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Entscheidung

14.07.2010

Rettungshubschrauber landet doch nicht in Donauwörth

Donauwörth wird doch kein Rettungshubschrauber-Standort. Foto: Brems
Bild: Brems

Nach einem zweistündigen Treffen in München spricht sich Horst Seehofer für Augsburg als Helikopter-Standort aus. Im Donau-Ries-Kreis sucht man jetzt nach einer Lösung.

Donauwörth/ München Im Raum Donauwörth wird nun doch kein Rettungshubschrauber stationiert. Dies hat Ministerpräsident Horst Seehofer gestern Abend entschieden. Seehofer, der das Thema zur "Chefsache" gemacht hatte, hörte sich rund zwei Stunden lang die Argumente der Vertreter der möglichen Standorte an und sprach sich dann dafür aus, den Helikopter am Zentralklinikum in Augsburg "landen" zu lassen. Bei Verantwortlichen im Donau-Ries-Kreis stößt dieses Machtwort teilweise auf Unverständnis.

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann betonte gegenüber unserer Zeitung, die bestehenden "weißen Flecken" im nördlichen Ries und im südlichen Landkreis Ansbach - diese Gebiete lägen außerhalb einer 60-Kilometer-Zone, wenn der neue Hubschrauber nach Augsburg kommt - müssten dennoch "seriös abgedeckt werden".

Wie Notfallpatienten auch in dieser Region rechtzeitig mithilfe eines Rettungshubschraubers optimal versorgt und möglichst schnell in eine geeignete Klinik transportiert werden sollen, das ist nach dem gestrigen Gesprächstermin in München noch offen. "Vorrang hat eine engere Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg", sagte Herrmann dazu. Die "weißen Flecken" setzten sich im Nachbarbundesland fort. Deshalb werde geprüft, ob für das Nordries, das südliche Franken und das östliche Württemberg eine gemeinsame Lösung möglich ist. Eine eventuelle Kooperation werde kurzfristig geprüft: "Wir wollen innerhalb der nächsten vier Wochen definieren, wie es weitergeht."

Rettungshubschrauber landet doch nicht in Donauwörth

Die Entscheidung von Seehofer nehme er zur Kenntnis, so der Minister. Der hatte sich bei dem Treffen im Maximilianeum nach Informationen unserer Zeitung "sehr eindeutig" für den Raum Donauwörth als Standort ausgesprochen. Wie mehrfach berichtet, war ein Gutachten, welches das Innenministerium in Auftrag gegeben hatte, zu dem Ergebnis gekommen, auf diese Weise könnte die Notfallversorgung aus der Luft am besten flächendeckend optimiert werden. In Augsburg machte sich heftiger Widerstand gegen einen Hubschrauber in Nordschwaben breit.

Alle Beteiligten hatten gestern die Möglichkeit, ihre Standpunkte darzulegen. Am Tisch saßen dem Vernehmen nach nicht nur Politiker aus dem Donau-Ries-Kreis (Landtagsabgeordneter Georg Schmid, Landrat Stefan Rößle und Oberbürgermeister Armin Neudert) und aus dem Raum Augsburg, sondern auch aus dem Allgäu und aus Mittelfranken. Auch dort waren Rufe nach einem Helikopter laut geworden. So wurde beispielsweise Gunzenhausen als Alternative genannt.

Für Augsburg sprach Herrmann zufolge letztlich die Tatsache, dass die Stadt und ihr Umland den drittgrößten Ballungsraum in Bayern darstellen. Von den geplanten baulichen Änderungen am Zentralklinikum - dort soll eine Landeplattform direkt auf dem Dach installiert werden - könnten auch die Bürger in Nordschwaben profitieren. "Das bringt in der Gesamtrettungszeit mindestens fünf Minuten für den Donau-Ries-Kreis", so der Minister. Die Details müssten noch untersucht werden.

Landrat Stefan Rößle erklärte in der Gesprächsrunde, der Flugplatz Genderkingen würde für einen Rettungshubschrauber ideale Voraussetzungen bieten.

Georg Schmid, CSU-Landtagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender, sagte nach Seehofers Entscheidung: "Mein Ziel war von Anfang an, dass es keine weißen Flecken geben darf." Schmid regte an, hier auch eine Lösung mit einem privaten Unternehmen ins Auge zu fassen. Er meinte damit wohl die Firma Ohnhäuser in Wallerstein, die einen Hubschrauberlandeplatz bauen will.

Erwin Rudolph, Geschäftsführer des Rot-Kreuz-Kreisverbands Nordschwaben, zeigte sich "stinksauer" darüber, dass Donauwörth als Standort passe ist: "Wenn Sachargumente nicht mehr zählen, dann sind Entscheidungen für mich nicht mehr nachvollziehbar." Was gestern in München herausgekommen sei, wertete Rudolph als "bodenlos". (wwi/sol)

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