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Wemding

14.11.2019

Silvester: Feuerwerk in der Altstadt verboten

Silvesterfeuerwerk über der Wemdinger Altstadt – das soll es künftig nicht mehr geben. Um Menschen und Gebäude zu schützen, ist Pyrotechnik zum Jahreswechsel jetzt verboten. Das hat der Stadtrat beschlossen.
Foto: Reinhold Seefried (Archivbild)

Plus Stadtrat in Wemding verbietet Pyrotechnik im historischen Zentrum. Was die Gründe dafür sind und wie das Verbot überwacht werden soll.

Silvester wird vielerorts kräftig gefeiert. Der Marktplatz in Wemding ist an Silvester seit jeher ein beliebter Treffpunkt, um zu mitternächtlicher Stunde zusammen mit Freunden und Bekannten auf den Jahreswechsel anzustoßen, in den Trubel einzutauchen und das Feuerwerk zu bestaunen. Mit Letzterem ist auf dem Platz nun aber Schluss. Und nicht nur dort: Der Stadtrat in Wemding hat am Dienstagabend einstimmig verfügt, dass in der gesamten Altstadt keine Feuerwerkskörper mehr abgebrannt werden dürfen.

Raketen und Böller auf Menschen geschossen oder geworfen

Seit Jahren wird in Wemding beobachtet, dass das Geschehen auf dem Markplatz an Silvester mehr und mehr außer Kontrolle gerät. Dem Vernehmen nach sollen sich Gruppen auch gegenseitig mit Raketen und Böllern beschossen beziehungsweise beworfen haben. Oder es erwischte Unbeteiligte. An Silvester 2018 waren Bürgermeister Martin Drexler, der Leiter des städtischen Bauhofs und mehrere Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Grund: Das historische Rathaus, dessen Fassade restauriert wurde, war eingerüstet und mit Stoffbahnen behängt. Deshalb sei die Brandgefahr besonders hoch gewesen, so Drexler.

Im Stadtrat berichtete er nun von den Erlebnissen in jener Nacht: „Wir dachten, wir übernehmen die Kontrolle des Silvesterschießens auf dem Marktplatz.“ Man habe die Besucher intensiv darauf hingewiesen, es zu unterlassen, auf historische Gebäude Raketen abzuschießen. Die Initiative sei „nur bedingt erfolgreich“ gewesen.

Die Brandgefahr an historischen Gebäuden ist groß

Der Bürgermeister bilanzierte: Man könne von Glück sagen, dass nichts passiert ist. Außerdem habe man registriert, dass offenbar nicht nur handelsübliche und damit legale Feuerwerkskörper gezündet wurden.

Vor diesem Hintergrund verwies Drexler darauf, dass Pyrotechnik im Bereich von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden grundsätzlich verboten sei. Kommunen könnten unter gewissen Voraussetzungen weitere Verbote erlassen. In Wemding bestehe folgendes Problem: „Die Brandgefahr in der Altstadt ist extrem hoch.“ In Nördlingen dürfen deshalb seit geraumer Zeit in der ganzen Altstadt keine Feuerwerkskörper mehr abgebrannt werden.

Sicherheitsdienst soll Marktplatz überwachen

Dritter Bürgermeister Gottfried Hänsel merkte an: „Lieber vorsorgen statt nachsorgen.“ Wer Raketen abschießen wolle, könne dies auch in den „Randlagen“ der Stadt tun, beispielsweise am Johannisweiher. Bürgermeister Drexler nannte die Anhöhe namens „Platte“ als „sehr schöne Alternative mit wunderbarem Blick“. Vertreter aller Fraktionen und Gruppierungen befürworteten ein generelles Verbot der Pyrotechnik im historischen Zentrum.

Allerdings müsse dieses an Silvester überwacht werden, so Zweiter Bürgermeister Johann Roßkopf. Es sei ein Sicherheitsdienst nötig. Dieser werde nach Angaben von Drexler ermächtigt, bei Verstößen die Personalien der betreffenden Personen aufzunehmen.

Stadtrat Franz Lachner (CSU) regte an, im Vorfeld der Silvesternacht sollte frühzeitig auf die neue Regelung hingewiesen werden. Hans Ludwig Held (CSU) gab sich keinen Illusionen hin, dass sich heuer bereits jeder Feiernde in der Altstadt daran hält: „Es wird sich nicht in einem Jahr drehen.“

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