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Rain
26.06.2019

Dieser Bahnübergang soll endlich sicherer werden

Der Bahnübergang zwischen Rain und Staudheim gilt als gefahrenträchtig. Jetzt soll er baulich verändert und dadurch entschärft werden. 
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Der Bahnübergang zwischen Rain und Staudheim gilt als gefahrenträchtig. Jetzt soll er baulich verändert und dadurch entschärft werden. 
Foto: Foto: Barbara Würmseher

Zwischen Rain und Staudheim hat es von 2001 bis 2019 18 Mal gekracht. Ein Mensch starb, zwölf wurden – teilweise schwer – verletzt. Jetzt dort umgebaut werden.

Er gilt als der gefährlichste Bahnübergang im Landkreis Donau-Ries: In der lang gezogenen S-Kurve zwischen Rain und Staudheim, in der sich Kreisstraße 39 und die Schienen kreuzen, passieren laut Statistik die meisten Zug-Unfälle der Region.

Im April 2007 wird dort ein 48-jähriger Motorradfahrer getötet, als er zwischen den geschlossenen Halbschranken durchfahren will und mit einem Zug zusammenstößt. Im November 2009 hat eine 27-Jährige mehr als Glück: Als ihr Auto auf den Schienen liegen bleibt, kann sie rechtzeitig aussteigen, ehe ein Triebwagen ihr Fahrzeug zu Schrott zermalmt. Im September 2017 erleidet eine 34-Jährige lebensgefährliche Verletzungen, als ihr Pkw unter der Halbschranke durchrauscht und frontal gegen eine Lok kracht, die in diesem Moment durchfährt.

Diese Bilanz hätte noch dramatischer ausfallen können

Das sind nur drei von insgesamt 18 Unfällen, die sich zwischen 2001 und 2019 an diesem neuralgischen Punkt ereignet haben. Wie Magnus Kastenhofer, Sachbearbeiter Verkehr der Polizei im Landkreis Donau-Ries, auf Anfrage mitteilt, gab es einen Toten, vier Schwer- und acht Leichtverletzte. „Bei weniger Glück hätte diese Bilanz natürlich dramatischer ausfallen können“, sagt Kastenhofer.

Eine Bilanz, die auch die (Landkreis-)Politiker alarmiert. Sie wollen jetzt dafür sorgen, dass dieser Bahnübergang sicherer wird. Zwei Varianten sind derzeit im Gespräch: Entweder soll eine Eisenbahnüberführung gebaut werden, oder es soll eine Brücke für den Straßenverkehr entstehen, der damit über die Gleise geleitet wird.

Der Bauausschuss des Kreistags hat gestern beschlossen, eine Vorstudie in Auftrag zu geben, die diese beiden Möglichkeiten miteinander vergleicht. Die Ausschuss-Mitglieder waren sich einig, dass so schnell wie möglich etwas passieren soll. Claudia Marb fasste zusammen, was viele sagten: „Es ist längst überfällig, an dieser Stelle etwas zu machen.“

Der Bahnübergang stellt für Verkehrsteilnehmer deshalb eine besondere Gefahr dar, da er in eine unübersichtlichen S-Kurve liegt. Allerdings weisen Straßenschilder in den gebotenen Abständen – 240 Meter, 160 Meter, 80 Meter – auf die Gefahrstelle hin. Mitunter blendet auch die tief stehende Sonne frühmorgens oder am Spätnachmittag die Verkehrsteilnehmer. Jedoch ist die Lichtstärke des Rotlichts laut Magnus Kastenhofer technisch nicht mehr zu verbessern.

3800 Fahrzeuge täglich

Die Kreisstraße DON 39 ist eine überregionale Verbindungsstraße zwischen Rain und dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen in Richtung Burgheim. Sie dient darüber hinaus auch als Umleitungsstraße für die B 16. Laut einer Verkehrszählung von 2017 sind dort täglich über 3800 Fahrzeuge unterwegs.

Die Bahnlinie dort gehört zur wichtigen Verbindung zwischen Ingolstadt und Günzburg. Die Betreiber wollen dort die Streckengeschwindigkeit künftig auf 140 Stundenkilometer erhöhen. Beide Verkehrswege – Straße wie Schiene – sind somit bedeutend. Auch aufgrund dessen – da ist sich der Bauausschuss einig – besteht dringend Handlungsbedarf.

Die Kosten für eine bauliche Veränderung teilen sich Bahn, Bund und Landkreis zu je einem Drittel. Darüber hinaus ist der Anteil des Landkreises mit 70 bis 80 Prozent förderfähig, wie Landrat Stefan Rößle sagt. Bei möglichen Gesamtkosten von fünf Millionen Euro, so überschlug Tiefbauamtsleiter Gerhard Schappin, hätte der Landkeis also geschätzt rund 400.000 Euro zu zahlen.

Es gibt aber indes auch Risiken, die sich nicht durch technische Ertüchtigung und finanziellen Einsatz ausschließen lassen. Und dazu gehört auch die Hauptunfallursache an diesem Bahnübergang, nämlich die – so Kastenhofer – „nicht angepasste Geschwindigkeit“. Wenn es dort gekracht hat, waren die Menschen oft schlichtweg zu schnell unterwegs.

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