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Donauwörth

21.01.2020

Radfahrer müssen wohl länger auf Verbesserungen warten

Der Donauradweg führt nahe des Ärztehaus Maximilium über einen Parkplatz. Nicht optimal, allein was die Sicherheit der Radler angeht. Eine ganze Reihe neuralgischer Punkte waren bei der Begutachtung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern angesprochen worden.
Foto: Hilgendorf

Plus Nachdem Donauwörth das Siegel „fahrradfreundlich“ verweigert wurde, sollte sich viel bewegen. Momentan steht aber noch recht wenig Konkretes dazu auf der Agenda.

Es grenzt manchmal an ein Abenteuer, zu gewissen Stoßzeiten in Donauwörth mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Jedenfalls in einigen zentralen Bereichen ist das so: am Berger Kreuz, in der Reichsstraße, Zirgesheimer Straße, Dillinger Straße, am Hubschrauber-Kreisel ... um nur einige zu nennen.

Angemahnt wurde die bisweilen angespannte Lage im Rathaus immer wieder, zuletzt im Rahmen der Nichtverleihung der Plakette „Fahrradfreundliche Kommune“ im Herbst. Bewegt hat sich seitdem zumindest offensichtlich nicht viel. Und nur wenig Konkretes ist bis dato in nächster Zeit geplant, wie aus dem Rathaus zu erfahren ist.

Gesamtkonzept in Arbeit

Immer wieder wird auf einen wichtigen Zeitraum verwiesen, was die Zukunft des Radverkehrs in der Großen Kreisstadt angeht: Das beauftragte Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen arbeite zur Zeit an einem neuen Gesamtkonzept zum Fahrradverkehr, erklärt der Radverkehrsbeauftragte der Stadt, Andreas Reiner auf Nachfrage – „die Fertigstellung und Vorstellung ist nach Stand jetzt und Rückmeldung des beauftragten Büros für Frühjahr vorgesehen“.

Kurz- und mittelfristig sind einem Protokoll der städtischen Arbeitsgruppe (AG) Radverkehr vom November vergangenen Jahres keine all zu großen Schritte geplant. So ist es dort tabellarisch vermerkt. Demnach ist „kurzfristig“ nur die Einrichtung eines Radfahrerportals auf der Webseite der Stadt anvisiert, ebenso die generelle Verbesserung des Internetauftritts. Dadurch solle „das Thema Radverkehr leichter zugänglich“ gemacht werden.

Nicht alles abgearbeitet

Auf mittlere Sicht müsse es eine „Priorisierung der Maßnahmen im Radverkehrskonzept“ gehen. Bauliche Änderungen oder auch nur die Einrichtung von visuellen Schutzstreifen sind demnach weder kurz- noch mittel- oder langfristig geplant, jedenfalls nicht nach der tabellarischen Kategorisierung im vorliegendenden Protokoll.

Es besteht allerdings auch aktuell schon ein Radverkehrskonzept, dessen einzelne Punkte längst nicht allesamt abgearbeitet wurden. Auch auf längere Sicht ist dem Protokoll der AG Radverkehr zufolge wohl keine größere Baumaßnahme zum aktuellen Zeitpunkt fest auf der Agenda. Unter dem Punkt „langfristig“ steht ist spiegelstrichartig lediglich die „Erstellung eines Beschilderungskonzeptes, (die) Überprüfung der verkehrsrechtlichen Anordnungen, (die) Verkehrsbeschilderungen anpassen, um fehlende bzw. lückenhafte Radwege zu beseitigen“ aufgeführt.

Bauliche Mängel

Ganz weg fällt das Bauliche aber offenbar nicht. Einige der zuletzt angemahnten Maßnahmen sind im Protokoll einzeln vermerkt. Im wesentlichen sind dies bei der Begutachtung durch die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK) festgestellten Mängel, aufgrund derer der Stadt bislang das Siegel „Fahrradfreundliche Kommune“ verweigert wurde (Lesen Sie auch: Donauwörth ist noch nicht radfreundlich). Hierzu teilt die Stadt mit: „Alle Mängel wurden aufgenommen, kategorisiert und werden nun überprüft.“

In dem Schreiben finden sich jedoch nicht alle kritisierten Aspekte. Beispiel: Die Dillinger Straße als neuralgischer Punkt etwa ist nicht aufgeführt, ebenso wenig der lückenhafte Radweg nach Nordheim.

Udo Niemeyer und Wolfgang Kurka vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub Donau-Ries (ADFC) nahmen an jener „Bereisung“ der AGFK teil. Sie beziehen jetzt mit einer eher ernüchternden Zwischenbilanz Stellung: „Wir als die örtlichen Vertreter des ADFC sind mit dem Ergebnis der AGFK-Befahrung und den daraus folgenden Diskussionen und Schlussfolgerungen nicht zufrieden. (...) Wir als ADFC-Mitglieder investierten viel Zeit im Vorfeld der Befahrung zur Vorbereitung und nahmen auch gerne an der Befahrung teil. Die zahlreichen Anregungen fanden wir in der letzten Sitzung kaum wieder.“

Zu viel „Halbherzigkeit“

Vieles scheint in Sachen Radverkehr nun auf die Präsentation des neuen Radverkehrskonzeptes im Frühjahr hinauszulaufen – vor dieser Präsentation soll offenbar nichts festgezurrt werden.

Albert Riedelsheimer ist Umweltreferent in Donauwörth und Mitglied der städtischen AG Radverkehr. Auch er wünschte sich ein beherzteres Vorgehen der Stadt. Vieles gehöre zwar in der Tat neu überplant – aber eben auch zeitnah angepackt anstatt geschoben. Riedelsheimer macht eine zu starke „Halbherzigkeit“ bei dem Thema im Stadtrat verantwortlich. Ohne Beschlüsse ließe sich eben nichts umsetzen. Auch Stadtrat Gustav Dinger ist in der AG. Er betont, dass sämtliche Punkte der Einteilung „kurzfristig-mittelfristig-langfristig“ rasch umgesetzt werden könnten. Doch er befürchte, dass bis zum Sommer lediglich ein kleineres Projekt umgesetzt werde, um das Signet „fahrradfreundlich“ zu erhalten.

Der Beauftragte der Stadt verweist dagegen allem voran auf langwierige Prozesse, mit denen im Zuge von Baumaßnahmen stets zu rechnen sei, wie beispielsweise zu klärende Grundstücksfragen.

Insofern darf mit Spannung erwartet werden, was das neue Konzept im kommenden Frühjahr inhaltlich bringen wird – und wie der neue Stadtrat damit letztlich umgeht.

Lesen Sie hierzu auch:

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