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Landkreis

24.10.2017

Reichlich Gesprächsbedarf bei der CSU im Donau-Ries-Kreis

Franz Ost Junior hat sich bei der CSU ganz knapp als Listenkandidat für den Landtag durchgesetzt-
Bild: Schied

Nach der überraschenden Kampfabstimmung auf der Kreisdelegiertenversammlung der Partei brodelt es hinter den Kulissen. Der Verlierer nimmt die Niederlage dagegen gelassen.

Nach dem überraschenden Verlauf der Kreisdelegiertenversammlung zur Aufstellung der CSU-Landtags- und Bezirkstagskandidaten (wir berichteten) sehen einige in der Partei Gesprächsbedarf. Wie berichtet, ist der Kandidat des Kreisvorstandes für die Landtags-Liste, Karl Scherlin ( Nördlingen), durchgefallen. In einer Kampfabstimmung hatte er sich gegen den Vorsitzenden der Jungen Union Donau-Ries, Franz Ost, denkbar knapp geschlagen geben müssen.

Er nehme die Niederlage relativ gelassen, sagte Scherlin im Nachgang gegenüber unserer Zeitung. Anstatt kommendes Jahr Wahlkampfauftritte zu absolvieren, habe er jetzt mehr Zeit für seine Frau und die beiden Kinder. Das sei auch etwas Positives. Die Abstimmung zwischen ihm und Franz Ost sei ein demokratischer Vorgang gewesen.

Reinhold Bittner, stellvertretender Kreisvorsitzender, sprach gestern gegenüber unserer Zeitung von einem „gewissen Einschnitt“, der durch die Kampfabstimmung in der Partei entstanden sei. Er habe grundsätzlich nichts dagegen, dass bei Wahlen mehrere Kandidaten antreten würden. „Aber die Vorgehensweise von Franz Ost stört mich schon“, sagte Bittner. Er hätte im Vorfeld deutlich machen sollen, dass er antreten werde. „Dann wäre das in Ordnung gewesen.“ Nach dem vergangenen Freitag sei in der Partei jedenfalls reichlich „Gesprächsbedarf“ vorhanden. Dass jetzt wieder alte Gräben innerhalb des CSU-Kreisverbandes aufbrechen könnten, so weit will Bittner nicht gehen.

Auch Landrat Stefan Rößle, der von der Kandidatur Osts genauso überrascht war wie die Mitglieder des Vorstandes, sieht ebenfalls „internen Gesprächsbedarf“. Vom Grundsatz her habe er nichts gegen Kampfkandidaturen. Aber eine solche Aktion wie die am vergangenen Freitag mache dem Kreisvorstand die Arbeit sicher nicht leichter, meinte Rößle.

Mehr Transparenz seitens des JU-Kreisvorsitzenden hätte sich der Harburger CSU-Ortsvorsitzende Wolfgang Stolz gewünscht. Er sieht ebenfalls Diskussionsbedarf. Vor allem darüber, wie man künftig mit dem jahrelang praktizierten Proporz innerhalb der Landkreis-CSU weiter verfahren solle. Die Abstimmung müsse die Partei jetzt akzeptieren und nach vorne blicken. „Wir müssen es schaffen, nächstes Jahr geschlossen Wahlkampf zu führen“, zeigte sich Stolz pragmatisch. Dass wieder gegenseitige Animositäten zwischen Ries und Donauwörther Raum innerhalb des Kreisverbandes auftreten könnten, sieht der Harburger derzeit nicht.

Enttäuscht und überrascht war auch Erwin Neureiter aus Fremdingen, der als Beisitzer im Kreisvorstand sitzt. „Ich hätte nie gedacht, dass die Abstimmung zwischen Scherlin und Ost so ausgeht. Für mich war Scherlin der klare Favorit“, sagte Neureiter gestern. Aber so könne man sich täuschen. Für den bevorstehenden Wahlkampf erwartet Neureiter dennoch Geschlossenheit innerhalb der Kreis-CSU.

Die Frauen-Unions-Vorsitzende im Landkreis und Vize-Kreisvorsitzende, Claudia Marb, ist sich sicher, dass der Verlauf der Delegiertenversammlung keine großen Auswirkungen auf die Stimmung in der Kreis-CSU haben werde, wenngleich Gesprächsbedarf entstanden sei. Zur überraschenden Bewerbung von Franz Ost meinte die Rainer CSU-Ortsvorsitzende: „Die Vorgehensweise von ihm war sicher nicht besonders geschickt.“

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