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Kreis Donau-Ries

19.05.2017

Protokoll einer Drogenfahrt: Unfall gebaut, Hund entführt, Rentnerin bedroht

Eine 25-jährige junge Frau aus Höchstädt ist am Donnerstagabend in Wolferstadt (Kreis Donau-Ries) völlig ausgetickt.
Bild: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Eine 25-Jährige prescht mit ihrem Wagen in eine Baustelle und kracht dann in eine Garage. Dann entführt sie einen Hund und bedroht eine Rentnerin in deren eigener Wohnung.

Eine 25-jährige junge Frau aus Höchstädt ist am Donnerstagabend in Wolferstadt (Kreis Donau-Ries) nach Angaben der Polizei völlig ausgetickt. Nicht nur mit ihrer wilden Unfallfahrt beschäftigte sie die Polizei Donauwörth.

Los ging es mit einem Verkehrsunfall gegen 18.30 Uhr in der Straße "Am Berg" in Wolferstadt. Auf der wegen einer Baustelle gesperrten Straße überfuhr die junge Frau offensichtlich mit überhöhter Geschwindigkeit eine Absperrung. Diese wurde gegen einen entgegenkommenden Wagen geschleudert. Die Fahrerin fuhr aber einfach weiter und steuerte geradewegs auf eine 53-jährige Wolferstädterin zu, die sich als Fußgängerin auf der Baustelle aufhielt. Die Frau musste nach ihren Angaben zur Seite rennen, um nicht angefahren zu werden.

Mit dem Auto in geschlossene Garage gefahren

Die wilde Fahrt der jungen Frau ging dann mit ihrem demolierten Wagen über die Ottheinrichstraße bis in die Mühlenstraße. Dort wendete sie und fuhr wieder zurück in die Ottheinrichstraße, um auch hier wieder zu wenden. Gegen 18.40 Uhr endete die wirre Unfallflucht der 25-Jährigen in der Garage eines Anwesens in der Mühlenstraße.

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Wie im Film durchbrach die Fahrerin das geschlossene Garagentor der Doppelgarage, rammte ein dort abgestelltes Auto und krachte schließlich gegen die Rückwand der Garage. Die Fahrerin blieb unverletzt und verließ über die Beifahrerseite ihr Auto. Ihre beiden Hunde, die sie mit ihm Auto hatte, ließ sie zurück. Allerdings besorgte sie sich sofort Ersatz, indem sie auf einem gegenüberliegenden landwirtschaftlichen Anwesen den Hundezwinger öffnete und einen Schäferhund mitnahm.

Wehrlose Rentnerin in die Toilette geschleppt

Zusammen mit diesem fremden Hund betrat sie ein Wohnhaus in der Weilheimer Straße, ging dort auf eine 55-jährige Rentnerin los und verbarrikadierte sich mit ihr in einer Toilette. Die alarmierte Polizei musste sich gewaltsam Zugang zu dem Raum verschaffen und konnte so weitere Übergriffe auf die Rentnerin unterbinden. Die mutmaßliche Täterin konnte mit Gewalt fixiert und dann gefesselt werden.

Die Ursache für diesen wirren Auftritt wurden schnell klar: Die junge Frau nimmt Drogen und war in dieser Sache der Polizei bereits bekannt. Eine Blutentnahme wurde veranlasst und die Frau anschließend in die Psychiatrie eingewiesen. Der Sachschaden bei dieser mutmaßlichen Drogenfahrt in Wolferstadt wird auf etwa 20.000 Euro geschätzt.

Nach ersten Erkenntnissen schlug die Höchstädterin rein zufällig in Wolferstadt auf, ein persönlicher Bezug ist nicht erkennbar.

Polizeibeamter wird in die Schulter gebissen

Mit der vorläufigen Festnahme der Fahrerin war der Einsatz in Wolferstadt aber noch nicht zu Ende. Die von der jungen Frau in der Toilette traktierte 55-Jährige wies leichte Verletzungen an Stirn und Nase auf und hatte mehrere blaue Flecken im Gesicht. Sie sollte deswegen als Geschädigte vom Rettungsdienst ärztlich versorgt werden.

Die möglicherweise durch den Vorfall aufgebrachte und verwirrte Frau verweigerte allerdings die Hilfsleistung, schrie laut herum und trat mit den Füßen um sich. Deshalb kam es schließlich soweit, dass ein Beamter die schmächtige Frau hochhob und zum Sanka trug. Bei dieser Gelegenheit wurde er von ihr massiv in die Schulter gebissen. Sie wurde schließlich in der Donau-Ries Klinik in Donauwörth stationär aufgenommen. Dort wurde auch die Wunde des Beamten versorgt.

Vorläufiges Fazit der Drogenfahrt: Drei beschädigte Autos, Sachschaden rund 20.000 Euro, zwei Personen im Krankenhaus und ein gebissener Beamter. Möglicherweise ist auch der Schäferhund nicht ganz ohne Schaden davongekommen. "Manchmal macht die Arbeit wirklich wenig Spaß", so das Fazit von Magnus Kastenhofer, Sprecher der Polizei Donauwörth. DZ

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