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Holzheim

05.05.2020

Robert Ruttmann nimmt sich nun mehr Zeit für die große Leidenschaft

Robert Ruttmann bei seinem Besuch beim Bundespräsidenten Joachim Gauck am 23. Mai 2016.
Bild: Ruttmann

Plus In der 24-jährigen Amtszeit von Robert Ruttmann hat sich die Gemeinde Holzheim beachtlich entwickelt. Mit seinem Nachfolger hat er schon eine spezielle Absprache getroffen.

„Ich grüße sie letztmals als ihr Erster Bürgermeister“, so schließt Robert Ruttmann seinen Brief an die Bürger, mit dem er für das Miteinander und die Solidarität dankt und auf das in den vergangenen 30 Jahren Geschaffene zurückblickt. Den sechs Jahren im Gemeinderat (1990 bis 1996) folgten 24 intensive Jahre als Gemeindeoberhaupt.

In Holzheim hat sich viel bewegt

Über dem Eingang „seines“ Rathauses steht der Satz „Wer der Allgemeinheit dient, dient einem gestrengen Herrn“. Sein Handeln war danach ausgerichtet, diesem Herrn gerecht zu werden. „Dieser Spruch begleitete mich all die Jahre, nicht nur bei meinem täglichen Gang in die Amtsräume, sondern auch bei allen Terminen in der Gemeinde, im Lechgebiet, im Landkreis Donau-Ries, im Bezirk Schwaben und darüber hinaus“, schreibt Ruttmann zum Abschied.

Es hat sich unheimlich viel bewegt, seit Ruttmann die Leitung der Gemeinde übernahm. Die Erneuerung der Abwasseranlage mit neuer gemeinsamer Kläranlage forderte hohe finanzielle Solidarität der Bürger und Einschränkungen der Bauphase. Bedarfsorientierter Ausbau der Kindertagesstätte (nie musste ein einheimisches Kind abgewiesen werden), zeitgemäße Ausstattung der Feuerwehren, Sanierung der Grundschule im Verband mit der Nachbargemeinde Münster (Ruttmann war hier 24 Jahre Vorsitzender), Breitbandausbau und Erschließung mit Erdgas waren zentrale Projekte.

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Robert Ruttmann: "Wir haben doch sehr viel erreicht"

Das Bild der fünf Dörfer, die schulisch und pfarrlich schon immer verbunden waren und kommunal in den 1970er-Jahren zusammen geführt wurden, zeugt von nachhaltiger Kommunalpolitik. Straßen und Gehwege wurden ausgebaut, meist im Zusammenhang mit Kanalbauten, ein örtliches und überörtliches Radwegenetz wurden geschaffen sowie Dorferneuerungen durchgeführt. Die Vorbildfunktion und Verbundenheit von Bürgermeister Ruttmann mit Vereinen, Ehrenamtlichen und der Pfarrei hat viel zu aktiver Bürgergesellschaft und Gemeinschaftsgeist beigetragen.

Für eine lebenswerte und intakte Gemeinde hat Ruttmann über nahezu die gesamten 24 Jahre die geplante Errichtung der Schlackedeponie der Lechstahlwerke beschäftigt. „Wir konnten die Deponie bisher nicht verhindern, aber wir haben doch sehr viel erreicht“, resümiert Ruttmann im Hinblick auf die zusätzlichen Umwelt-Auflagen, die dem Unternehmen auferlegt wurden.

Bau- und Gewerbegebiete für Holzheim

Drei Eckpfeiler stechen für das Holzheim der Jahre 1996 bis 2020 besonders ins Auge: Durch Baugebiete konnte sich die junge Generation in der Gemeinde niederlassen. Im großem Konsens gelang die hervorragende Entwicklung der örtlichen Betriebe einschließlich neuer Gewerbegebiete: Allein von 1996 bis 2017 hat sich die Zahl der Arbeitsplätze im Ort von 141 auf 628 mehr als vervierfacht. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Gemeinde inzwischen in der Steuerkraft einen Spitzenwert einnimmt.

Ein Anliegen war Ruttmann die regionale und überregionale Einbindung der Gemeinde. In seinen Ehrenämtern hat er sich als Vertreter von Holzheim gesehen, aber auch die „Gesamtheit“ immer im Auge behalten, ob als stellvertretender Vorsitzender im Wasserzweckverband Thierhaupten (24 Jahre), als Kreisrat, stellvertretender Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft (jeweils seit 2008) oder in Gremien der CSU. Für den Bayerischen Gemeindetag war er ebenfalls seit 2008 aktiv – im Bezirksausschuss, als stellvertretender Kreisvorsitzender und schließlich für sechs Jahre als Kreisvorsitzender.

Ruttmann wünscht sich positives Ergebnis beim Thema Gemeindezentrum

Ohne Groll blickt Ruttmann auf die Planung des Gemeindezentrums, die jüngst viel Staub aufwirbelte: „Es wäre wünschenswert, wenn der Gemeinderat durch eine sachliche und konstruktive Beratung zu einem positiven Ergebnis kommen könnte.“

Bei aller Pflicht pflegte Robert Ruttmann stets seine große Leidenschaft: die Heimatgeschichte. Das begann schon vor den 30 Jahren im gemeindlichen Ehrenamt: 1984 gründete er den Heimatkundlichen Arbeitskreis Bergendorf (jetzt Heimatkundlicher Arbeitskreis Holzheim) und führt ihn seither. Er gestaltete maßgeblich das 1989 angenommene Gemeindewappen mit den fünf Sternen der Riederer, der Kanne der Holzheimer und der Kleinen Paar. Und über die Amtszeit hinaus wird er Leiter des Heimatmuseums bleiben – das ist mit seinem Nachfolger Josef Schmidberger abgemacht.

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