eine Frau ist ihr im Gedächtnis geblieben. Diese hatte bei ihr in den Pfingstferien angerufen wegen des Jerusalemwegs. Offiziell eröffnet ist dieser Pfad laut Steger noch nicht, doch die eifrige Pilgerin durfte trotzdem kommen. Stolz erhielt sie auch als erste Pilgerin für den Weg in Donauwörth einen Stempel. Ulrike Steger steht immer noch mit der Frau in Kontakt, die nun schon einige hundert Kilometer weiter gepilgert ist und weiterhin von ihrer Reise berichtet.

Museen leiden massiv

„In das Käthe-Kruse-Museum sind in den vergangenen Wochen auch nicht nur Donauwörther, sondern sogar Interessierte aus dem Süden Deutschlands, aber auch aus Hamburg oder Köln gekommen“, berichtet der Museumsleiter Heitele. Trotz allem würden die Museen momentan „massiv leiden“, da maximal zehn Einzelpersonen im Haus gleichzeitig sein dürfen. Zudem dürfte immer nur Personen eines Haushaltes sich in einem Ausstellungsraum aufhalten. Doch besonders die Führung „Zeit zu Zweit“, eine individuelle Führung für Paare oder Freunde, würden momentan sehr gut gebucht. In Gesprächen mit den Besuchern berichteten auch viele, dass sie ihren Tagesaufenthalt in Donauwörth um ein paar Tage verlängern, weil es ihnen so gut gefalle. Aber auch die Donauwörther seien vermehrt in ihrer Heimat unterwegs, berichtet Steger.

Seit Juli gibt es ein größeres Angebot an Stadtführungen, wie „Geheimnisvolles Donauwörth“ oder „Donau-Führung: Die Donau lebt!“. „Die Führungen werden sehr gut angenommen und sind oft ausgebucht“, so Steger. Bei der ersten Führung waren sogar drei Donauwörtherinnen dabei, die eben einen gemeinsamen Mädels-Tag in der Stadt gemacht hätten. Stand jetzt sind die Touren so gefragt, dass sie bis Dezember verlängert werden.

Angebote und Broschüren für Touristen

Um Touristen etwas an die Hand zu geben, wurden verschiedene Angebote und Broschüren zusammengestellt oder ältere Konzepte wieder aus der Büroschublade herausgeholt. Neu ist unter anderem eine Broschüre über die Angebote zum Essen und Trinken in Donauwörth. Knapp 60 Gaststätten, Restaurants, Cafés, Biergärten und Eisdielen sind zusammengekommen. „Mit so einer hohen Zahl habe ich selbst nicht gerechnet“, so Steger.

So hätten alle Urlauber etwas Handfestes zur Orientierung. Aber auch vor allem bei den Donauwörthern selbst sei der kleine Führer toll angekommen. Doch Steger und Heitele betonen: Nur durch die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Menschen in der Stadt habe man so spontan, aktiv und kreativ auf die Umstände reagieren und lösen können.

Tipp: Die "Lauschtour durch Donauwörth"

Tipp von Ulrike Steger: Die sogenannte „Lauschtour“ durch Donauwörth. Dahinter versteckt sich eine audiovisuelle Führung durch die Stadt mit „Klappi“, dem Störch. Dafür kann man sich eine App herunterladen oder iPods in der Touristen-Information in Donauwörth ausleihen.

Tipp von Thomas Heitele: Der Museumsleiter empfiehlt die Führungen „Zeit zu Zweit“ (für zwei Personen) oder für Familien die „Mäuseparade“, ein Angebot für Familien, das Puppenmuseum zu erkunden. In einer Geschichte trifft der Geist von Käthe Kruse auf eine Museumsmaus.

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