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Bäumenheim

17.06.2020

Schwimmende Solarmodule aus Nordschwaben sollen Minister begeistern

Können schwimmende PV-Anlagen in kleinen Seen einen Teil zur Energiewende beitragen? Hier zusehen ist die in Bäumenheim schwimmende Insel des Kieswerkes Klauser-Wensauer in Bäumenheim.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Johannes Strasser stellt Projekt aus Bäumenheim dem bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor und will dessen Interesse an schwimmenden Solarmodulen wecken

Einen Teil seiner Energie bezieht das Kieswerk Klauser-Wensauer in Bäumenheim bereits von Betoninseln mit Solarmodulen. Im firmeneigenen Baggersee direkt vor den Toren des Firmensitzes wurden 32 schwimmende Inseln installiert. Auf ihnen wurden Photovoltaikanlagen installiert. Jetzt soll das Projekt sogar ein Modell für ganz Bayern werden. Das forciert jedenfalls Energy Forever (zu deutsch: Energie für immer), die Miterfinder-Firma des ehemaligen Landtagsabgeordneten Johannes Strasser.

Der Ex-Parlamentarier und frühere Tapfheimer Bürgermeister hat sich in einem Brief an Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ( Freie Wähler) gewandt. Darin stellt er dem bayerischen Staatsminister die Möglichkeiten dar, die sogenannten Floating-PV-Kraftwerke bieten könnten. Gestützt wird die Einschätzung vom Fraunhofer-Institut, das laut Strasser ein „immenses Potenzial“ sieht.

Viel Wasser im Landkreis Donau-Ries - viel Platz für Solarinseln

Oliver Klausers Idee sei von den Behörden, wie er berichtet, vor Jahren abgeschmettert worden. Dann aber entdeckte Strasser, dass schwimmende PV-Anlagen inzwischen zugelassen seien. Das habe ihn, der sich seit Jahren aktiv mit der Energiewende auseinandersetzt, angespornt. Oliver Klauser hat große Erfahrung mit schwimmenden Inseln. „Ein Know-how, das sich über Jahre entwickelt hat“, erzählt er im Hinblick auf die ersten Badeinseln, die seit zehn Jahren in Gewässern ankern. Der Zufall hat das Kieswerk und dessen tüftelnden Chef Oliver Klauser mit Johannes Strasser von der Firma Energy Forever aus Gundelfingen und E3, die Energie-Effizienz-Experten (wie sie sich selbst nennen) aus Schwäbisch Hall, zusammengebracht.

Schwimmende Solarmodule aus Nordschwaben sollen Minister begeistern

Strasser wie Klauser verweisen auf die großen Wasserflächen im Landkreis Donau-Ries, etwas weniger im Landkreis Dillingen, vorwiegend entstanden durch den Kiesabbau. Es müsste doch möglich sein, so die Überlegung der beiden, einige Seen für schwimmende PV-Anlagen zu nutzen. Ein Projekt in Rheinland-Pfalz zeige, dass dies machbar sei. Und auch in Hessen sei ein solches Projekt bereits genehmigt, scheitere aber wohl an den Kosten für die Pontons.

Strasser träumt von einem Kompetenzzentrum für Nordschwaben

Strasser führt 474 Strandseen, 725 Baggerseen und 354 Kiesseen in Deutschland an. Allein im Landkreis Donau-Ries betrage die Wasserfläche 450 Hektar. „Wir haben mit Betoninseln gute Erfahrungen gemacht“, schreibt Strasser. Beton deshalb, „weil das Material heimisch ist und die Inseln stabil und ruhig auf der Wasseroberfläche schwimmen“. Neben dem Versuchsobjekt in Bäumenheim gibt es nach Angaben von Strasser weitere ähnliche Anlagen im hessischen Babenhausen sowie in Teterow (Mecklenburg-Vorpommern).

Strasser schlägt dem Minister vor, ein „Deutsches Kompetenzzentrum für Floating-PV-Kraftwerke mit Produktionshallen“ in Nordschwaben zu errichten. Strasser: „Weil es viel Wasserfläche durch den Kiesabbau gibt und die Entwicklung in Bäumenheim ihren Ausgang hatte.“ Strasser erläutert Aiwanger in seinem Brief, dass aus überschüssigem Strom beispielsweise synthetisches Erdgas oder Wasserstoff hergestellt werden könnte. Braunkohlestaub als Energieträger sei dadurch bei Bitumen- oder Betontrocknungsanlagen ersetzbar.

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