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Mündling

25.05.2018

Sie helfen sich gegenseitig

Durch dieses Loch im Zaun können die beiden Nachbarspaare auf das Grundstück des anderen gelangen. Monika Klug und Manfred Jung (links) leben dahinter, Hannelore und Georg Aucktor davor. Seit rund 18 Jahren wohnen sie im Harburger Stadtteil Mündling nebeneinander.
Bild: Daniel Dollinger

Das Ehepaar Aucktor aus Mündling unterstützt gerne seine Nachbarn Manfred Jung und Monika Klug. Wie die Grundstücke ein bisschen zusammengewachsen sind

Seit dem Jahr 2000 findet in Europa am letzten Freitag im Mai der „Tag der Nachbarschaft“ statt. Doch einen solchen Tag brauchen die Eheleute Hannelore und Georg Aucktor und ihre Nachbarn Manfred Jung und Monika Klug gar nicht, um ihr gutes Verhältnis zu feiern. „Wir treffen uns oft kurzfristig auf eine Tasse Kaffee und ratschen miteinander“, erzählt Hannelore Aucktor. Ihr sind spontane Treffen lieber als weit im Voraus ausgemachte Termine. Nahezu jeden Tag haben die beiden Nachbarn aus dem Harburger Stadtteil Mündling Kontakt miteinander, sei es persönlich, am Telefon oder über Nachrichten auf dem Handy. Seit mittlerweile 18 Jahren wohnen sie nebeneinander, für Jung und Klug sind die Aucktors ein Glücksfall. „Sie sind wahnsinnig nett und hilfsbereit, wir brauchen sie gar nicht erst fragen, sie kommen von sich aus auf uns zu und greifen uns unter die Arme“, beschreibt es Manfred Jung. Wenn Holz gemacht werden muss, steht Georg Aucktor schon parat und packt mit an, sagt Monika Klug. Als ihr Lebensgefährte vor Jahren bei Arbeiten von einer Leiter gestürzt und sich schwerer verletzt hat, waren die Nachbarn auch gleich zur Stelle und haben die Erstversorgung übernommen, Jung hatte sich den Arm gebrochen.

Die Nachbarn kümmern sich um die Tiere

Weil sowohl Jung als auch Klug im Schichtdienst arbeiten, kümmern sich die Nachbarn tagsüber schon auch mal um die fünf Hasen und die Schildkröte des Paares. „Ich schaue halt, ob sie Wasser haben oder etwas zu Fressen brauchen“, sagt Hannelore Aucktor. Für sie ist die Nachbarschaftshilfe auch nichts Besonderes. Und Ehemann Georg ergänzt: „Nachbarschaft ist ein Miteinander mit Toleranz und gegenseitiger Achtung. Die beiden sagen ja auch nichts gegen meinen Wildgarten.“ „Der ist doch auch sehr schön“, wirft Monika Klug gleich ein. Für Georg Aucktor gehört es auch dazu, dass nicht hinter dem Rücken des anderen über diesen getratscht wird, und nicht eine Seite bevorteilt wird. „Wir helfen uns gegenseitig, Manfred bringt uns auch immer wieder Sachen vom Einkaufen mit“, sagt Hannelore Aucktor.

Ebenso veranstalten die beiden Nachbarspaare gemeinsame Grillabende oder backen füreinander. „Manfred macht hervorragende Rouladen“, verrät Aucktor. Und sie trösten den eingefleischten Bayern-Fan auch, wenn, wie zuletzt im DFB-Pokalfinale, seine Mannschaft verliert. Da hatte Manfred Jung eigentlich Karten für das Duell in Berlin, hat sie dann aber an die Tochter der Aucktors abgetreten.

Durch ein Loch im Zaun kommen die Enkel zu den Hasen

Mittlerweile sind die beiden Grundstücke ein Stück weit zusammengewachsen. Weil der Zaun zwischen den Gärten an einer Stelle ein wenig verfault war, hat Georg Aucktor diese kurzerhand entfernt und eine Lücke gelassen, sodass die Nachbarn nicht mehr außenrum laufen brauchen. Nützlich ist es auch für die Enkelkinder der Aucktors. „Wenn die zu Besuch sind, können sie ganz schnell nach den Hasen schauen“, erzählt Hannelore Aucktor lachend. Den Tag heute feiern sie nicht miteinander, weil die Aucktors nicht da sind. Die nächste Kaffeerunde kommt aber bestimmt.

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