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Jugend forscht 2015

24.02.2015

Sensible Laufkäfer und geizige Tomaten

Eva Häselhoff
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Eva Häselhoff

Sieben Jugendliche aus dem Landkreis nehmen am Wettbewerb „Jugend forscht und Schüler experimentieren“ teil. Mit welchen Projekten sie die Jury überzeugen wollen.

Warum wuchert Unkraut trotz entsprechender Vernichtungsmittel weiter? Was kann man tun, damit weniger Milben ein Bienenvolk befallen? Und wie schafft man es, dass sich ein Spanngurt beim Befestigen der Ladung nicht verdreht?

Mit diesen und anderen spannenden Fragen haben sich insgesamt sieben Jugendliche aus dem Verbreitungsgebiet der Donauwörther Zeitung beschäftigt. Alleine oder in kleinen Gruppen werden sie ihre Projekte bei „ Jugend forscht und Schüler experimentieren“ vorstellen. Der Regionalwettbewerb findet am 26. und 27. Februar im Augsburger Textilmuseum statt und wird von der Augsburger Allgemeinen und MAN Diesel & Turbo mitorganisiert. Hier sind die Projekte in der Kategorie „Jugend forscht“im Überblick:

Die 18-jährige Jamie Baeck hat passend zu ihrer Seminararbeit Hummeln im Auwald in Oberndorf am Lech beobachtet und ihr Verhalten analysiert. Dazu ist die Schülerin des Gymnasiums Donauwörth alle zwei Wochen entlang einer festgelegten Strecke durch den Wald spaziert. Vorbei an einem See, einem Damm und dem Waldrand hat sie geschaut: Wo und welche Art von Hummeln gibt es hier und was tun sie gerade? Ihre Beobachtungen hat die Schülerin aus Oberndorf am Lech in Diagrammen festgehalten und die Ergebnisse analysiert.

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Dabei hat sie festgestellt, dass wegen der vielen Blüten die meisten Hummeln am Damm und am Waldrand fliegen. Als der Damm gemäht wurde und schlechtes Wetter war, waren die Blüten und somit auch die Hummeln weg. Dennoch meint die Jugendliche, dass die Hummeln im Auwald ein ganz normales Leben führen. Eben so eines, wie sie es vor ihrem Experiment in einem Fachbuch gelesen hat. Mit ihrem Projekt möchte die 18-Jährige darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Hummeln für die Natur sind.

Auch Philipp Köber aus Mertingen will Werbung für den Naturschutz machen. Der 17-Jährige hat am Gymnasium Donauwörth eine Seminararbeit über Laufkäfer geschrieben und festgestellt, dass das ganz besondere Tiere sind. Denn sie eignen sich besonders gut als Bioindikatoren, also als Lebewesen, an deren veränderten Lebensfunktionen sich Umwelteinflüsse ablesen lassen. Um das zu beweisen, hat der Jugendliche mithilfe von Bodenfallen Laufkäfer auf drei unterschiedlich genutzten Flächen im Feuchtgebiet Mertinger Höll gefangen, ihre Art und die Größe bestimmt und sie wieder freigelassen.

Ergebnis: Große Tiere fanden sich nur in Büschen, kleine Tiere auf großen Flächen. Und noch etwas hat der Schüler herausgefunden: Käfer sind sehr an ihre Umwelt angepasst. Verändert sich diese, verschwinden die Käfer innerhalb kürzester Zeit. Philipp Köber sagt: „Alleine den Käfer zu schützen, bringt nichts, wenn dann die ganze Natur.“

Michael Schmid aus Holzheim befasste sich zusammen mit seinen Kollegen Christian Schedler und Tobias Lipowsky vom MAN-Ausbildungszentrum in Augsburg mit einem alltäglichen Problem. Die Spanngurte, mit denen sie anfangs Heuballen befestigten, verdrehten sich fast jedes Mal. Aus Sicherheitsgründen muss der Gurt allerdings gespannt sein. Da half nur eines: Gurt aus der Ratsche fädeln, entwirren und wieder einfädeln. Und das kostete Zeit.

Deshalb haben die Auszubildenden einen Spanngurt mit Drehgelenk entwickelt. Das Gelenk soll verhindern, dass sich der Gurt verdreht. So kann eine Ladung viel schneller befestigt werden. Der Auszubildende sagt: „Das ist schon eine Zeitersparnis.“ Auch für den Berufsalltag ist der Spanngurt eine tolle Erfindung, denn dort müssen die drei 18-Jährigen beispielsweise Bauteile und Paletten befestigen.

