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Bundesregierung hebt Reisewarnung für europäische Länder auf

Bundeswehr

20.05.2011

Reine Spekulation

Im Gespräch: Rainer Arnold (rechts) und Gabriele Fograscher mit dem Pressesprecher des Eloka-Bataillons 922, Michael Langlotz.
Bild: Foto: Widemann

SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold besucht Kaserne. Zukunft des Standorts im Mittelpunkt

Donauwörth Wenn der verteidigungspolitische Sprecher einer Oppositionsfraktion aus dem Bundestag in eine Kaserne kommt, reicht die Aufmerksamkeit kaum über das normale Tagesgeschäft hinaus. Wenn aber einen Tag zuvor die Eckpunkte für die Strukturreform der Bundeswehr bekannt geworden sind und jeder Standort um seine Existenz zittern muss, dann ist das Interesse groß, die neuesten Informationen und Entwicklungen aus Berlin von einem zu erfahren, der in dieser Zeit ganz nahe dran am Geschehen ist.

So war es auch nicht verwunderlich, dass gestern der Besuch von Rainer Arnold – ihn begleitete die Parteikollegin und Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher (Nördlingen) – beim Bataillon für elektronische Kampfführung (Eloka) 922 in Donauwörth von einer gewissen Brisanz war. Wie sieht die Zukunft der Bundeswehr aus? Wissen Sie etwas über den Standort? Diese Fragen standen nach Auskunft der beiden Politiker im Mittelpunkt. „Die Chancen für die Kaserne in Donauwörth haben sich weder verschlechtert noch verbessert“, lautete eine Antwort von Arnold, der am Vortag noch begehrter Interviewpartner von Presse, Funk und Fernsehen in ganz Deutschland gewesen war. Nach derzeitigem Stand sei alles, was zu diesem Thema gesagt werde, reine Spekulation.

Als „unschön“ bezeichnete Arnold den Investitionsstau in der Alfred-Delp-Kaserne. Rund 50 Millionen Euro wären nötig, „um diese wieder in einen zeitgemäßen Zustand zu bringen“. Wie berichtet, liegen die Pläne zur weiteren Sanierung der Gebäude auf Eis, seit im Verteidigungsministerium die Neuausrichtung der Streitkräfte beschlossen wurde. Daran könne man die Wahrscheinlichkeit des weiteren Bestands nicht festmachen, betonte der Nürtinger.

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Eines ist für den SPD-Mann jedoch klar: Die elektronische Aufklärung, welche die rund 1000 Soldaten auf dem Schellenberg derzeit unter anderem im Kosovo und in Afghanistan betreiben, sei bei militärischen Aufträgen nicht mehr wegzudenken. Die hoch technologischen Fähigkeiten seien immer mehr gefragt. „Es wäre politisch-strategisch gut, diese Dinge zu stärken“, so Rainer Arnold.

Der sieht im Konzept von Minister Thomas de Maizière durchaus gute Ansätze, kritisiert aber, dass die finanzielle Seite der Reform ungeklärt sei und der freiwillige Grundwehrdienst bereits vor seinem Start gescheitert sei.

Angenehm überrascht zeigten sich Arnold und Fograscher, dass die Donauwörther Soldaten – die Abgeordneten sprachen mit Führungsverantwortlichen, Vertrauensleuten und dem stellvertretenden Kommandeur Jochen Rosendahl – „nicht klein, klein diskutieren, sondern sich über die Zukunft der Truppe Gedanken gemacht haben.“

Eine wichtige Rolle innerhalb der Streitkräfte

Gabriele Fograscher versicherte: „Der Standort Donauwörth ist uns wichtig. Er spielt eine wichtige Rolle innerhalb der Bundeswehr.“

Eine generelle Entscheidung, auf welche Weise die Streitkräfte von 220000 auf 175000 bis 185000 Soldaten verkleinert werden soll, ist bekanntlich nun für den Herbst angekündigt.

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