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Rain

11.07.2020

Rainer Urgestein Sophie Feil gestorben

Sophie Feil war in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens aktiv
Bild: sisu

Die ehemalige Schulrektorin, Kommunalpolitikerin, Volkshochschulleiterin und Büttenrednerin lebte zuletzt sehr zurückgezogen.

Sie galt viele Jahre lang als Urgestein in Rain, sowohl in der Schullandschaft, als auch im Fasching, beim Ortsverein der SPD und im Bereich der Erwachsenenbildung – um nur ihre wichtigsten Aktivitäten zu nennen. Jahrzehntelang trat sie in der Öffentlichkeit der Lechstadt auf diese Weise in Erscheinung, in den letzten Jahren aber lebte sie altersbedingt sehr zurückgezogen. Jetzt starb Sophie Feil im Alter von 95 Jahren. Kindheit und Jugend hatte Sophie Feil in Augsburg verbracht, ehe sie als Jung-Lehrerin nach Marxheim zog, später nach Feldheim und schließlich nach Rain.

Gemeinde-, Stadt- und Kreisrätin

Unzähligen Rainern ist Sophie Feil noch als Leiterin der dortigen Grundschule und als mitunter gestrenge Pädagogin in Erinnerung. Von 1972 bis 1989 war sie Rektorin dieser Einrichtung. Nach ihrem ruhestandsbedingten Ausscheiden widmete sie sich einer ihrer großen Leidenschaften: der Kommunalpolitik. Nachdem sie schon in früheren Jahren Gemeinderätin in Marxheim gewesen war, wurde sie 1990 und 1996 in den Rainer Stadtrat gewählt, dem sie zwölf Jahre lang bis 2002 angehörte. Aber auch auf nächsthöherer politischer Ebene war sie aktiv: Als Kreisrätin war „die rote Sophie“, wie sie im Volksmund auch gerne genannt wurde, von 1989 bis 1990 und von 1996 bis 2002 tätig.

Ein wichtiges Anliegen: Bildung

Bildung war ihr auch nach ihrer offiziellen Berufslaufbahn stets ein wichtiges Anliegen. Privat förderte sie Schüler gerne durch Nachhilfestunden, offiziell bekleidete sie von 1989 bis 2000 die ehrenamtliche Leitung der VHS-Außenstelle Rain und kümmerte sich dort mit Begeisterung um die Erwachsenenbildung. Sie selbst unterrichtete dort – gab beispielsweise ihre beliebten Kurse im Sockenstricken.

Rainer Urgestein Sophie Feil gestorben

Gern gesehen war Sophie Feil auch viele Jahre lang auf der närrischen Bühne des Faschingsclubs Rain. Bei den Bunten Abenden trat sie ab 1980 in die Bütt und machte sich einen Namen als „Donau-Lechler-Faschingsbote“. Als „die feilende Sophie“ – im übertragenen Sinne, aber auch tatsächlich ausgestattet mit einer Feile als Requisit – gilt sie heute noch als legendär, nicht nur wegen der Ausführlichkeit ihrer Wortbeiträge, sondern vor allem auch wegen des treffenden Lokalkolorits. Sie verstand es gekonnt, örtliche Ereignisse aufzuspießen und erntete damit viele Lacher, viel Applaus.

Goldener Ehrenbrief der Stadt

Mit den neuen Trägern des Ehrenbriefs der Stadt Rain (vorne, von links) Johann Braun, Dr. Walter Holzinger, Karl Forster, Sofie Feil, Hans Hönig, Philipp Ansbacher und Johann Hafner freuen sich auch Politiker aus der Region: (hinten, von links) Rains Zweiter Bürgermeister Leo Meier, die Bundestagsabgeordneten Ulrich Lange und Gabriele Fograscher, Rains Bürgermeister Gerhard Martin, Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, Landrat Stefan Rößle und Rains Dritter Bürgermeister Hans Hafner.
Bild: Wenzel

Für all ihre Verdienste im öffentlichen Leben ihrer Wahlheimat wurde Sophie Feil 2015 mit dem Goldenen Ehrenbrief der Stadt Rain ausgezeichnet. Das Requiem für Sophie Feil findet am Mittwoch, 15. Juli um 14 Uhr in der Rainer Stadtpfarrkirche statt. (wüb)

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