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Harburg

30.11.2017

Schöne Musik und ein Hauch von Abschied

Der Liederkranz Harburg sang das letzte Lied des Abends – „Kriminaltango“ – mit Strohhüten „garniert“ und mit einem besonderen Augenzwinkern.
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Der Liederkranz Harburg sang das letzte Lied des Abends – „Kriminaltango“ – mit Strohhüten „garniert“ und mit einem besonderen Augenzwinkern.
Bild: Gerhard Meyer

Der Liederkranz Harburg konzertiert mit Freunden für die Kartei der Not. Zugleich gibt es eine Veränderung.

Zum herbstlichen Benefizkonzert für unser Leserhilfswerk Kartei der Not hatte der Liederkranz Harburg eingeladen und stimmte schon durch den jahreszeitlich passenden Schmuck der Schulaula auf das Ereignis ein. Als Gastchöre waren dabei: der Landfrauenchor Donau-Ries, der Männergesangverein Bissingen und die Bläsergruppe der Stadtkapelle Harburg, die den Namen „7 auf einen Streich“ trägt. In den Abend starteten – instrumental – die Bläser unter Leitung von Franz Fischer mit dem „Olympia Marsch“ und der „Stephanspolka“, ehe der Gemischte Chor des Liederkranzes Harburg mit dem Lied „Singen gibt dem Leben Sinn“ von Franz Bartel/Adolf Frey-Völlen, Leitung Gisela Tatz, den vokalen Teil eröffnete. Vorsitzender Franz Heidinger freute sich über die große Zuhörerschar, unter die sich auch Abordnungen der befreundeten Chöre gemischt hatten.

Yehudi Menuhin, der berühmte Geiger, hat einmal gesagt: „Musik ist die einzige Sprache der Welt, die alle Menschen verstehen.“ Mit dieser Überzeugung befasste sich sinngemäß auch der Liederkranz mit seinem nächsten Lied „Ein Lied ist wie ein Traum“ (Manfred Bühler).

Dass Singen Freude bereitet, war dem Landfrauenchor – alle Damen im Festtagsdirndl gekleidet – unbedingt anzusehen. Unter der Leitung von Erna Dirschinger begann der Chor mit dem Lied „Hei griaß di Gott Ländle“ (Hyazinth Wäckerle/Karl König) und beendete diesen Part mit „I bin a Schwob“ (Florian Stichele/Karl König). Die Lieder in schwäbischer Mundart fanden großen Anklang.

Der Männergesangverein Bissingen fuhr im Programm fort mit den Maierhofer-Liedern „Geht es Dir gut?“ und „In de Bäääärg“. Moderiert und geleitet von Roman Bauer, der auch kurze Soli dabei sang, fügte sich der Chor sehr schön in die abwechslungsreiche Vielfalt ein, die der gesamte Rahmen mit Bläsern, Frauenchor, Männerchor und gemischtem Chor bot.

Der Gemischte Chor Harburg brachte als Nächstes „Alles hat seine Zeit“ (Manfred Bühler) zu Gehör. Darin heißt es nach einem irischen Gruß: „Nimm dir Zeit zum Lachen – es ist die Musik der Seele. Nimm dir Zeit zum Lieben – es ist der Reichtum des Lebens.“ Mit dem fröhlichen Wanderlied „Hinaus in die Welt“ (Marc Somaris/Manfred Bühler), das vom Farbenspiel und der Schönheit der Natur handelt, beschloss der Liederkranz diesen Auftritt.

In die Pause leiteten die 7 auf einen Streich über mit den Stücken „Hinter der Garage“ und „Im Rosengarten“. Und nach der Pause spielten die Bläser wieder auf mit „Klänge der Heimat“. Bei diesen bekannten Volksweisen war das Publikum eingeladen, mitzusingen. Im Anschluss ließen sich erneut die Landfrauen hören, anmoderiert von Erna Dirschinger, die darauf hinwies, dass Harburg – im Zentrum des Landkreises liegend – einiges möglich mache. Immerhin so viel, den Landfrauenchor und Roman Bauer aus Bissingen mit seinem Männerchor zusammenzubringen. Und noch etwas machte dieser Chorabend möglich – Harburgs Chorleiterin Gisela Tatz und Roman Bauer hatten nämlich gemeinsam die Chorleiter-Ausbildungen gemacht.

Musikalisch ging es weiter mit den Landfrauen und „Die Rose“ (Michael Kunze/Manfred Bühler) und dem amüsanten Lied „Ein Likörchen fürs Frauenchörchen“, (Gerhard Grothe/Pascale Thibaut), das sie am Ende mit dem entsprechenden alkoholischen Getränk begossen, das sie aus ihren Schurztaschen zogen.

Die Kesseltaler Männer führten weiter mit zwei Liedern aus der Rubrik „Neue Chormusik“. Sie begannen mit dem Ohrwurm von Peter Maffay „Über 7 Brücken mußt du gehn“ (Richter/Swillms/Thibaut) und beendeten ihren Auftritt mit einem Lied der Toten Hosen, „Tage wie diese“, worin es heißt: „An Tagen wie diesen wünscht man sich die Ewigkeit.“ Beide Interpretationen kamen sehr gut an.

Da es nun dem Ende entgegenging, setzte die Bläsergruppe der Stadtkapelle Harburg unter ihren Auftritt den Schlusspunkt mit „Guten Abend, gut’ Nacht“. Das allerletzte musikalische Wort freilich gebührte dem Gastgeber, für den der Liederkranz seinen letzten Auftritt absolvierte. Er führte die Gäste zurück in die 60er-Jahre, mit „Gitarren klingen leise durch die Nacht“ (Hehrer) sowie dem „Kriminaltango“ (Trombetta/Frommlet). Um den pointierten Charakter des Stücks zu unterstreichen, trugen die Herren Strohhüte und ließen den Schuss, der im Text besungen wird, auch akustisch erklingen – sekundengenau!

Für den Harburger Liederkranz verändert sich nach diesem Konzert einiges: Vorsitzender Franz Heidinger hatte nämlich die schwere Aufgabe, die Chorleiterin zu verabschieden. Gisela Tatz übte dieses Amt 30 Jahre lang aus. Zunächst beim von ihr gegründeten Liederkranzlein, dann beim Frauenchor und zuletzt beim gemischten Chor. Sie war bei allen Veranstaltungen des Liederkranzes federführend mit dabei, vor allem bei den legendären Faschingsbällen, den Grillfesten, den Adventskonzerten und bei vielem mehr. Für diesen Einsatz ehrte die Vorstandschaft sie nun mit der Ernennung zur „Ehrenchorleiterin“. Kreisvorsitzende Marion Schauer nahm die Ehrung vor und überreichte die Ehrenurkunde. Gisela Tatz hatte sich dankenswerterweise vorher schon bereit erklärt, den Chor übergangsweise weiterzuleiten, bis ein neuer Dirigent gefunden wird. Keine leichte Aufgabe für den Verein!

Angenehmer war die abschließende Aufgabe für Franz Heidinger, dem es oblag, sich bei den Gastchören für deren Mitwirken und bei dem aufmerksamem Publikum fürs Zuhören zu bedanken. Mit dem Lied der Bläser „Nehmt Abschied Brüder“ ging ein schöner Konzertabend zu Ende. (gema)

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