Der Maisacker in Felsheim bei Wörnitzstein war das Forschungsobjekt von Eva Häselhoff. Die Schülerin des Gymnasiums Donauwörth hat sich mit dem Thema Unkraut beschäftigt. Die 18-Jährige wollte herausfinden, wie sich der Einsatz von Unkrautbekämpfungsmittel auf dem Maisacker auswirkt. Dazu hat die Donauwörtherin vier Linien im Acker gezogen und 18 Punkte festegelegt, von denen aus sie das Unkraut im Umkreis von einem Meter untersucht hat. Das Ganze machte sie dreimal: Einmal vor dem Einsatz von Unkrautbekämpfungsmitteln, einmal danach und einmal einige Zeit später.

Wie erwartet konnte die Schülerin vor dem Spritzen viele Unkrautarten entdecken. Nach dem Spritzen ist nur das Unkraut, das Nutzpflanzen nicht schadet, weggefallen. Die schädlichen Arten wucherten weiter. Als Eva Häselhoff einige Zeit später den Acker erneut untersuchte, stellte sie fest: Das weggestorbene Unkraut hat sich kaum regeneriert. Mit ihrem Projekt möchte die Schülerin zeigen, dass wir Menschen etwas vernichten, was nicht nur schädlich ist. Denn verrottetes Unkraut eignet sich als Dünger. Setzt man Unkrautvernichtungsmittel ein, bleibt das schädliche Kraut erhalten und breitet sich aus. So wird das Unkrautproblem noch größer.

Sie ist zwar nur einen Millimeter groß, kann aber ein ganzes Bienenvolk töten. Die Rede ist von der Varroamilbe, mit der sich Anna-Maria Gnann aus Erlingshofen in ihrer Seminararbeit zum Thema Bienenkrankheiten beschäftigt hat. In ihrem Versuch hat die Schülerin des Gymnasiums Donauwörth zwei Bienenvölker untersucht und festgestellt, dass beide Völker von Milben befallen waren.

Um die Milben zu bekämpfen, hat die Jugendliche Ameisensäure in einen Behälter gefüllt und diesen an der Wabe befestigt. Die 18-Jährige sagt: „Die Säure ist verdampft. Der Großteil der Milben ist abgestorben.“ Da Ameisensäure eine organische und keine chemische Säure ist, eignet sie sich besonders gut, um die Varroamilben zu bekämpfen. Im Honig schmeckt man davon rein gar nichts.

Hier die Projekte „Schüler experimentieren“ im Überblick:

Unter Hobbygärtnern ist bekannt, dass man Tomatenstauden so zuschneiden soll, dass sie in die Höhe wachsen. Dass das sogenannte Ausgeizen nicht viel bringt, hat Farina Mayrshofer aus Tapfheim mit ihrer Schulkameradin Anna Rogg herausgefunden. Die beiden Schülerinnen des St.-Bonaventura-Gymnasiums in Dillingen haben Cherry- und Cocktailtomaten angepflanzt. Davon haben sie die eine Hälfte ausgegeizt, die andere nicht.

Immer wenn die Tomaten reif waren, haben die beiden Mädchen die Früchte geerntet, ihre Größe und das Gewicht gemessen. Dann haben die Schülerinnen ein paar Tomaten gegessen und ihren Geschmack bewertet. Ergebnis: An den ausgegeizten Tomatenstauden wuchsen zwar mehr Tomaten. „Die waren aber nicht so süß und hatten nicht so viel Geschmack“, sagt die elfjährige Farina Mayrshofer. Die Tomaten der nicht zugeschnittenen Stauden hingegen haben viel besser und aromatischer geschmeckt.

Ein Kaba, der sich von selbst umrührt und keine Klümpchen enthält? Das könnte bald möglich sein. Der 14-jährige Max Schäferling aus Bissingen hat zusammen mit zwei Schulkameraden des Johann-Michael-Sailer-Gymnasiums Dillingen ein bisschen experimentiert und eine Lösung gefunden. Die Jugendlichen können in einem speziellen Magnetfeld Teilchen zum Tanzen bringen, die diese Bewegung weitergeben können. Die Teilchen sind nützliche Alltagshelfer, nicht nur im Kaba. Auch verklumptes Salz kann im magnetischen Wechselfeld wieder verfeinert werden.

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