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Landkreis Donau-Ries

03.01.2019

Schicksalsjahr für die Erneuerbaren Energien

Biogasnalagen – wie hier in Hamlar – gibt es viele im Landkreis Donau-Ries.
Bild: Wolfgang Widemann

Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler (CSU) nennt 2019 ein Schicksalsjahr für die Biogasbranche. Die ist im Landkreis Donau-Ries besonders stark vertreten.

Das Jahr 2019 wird sowohl für die Biogasbranche als auch für die gesamte Entwicklung der erneuerbaren Energien ein Schicksalsjahr. Diese These vertrat der CSU-Stimmkreisabgeordnete Wolfgang Fackler im Rahmen eines Austauschs in Fünfstetten.

Michael Hofer hatte rund 20 Biogas-Anlagen-Betreiber aus dem ganzen Landkreis eingeladen, um mit dem CSU-Stimmkreisabgeordneten die derzeitige politische Situation rund um die Energiewende zu besprechen. Die installierte Leistung der 96 Biogasanlagen im Landkreis Donau-Ries beträgt aktuell rund 73 Megawatt (MW). Die anwesenden Betreiber liefern davon rund 30 MW.

Sichere und saubere Energiewende im Landkreis Donau-Ries?

Fackler stellte zunächst klar, dass es das erklärte Ziel des Freistaats Bayern sei, die Energiewende „sicher, sauber und bezahlbar“ umzusetzen. Dabei gelte es bei der Energiewende nicht nur den Sektor Strom zu beachten, sondern auch die Wärme und den Verkehr. Der Blick richte sich dabei gleichzeitig auf dezentrale, wie zentrale Lösungen: „Es muss um eine realistische Energiepolitik gehen und nicht um Gewissensberuhigung oder Ideologien, die leider viel zu oft im Mittelpunkt der Debatte stehen“, sagte Fackler.

Speziell bei den Biogasanlagen wolle sich der Freistaat Bayern laut Koalitionsvertrag für eine verlässliche und zukunftssichere Lösung nach dem Auslaufen der Förderung einsetzen. Denn genau hier drücke den vielen „Biogasern“ im Landkreis der Schuh: Seit der letzten Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2017 gibt es keinen festgeschriebenen Strompreis mehr.

Die meisten Anlagen erhalten eine feste Vergütung

Die Vergütungshöhe wird seitdem über Ausschreibungen geregelt. Der Höchstgebotspreis beträgt derzeit für Neuanlagen 14,58 Cent pro Kilowattstunde (kWh) für Neuanlagen und 16,56 ct/kWh für Bestandsanlagen. „Wir stellen uns gerne dem Markt“, sagte Rainer Weng aus Alerheim, „aber zu diesen Konditionen lässt sich kaum eine Biogasanlage betreiben“.

Die meisten Anlagen erhalten noch eine feste EEG-Vergütung. Das im April 2000 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz garantiert einen festen Strompreis für die Dauer von 20 Jahren.

Da die meisten Anlagen im Zeitraum 2004 bis 2006 in Betrieb gegangen sind, haben sie noch einige Jahre Laufzeit zu den besseren Konditionen vor sich. „Aber dann ist damit Schluss und man muss dann in Ausschreibungsverfahren. Die meisten Biogas-Anlagen-Betreiber fahren deshalb auf Sicht, weil Investitionen nur zurückhaltend getätigt werden“, meinte Michael Hofer.

Der Maisanbau ist wieder rückgängig

Und so stellte Paul Schweihofer aus Mertingen die Frage in den Raum, „wer eigentlich künftig den sicheren Strom macht, wenn wir nach der Atomenergie auch aus der Kohle aussteigen?“. Es braucht endlich positive Signale aus Berlin für den Energieträger Biogas, weil nur so eine wirtschaftliche Perspektive erkennbar wäre.

Die Modernisierungsregelung funktioniert aus Sicht der Betreiber nicht. Dafür liege in der Flexibilisierung, das heißt in Phasen, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, die Zukunft.

„Das muss aber anerkannt werden. Schließlich ist auch der oft kritisierte Maisanbau seit 2016 rückläufig, da nicht zuletzt durch das EEG 2017 der höchstens zulässige Anteil an Biogassubstrat auf 50 Prozent reduziert wurde und weiter reduziert wird“, so Weng. (dz)

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