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Donauwörth

10.09.2017

Rößle: Zahl der Überstunden in Klinik ist gesunken

Die Situation des Pflegepersonals in der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth sorgt für Diskussionen.
Bild: Wolfgang  Widemann (Symbolbild)

In einem Interview mit unserer Zeitung betont der Landrat, dass an den gKU-Einrichtungen sogar Stellen geschaffen wurden.

Herr Rößle, wie beurteilen Sie die aktuellen Probleme der Beschäftigten speziell an der Donau-Ries-Klinik in Donauwörth im Bezug auf ihre überproportionale Arbeitszeitbelastung?

Stefan Rößle: Die Arbeitsbelastung in unseren drei Kliniken und vier Seniorenheimen ist hoch. Die Häuser werden von der Bevölkerung wegen ihrer Qualität in der medizinischen und der pflegerischen Versorgung auch sehr gut angenommen.

Das löst aber die Personalprobleme nicht….

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Rößle: Sie müssen eines sehen: In den Sommermonaten sind die Kliniken nicht voll belegt. Deswegen ist die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter auch geringer. In Donauwörth gibt es beispielsweise auf den beiden chirurgischen Stationen derzeit noch freie Arbeitsplätze im Pflegebereich, die mit Leiharbeitskräften besetzt sind. Die Stellen werden zum 1. Oktober fast komplett nachbesetzt.

Der Personalratsvorsitzende des Donauwörther Krankenhauses beklagt eine mangelnde Dialogbereitschaft des Vorstandsvorsitzenden Busse gegenüber den Arbeitnehmervertretern…

Rößle: Derzeit beklagt der gKU-Vorstand vielmehr, dass er damit beschäftigt ist, den derzeitigen Personalratsvorsitzenden auf die notwendige Einhaltung externer und interner Vorschriften, wie beispielsweise die Genehmigung seiner Dienstreisen, hinzuweisen. Mit mir hat der Personalratsvorsitzende bisher nicht das Gespräch gesucht. Dafür stehe ich ihm selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Ende vergangenen Jahres gab es in den gKU-Einrichtungen rund 91000 Überstunden. Warum gelingt es der gKU-Führung nicht, die Überstunden nachhaltig zu senken?

Rößle: Im Vordergrund der Tätigkeit des Vorstandes stand die Konsolidierung des gKU-Haushaltes, was bekanntlich gelungen ist. In diesem Zusammenhang ging kein einziger Arbeitsplatz am gKU verloren. Im Gegenteil: Es wurden sogar neue Stellen geschaffen.

Das löste aber das Problem der Überstunden nicht…..

Rößle: Die Problemstellung bei den Überstunden und den Urlaubstagen hat der Vorstand erkannt und bearbeitet. So wurden im vergangenen Jahr in hoher Anzahl Resturlaubstage abgebaut. Pro Beschäftigten sind die aufgelaufenen Urlaubstage und Überstunden zusammengenommen inzwischen um mehr als drei Stunden gesunken. Diese Entwicklung ist auch dem Donauwörther Personalratsvorsitzenden bekannt.

Warum wird eine ausgearbeitete Dienstvereinbarung zwischen der Personalabteilung des gKU und dem Personalrat zum Abbau der Überstunden nicht in Kraft gesetzt?

Rößle: Der gKU-Vorstand hat monatelang eine solche Vereinbarung mit dem Personalrat zur Angleichung der Dienste in der Pflege in allen drei Kreiskliniken verhandelt. Sie soll zu einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten und zu einer Entlastung der Beschäftigten führen. Vor Kurzem wurde die Zustimmung seitens des Personalrates zu dieser Vereinbarung ohne Angabe von Gründen verweigert. Im Übrigen ist die auf Anregung des Vorstandes verhandelt worden. Eine Einigung über alle darin enthaltenen Punkte steht noch aus.

Offenbar wurden in der Donau-Ries-Klinik seit Jahresanfang 300 Gefährdungsanzeigen von den Beschäftigten verfasst. Ist das für Sie kein Alarmzeichen?

Rößle: Sämtlichen Gefährdungsanzeigen wird selbstverständlich nachgegangen. Dabei spricht der jeweilige Vorgesetzte den Sachverhalt an und veranlasst gegebenenfalls Abhilfe. In vielen Fällen werden die Gefährdungsanzeigen aber nur mit dem Satz begründet „Ich konnte nicht dokumentieren.“ Dieser stellt eindeutig keine Beeinträchtigung der Pflegequalität dar.

Interview: Bernd Schied

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