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08.08.2019

Schulbauprojekt des Kreis Donau-Ries erfolgreicher als gedacht

Bei seiner Reise nach Mosambik konnte Landrat Stefan Rößle schnell erkennen, woran es hapert vielerorts in Afrikas Schulen. Sie sind teils in einfachen Blechhütten untergebracht. 
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Bei seiner Reise nach Mosambik konnte Landrat Stefan Rößle schnell erkennen, woran es hapert vielerorts in Afrikas Schulen. Sie sind teils in einfachen Blechhütten untergebracht. 

Eine Zwischenbilanz zeigt: Das im Landkreis entstandene Projekt „1000 Schulen für unsere Welt“ ist überaus erfolgreich. Viele andere Regionen steigen nun mit ein.

Die Müllberge, die windschiefen Hütten und die Schulen unter freiem Himmel bei flirrender Hitze. Diese Bilder bewirkten zweierlei bei dem, der sie fotografiert hat – bei Landrat Stefan Rößle: Dankbarkeit für die Errungenschaften zu Hause in Deutschland einerseits – das Bewusstsein andererseits, dass die Wohlhabenden mehr für die Armen in der Welt tun müssten.

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Seitdem Rößle kurz vor Weihnachten 2016 erstmals von den Schulbauprojekten von Reiner Meutsch und dessen Hilfsorganisation „Fly and Help“ gehört hat, ist einiges passiert. 77 Schulen wurden seitdem geplant oder auch bereits gebaut, davon allein 27 durch private Spenden aus dem Landkreis Donau-Ries.

Mehr zum Thema: Donau-Ries und Afrika: Eine besondere Beziehung

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Entwicklungsministr Gerd Müller ist Schirmherr

Längst ist das interkommunale Entwicklungshilfeprojekt über den Landkreis hinaus bekannt geworden. So bekannt, dass sich Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) bereit erklärt hat, Schirmherr für die Aktion im großen Stil zu werden: Durch private Spenden aus Deutschlands Kommunen und Kreisen sollen 1000 Schulen in Afrika finanziert werden. Im November 2018 gab es dazu den offiziellen Startschuss in Berlin. Eine Befristung wollen sich die Organisatoren bewusst nicht auferlegen.

Für Landrat Rößle ist das alles auch ein Beitrag dazu, dass Menschen aus ärmeren Regionen sich nicht mehr auf die Flucht begeben müssen. Dass sie mit einer Schulbildung ein wertvolles Fundament für ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben setzen können und wichtige Fertigkeiten erlernen. Mit dieser Form der Entwicklungshilfe zwischen den deutschen und afrikanischen Regionen beziehungsweise Kommunen wolle man, wie Rößle erklärt, keineswegs die Empfängerländer aus der Pflicht nehmen. Durch die Spenden würden nach wie vor nur die Gebäude finanziert. Für die Lehrer und den Unterhalt müssten hingegen die staatlichen oder auch kirchlichen Stellen im jeweiligen Land aufkommen. Die Umsetzung der Schulbauprojekte finde dann mithilfe von vor Ort präsenten Partnerorganisationen statt, die den Schulbau vor Ort initiieren und überwachen. Ohne konkrete Vertrauenspersonen in den Ländern steige man in kein Bauprojekt ein. So könne man die besonders in der südlichen Hemisphäre des Öfteren zu beobachtende Korruption wirksam umgehen.

Elf Schulen durch private Spenden aus dem Kreis gebaut

Elf Schulen wurden ausschließlich mithilfe von privaten Spenden aus dem Kreis Donau-Ries schon fertig gebaut. Der Schulbetrieb läuft dort bereits. Die Gesamtfördersumme hierfür: 483000 Euro. 16 Schulbauprojekte sind derweil in Planung, der Finanzbedarf, 728200 Euro, ist zu 55 Prozent zugesagt.

Aufgrund der bundesweiten Vorstellung des Projektes sind insgesamt über das Projekt „1000 Schulen“ 77 Projekte in Planung oder schon gebaut. Dafür ist eine Summe von annähernd vier Millionen Euro erforderlich, wovon gut die Hälfte aufgetrieben ist. Bei der Ausweitung des Projektes sei auffällig, so Rößle, dass vor allem die bayerischen Nachbarregionen sich stark beteiligen. So ist beispielsweise allein der Kreis Fürstenfeldbruck jüngst mit zehn Schulen eingestiegen. Die Kreisgemeinden Mertingen und Oberndorf dächten bereits über Folgeprojekte nach.

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Es braucht Perspektiven für die Menschen

Nicht nur zahlenmäßig soll die Aktion expandieren. Wie Rößle erklärt, wolle man im Sinne der Nachhaltigkeit künftig auch sowohl im Vorschulbereich als auch bei der Berufsausbildung nach deutschem Vorbild ansetzen. Es sei klar, dass Schule allein nicht reiche. Es bräuchte auch davor und danach Perspektiven für die Menschen.

Bei seinem Besuch jüngst in Mosambik konnte Landrat Rößle rasch sehen, in welchen Bereichen ebenfalls eine Entwicklungszusammenarbeit vonnöten ist. Offene, unversiegelte Müllhalden und primitivste Hütten für die Schüler seien nur zwei eindrückliche Beispiele.

Landrat Rößle bringt nicht nur (privates) Geld für die Projekte auf, sondern auch seine Freizeit. In seinem Urlaub im August werde er beispielsweise bei der Tagung der hessischen Landräte seine Ideen vorstellen.

Weitere Infos und Spendenmöglichkeiten im Internet unter www.1000Schulenfuerunserewelt.de

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