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Donauwörth

22.12.2016

Schüler setzen Zeichen gegen Rassismus

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Wie sinnlos Rassismus ist, zeigte der bewegende Vortrag eines syrischen Flüchtlings bei der Verleihung der Auszeichnung.
Bild: Kinne

Die Donauwörther Hans-Leipelt-Schule macht sich für Courage stark.

Hinter Mahmoud Hussni liegt ein langer, beschwerlicher Weg. Über 3000 Kilometer legte der syrische Flüchtling zusammen mit seiner Familie zurück – zu Fuß, mit dem Auto, dem Zug, dem Schlauchboot. Heute steht er vor hunderten Schülern in der Aula der Donauwörther Hans-Leipelt-Schule (FOS/BOS) und erzählt von seiner Flucht. Gebannt hören die jungen Frauen und Männer zu, deren Schule der Preis „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, verliehen wird. Im Vorfeld dazu mussten sich die Schüler mit einer Unterschrift verpflichten, aktiv gegen Diskriminierung einzugreifen, um an dem bundesweit von der Aktion Courage initiierten Preis teilzunehmen.

Vortrag über Flucht fesselt Schüler

„Ich war ein reicher Mann“, sagt Hussni. Mit dem Verkauf von Computern habe er im modernen Syrien sein Geld verdient. Doch das Land, in dem Hussni so gerne mit seiner Familie lebte, gebe es nicht mehr: „Heute ist da Krieg. Es gibt keine Schulen mehr, keine Arbeit, keine Familien“. Die Menschen müssten in ständiger Angst vor Bombeneinschlägen leben. Zusätzlich machten das Militär und der Geheimdienst des syrischen Machthabers Baschar al-Assad jedem, der sich regierungskritisch äußere, das Leben zur Hölle. Auch Hussni war mehrere Tage vom Geheimdienst eingesperrt worden. Als Militärverweigerer wurde er gefoltert und geschlagen. Als er schließlich doch frei kam, habe das syrische Regime seine Computer beschlagnahmt. „Ich hatte nichts mehr“, sagt Hussni. Er habe keine andere Wahl gehabt und sei schließlich zusammen mit seiner Familie ins sichere Deutschland aufgebrochen.

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„Der Vortrag hat mich bewegt“, sagt die 21-jährige Schülerin Myriam Zimmermann. Sie möchte sich nun ehrenamtlich bei der Aktion Anker, einer Donauwörther Initiative für Geflüchtete, engagieren. „Wir haben die Aktion im letzten Jahr ziemlich spontan gegründet“, erzählt Initiatorin Silvia Huber bei der Preisverleihung. Mittlerweile sei daraus ein großer Helferkreis entstanden, der sogenannte Patenschaften für Flüchtlinge übernehme und diesen Menschen hilfreich zur Seite stehe. Übergeben wird die Auszeichnung „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“, von Thomas Krepkowski, ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Bezirksjugendrings Schwaben. Der Preis sei ein Zeichen für „Courage und Mut“ und dafür, „bei konkreten Äußerungen und Handlungen von Mobbing, Ausgrenzung und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit aktiv zu werden“.

Toleranz und Mitgefühl im Schulhaus

Die 20-jährige Schülerin Annika Maier, die den Preis mit ihrer Mitschülerin Sarah Lysinger entgegennehmen darf, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen damit aufhören, Menschen mit Worten zu verletzen“. Stattdessen solle Toleranz und Mitgefühl im Schulhaus herrschen. Denn wie das Beispiel des geflüchteten Mahmoud Hussni zeigt, liegt hinter jedem Menschen ein Schicksal, das es zu entdecken und zu respektieren gilt. Maier: „Wir wollen doch alle mit einem Lächeln an unsere Schulzeit zurückblicken“.

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Die Diskussion ist geschlossen.

22.12.2016

"dazu mussten sich die Schüler mit einer Unterschrift verpflichten"

Ist das DDR 2.0 oder gehts Richtung Nordkorea? Entschuldigung für den Kommentar, ich weiß ja es ist der Kampf Gut gegen Böse. Ist das wirklich die Aufgabe einer Schule?

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22.12.2016

Was sollte denn sonst die Aufgabe einer Schule sein? Gut von Böse unterscheiden zu lehren ist wichtiger als Infinitesimalrechnungen.

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