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Landkreis

30.05.2019

Rückenwind für Landrat Rößle

Landrat Stefan Rößle beim Besuch der Landtagspräsidentin Ilse Aigner.
Bild: Barbara Wild

Der Zusammenhalt in der Kreis-CSU scheint zumindest nach außen zu stimmen. Die Partei nominiert Stefan Rößle mit großer Mehrheit und auch Ulrich Lange kann sich freuen

Mit starkem Rückenwind des CSU-Kreisverbandes kann Stefan Rößle am 15. März kommenden Jahres in den Wahlkampf um das Amt des Landrats im Landkreis Donau-Ries ziehen. Bei einer Delegiertenversammlung in Wemding nominierten die rund 180 Vertreter aus den 23 Ortsverbänden den 55-jährigen Oberndorfer mit 97 Prozent Zustimmung erneut zum Landratskandidaten. Vor sechs Jahren waren es vor dem Hintergrund der heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Kreis-CSU um die Nachfolge des langjährigen Landtagsabgeordneten Georg Schmid nur knapp 70 Prozent. „Ich bin überwältigt von dem Votum“, sagte Rößle kurz nach der Abstimmung sichtlich erleichtert. Mit einer solch breiten Zustimmung habe er nicht gerechnet.

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Lange findet nur positive Worte

Vorgeschlagen wurde Rößle vom Kreisvorsitzenden Ulrich Lange, der dem Landrat eine hervorragende Arbeit mit wichtigen Akzenten in den zurückliegenden fünf Jahren bescheinigte. „Wir werden Dich im Wahlkampf tatkräftig unterstützen, damit Du auch in der nächsten Periode Dein erfolgreiches Wirken für den Landkreis fortsetzen kannst.“ Zuvor hatte Stefan Rößle in einer 50-minütigen engagierten, teils kämpferischen Rede seine Agenda für die kommenden Jahre skizziert, die sich in weiten Teilen an die Programmatik der Grünen anlehnt. „Wir müssen die Zukunftsthemen rechtzeitig besetzen und nachhaltig handeln“, lautet dabei sein Credo.

Die Delegierten folgten den Ausführungen des Landrats aufmerksam, jedoch weitgehend ungerührt. Für einige Passagen gab es Zwischenapplaus, insbesondere dann, als er den Begriff „Nachhaltigkeit“ verwendete. Nach der Rede brandete jedoch minutenlanger Beifall auf, den Rößle sichtlich genoss. Nachfolgend einige Themen, denen sich der Landkreischef künftig verstärkt widmen will.

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Digitalisierung: Dieser Bereich soll zu einem „Top-Thema“ im Landkreis gemacht werden. Dazu brauche es neben einer modernen Ausstattung der Schulen weitere digitale Angebote der Landkreisverwaltung. Auch werde man im Nahverkehr, im Gesundheitswesen und in verschiedenen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge moderne digitale Angebote voranbringen müssen. Ein Zeichen setzen will der Landrat mit einem Digitalisierungslotsen, der am Landratsamt die unterschiedlichen Aktivitäten koordinieren soll.

Radverkehr: Rößle denkt dabei an den Ausbau von Radverkehrsverbindungen und Lückenschlüsse zwischen den Städten und Gemeinden. In einer Arbeitsgruppe sollen entsprechende innovative Konzepte zusammen mit einem Radverkehrsbeauftragten entwickelt werden.

Energie: In naher Zukunft will der Landkreischef bei der Energiegewinnung die 100-Prozent-Marke knacken. Soll heißen: Strom und Wärme werden im Kreis ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewonnen. Im Verkehrsbereich gehe es darum, verstärkt auf die E-Mobilität zu setzen.

Jugendpolitik: Rößle weiß, dass die CSU bisher ziemlich alt aussieht., wenn es um junge Wähler ging. Das möchte er ändern und mit den Kommunen für die Jugendlichen attraktive Kultur- und Freizeitangebote entwickeln. Die jungen Menschen machten sich auch im Landkreis Donau-Ries große Sorgen um das Klima und strebten nach Veränderungen, wie er in Gesprächen erfahren habe. Konzepten wie „Fair-Trade“ oder der „ökologische Fußabdruck“ komme eine große Bedeutung zu. Das Stichwort laute „Nachhaltigkeit“. Dieser Begriff müsse zum „Markenkern“ der CSU werden.

Nach der Nominierung des Landratskandidaten wurde der Vorstand der Kreis-CSU neu gewählt. Ulrich Lange wurde mit 92 Prozent in seinem Amt als Kreisvorsitzender bestätigt. Den Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler, Claudia Marb, Wolfgang Kilian und Reinhold Bittner bestätigten die Delegierten als Stellvertreter. Steffen Dollmann ist weiter Schatzmeister, Jürgen Landgraf und Julian Bumberger bleiben Schriftführer.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Bernd Schied: Wer tritt gegen Rößle an?

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